Die große Reise - ein langer Traum mit unserem Campmobil
Hieronymus

 In 800 Tagen um die Welt und ein wenig weiter

Fernweh packt irgendwann jeden Menschen, doch kommt es nur in wenigen Fällen vor, dass bei einer Partnerschaft so ein Fernweh gleich im Doppelpack vorkommt. Als Ursula und ich den Bund der Ehe schlossen, brachten wir jeder ein riesiges Stück davon ein. Und obwohl wir dieses gemeinsame Fernweh mit vielen Reisen bearbeiteten, wurden die großen Sehnsüchte nie so richtig gestillt.

Die Idee, mit unserem Campingbus um die Welt zu reisen kam plötzlich. Der Radius, den wir bis dahin mit den eigenen vier Rädern befahren hatten, war mit Südeuropa begrenzt, der Horizont dahinter unbekannt. Dies änderte sich schnell, als wir begannen unsere Idee in einen Entschluss und dann in einen Plan zu wandeln. Viele Erkundigungen wurden eingeholt, etliche bürokratische Hindernisse bewältigt und schlussendlich begannen wir Stück für Stück die heimatlichen Bande zu lösen.

Unser Campingbus Hieronymus, ein Mercedes Benz 206D Baujahr 1976, wurde fernreisetauglich ausgebaut. Er zeigte den Kilometerstand 280.000 als wir am 12. September 1989 zu unserem langen Traum aufbrachen.

Dazu nun in Stichworten unsere Reiseroute:

Start über Italien, Fähre nach Griechenland, weiter in die Türkei. Durch den Iran, Pakistan nach Indien und Nepal. Verschiffung des Campers von Bombay nach Sydney/Australien. Während der Verschiffung halten wir uns in Singapur und Malaysia auf, anschließend bereisen wir Neuseeland mit einem Leihwagen.
In
Australien machen wir in Darwin "Halbzeit" und bereisen Indonesien, Singapur, Malaysia und Thailand mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Zurück in
Australien, Nord - Süd Durchquerung des Kontinentes, Verschiffung des Busses ab Sydney nach Los Angeles/Vereinigte Staaten. Wir besuchen währenddessen Nordthailand, Hongkong und die Insel Taiwan.
Von
Los Angeles südwärts nach Mexiko bis Grenze Guatemala, retour über die Weststaaten der USA nach Britisch Columbia/Kanada, West - Ost Querung des Kontinentes teilweise wieder in den USA und schlussendlich Verschiffung von Hieronymus nach Europa.

Heimkehr im Dezember 1991 nach 828 Tagen und 82.873 mit unserem Heim auf Rädern gefahrenen Kilometern.

 

Wir führten während der gesamten Reisedauer jeder für sich Tagebuch, darin finden wir nun viele Höhepunkte:

Fahrt durch die unwegsame Wüste im Grenzgebiet zwischen Iran und Pakistan
Ein 90 Kilometer Trekk in der Himalayaregion
Nepals
Einladung zu einer Sikh - Hochzeit in
New Delhi mit über 1000 Gästen
Besuch eines Kamelmarktes in
Nagaur / Rajasthan mit 40.000 Tieren
Drei Tage bei
Jaisalmer in der Wüste Thar mit einem Kamel unterwegs
Ein religiöses Fest bei
Baneshwar mit mehr als 100.000 Gläubigen

Die Naturwunder der Gletscherwelt Neuseelands
Great Barrier Riff - größtes Korallenriff der Welt vor Australien
Der berühmte Schafscherwettbewerb in
Longreach / Queensland
Durchquerung Australiens von
Darwin nach Adelaide
Zwei Tage und Nächte beim
Ayers Rock
Opalsuche in
Coober Pedy

Mehr als vier Monate mit dem Rucksack durch Asien
Indonesien - Insel Komodo mit den Riesenechsen
Die Trauminseln im
Nusa Tenggara: Flores, Rinca, Komodo, Sumbawa, Lombok, Gili, Bali und schließlich Java und Sumatra
Mit der Eisenbahn durch
Thailand ins Dreiländereck Burma/Laos/Thailand
Fußmarsch ins Opiumhochland an der burmesischen Grenze
Chinese New Year in Hongkong und Taiwan

Mexiko - Chiapas, der Indiostaat an der Grenze zu Guatemala
Mayakultur auf der Halbinsel
Yucatan

Vereinigte Staaten - Kalifornien
Der Große Kreis - die Gewalt der Natur am
Colorado Plateau, eine Reise in die geologische Urzeit in den Bundesstaaten Arizona, New Mexico, Colorado und Utah
Der Abstieg in den
Grand Canyon von der Nordkante
Mount St. Helens - im Mai 1980 explodierte dieser Vulkan
Yellowstone National Park - Begegnung mit mystischer Natur
Der Regenwald im
Olympic National Park im Bundesstaat Washington
Glacier National Park - ewiges Eis auf gewaltigen Bergen
British Columbia / Vancouver Island - Lachse und Schwarzbären
Die
Rocky Mountains von Banff bis Jasper
Die seltsame Welt der
Badlands in South Dakota
Vier US Präsidenten im Fels des
Mt. Rushmore
Tosende Wasser bei den
Niagara Fällen
Nova Scotia - Impressionen am Atlantik

Das Ende des "langen Traumes" wird aus dem Reisetagebuch zitiert:

Und so stehen wir am 5. Dezember 1991 um acht Uhr abends am Walserberg und schauen auf die Lichter von Salzburg hinüber. Natürlich bleibt die lakonische Feststellung nicht aus: „...jetzt sind wir einmal rundum gefahren“ und damit ist eigentlich ein exakter Schluss-Strich gezogen. Fast zu schnell ist jetzt alles vorüber gegangen und wir sind wieder daheim, die große Reise und damit ein langer Traum zu Ende. Stolz und Triumph es geschafft zu haben, im selben Moment aber auch Traurigkeit und Nachdenken, begleitet von vielen Ideen und Vorsätzen für die Zukunft - so etwa pendelt unser Stimmungsbarometer von Hoch auf Tief und zurück. Vielleicht gelingt es mit einigem Abstand den passenden Abschluss zu finden, der Anfang der Reise war jedenfalls leichter zu beschreiben.

Und Ursula meint dazu noch: Irgendwie komme ich mir wie eine Fliege im Eck' vor, die etwas beobachtet, was sie eigentlich gar nicht versteht...

Unsere Erinnerungen werden unterstützt durch

neun Tagebücher, wo wir mehr als 2000 Seiten vollgeschrieben haben, durch 56 Seiten Reiseberichte, welche wir an die Familie nach Hause schickten und durch etwa 8000 Farbdias, die mittlerweile in sechs Vortragsteilen von 1993 bis 1999 als vertonte Diavisionen zu sehen waren.

 

Unsere Weltreise von 1989 bis 1991 wird hier>>> geschildert

Einige Bilder von unserem Campmobil Hieronymus sind hier>>>


Startseite