Reisetagebuch Juli 2008

01. bis 06. Juli 2008 - Yukon - Whitehorse/Dawson City

Canada-Day am 1. Juli - wir sind in Whitehorse, der Hauptstadt des Yukon. Ein Nationalfeiertag, der die Bewohner erinnern soll, dass vor 141 Jahren Kanada als Teil des British Commonwealth ausgerufen wurde. Natürlich gibt es da Feiern allerorts und in einer Stadt wie Whitehorse beginnt das bereits am frühen Vormittag - mit Essen natürlich: Pancake Breakfast am Festgelände ab 9:00 Uhr! Die Warteschlange ist seeehr lang...

Wir konzentrieren uns mehr auf die für 11:00 Uhr angekündigte Parade und beziehen Stellung an der Hauptstraße. Dudelsackspieler, Fahnenschwinger, Mounties in ihren schicken, roten Uniformen, 6 oder 7 geschmückte Paradewagen - das war's!!! Nach nur 20 Minuten ist die Gaudi vorbei und alles strömt zum Festgelände. Dort wird die Fahne gehisst, es gibt einige Ansprachen und neue Bürger Kanadas, die sich in Whitehorse niedergelassen haben,  schwören den Eid auf die Königin - ganz richtig: die Königin von Großbritannien. Dann wird noch "O' Canada" gesungen (dabei wird aber beim OH nicht gestöhnt) und ein riesiger, dreiteiliger Canada Cake angeschnitten. Wieder stellen sich viele Menschen an, um ein Stück Canada zu ergattern. Für den Nachmittag ist Musikprogramm angekündigt, doch nach 30 Minuten Darbietung ziehen wir es vor, uns die Stadt näher anzuschauen.
Ab 17:00 Uhr wird dann ein beergarden geöffnet und da wir einige verheißungsvolle Grillgeräte rundum gesichtet haben, scheint unser Abendessen am Canada-Day stilvoll gesichert. Es bleibt beim scheint: Der beergarden entpuppt sich sich als ein mit Plastikzaun umgebenes Geviert, wo Plastiktische plus Plastiksessel auf Besucher warten, die dann unter Plastikschirmen aus Plastikbechern Bier zuzeln. An den Grillstationen gibt es hauptsächlich Hot Dogs, nur bei einer wird Hamburger angekündigt. Leider hat es kein Gemüse mehr und auch keinen Salat, und ein Fleischlaberl nur mit Ketchup im batzwachen Brot ist so gar nicht nach unseren Gelüsten. So streben wir über der Straße ein A&W Restaurant an - eines aus den zahlreichen Essversorgungsketten in Nordamerika. Ein Combo- Angebot liefert Hamburger, pommes und ein großes Rootbeer und vor allem: Es gibt auch Besteck dazu. Ach ja -  Rootbeer - das sollte man genauer beschreiben. Wir einigen uns auf: Cola mit Kräutergeschmack, das aus unerklärlichen Gründen auch schäumt. Sieht auf den ersten Blick doch tatsächlich wie Bier aus - allerdings Malzbier! Wie's schmeckt? Da muss man durch...


Kurz hinter Whitehorse zweigt Fish Lake Road vom Alaska Highway ab und führt etwa 15 km rauf in die Berge und zum - natürlich - Fish Lake. Dort angekommen lockt eine ansprechende Wanderung auf einen oder mehrere Gipfel rundherum: unsere erste größere Tour! Nach den vielen Fahrtagen ist der Wunsch nach Wandern und Ausschreiten immer größer geworden. Etwa fünf Stunden sind wir unterwegs und schaffen dabei zwei Gipfel mit jeweils herrlichem Ausblick in die Miners-Range. Zurück in Whitehorse gibt es dann am Donnerstag noch Pflege für Rosinante mit Ölwechsel und viel Schmiere an den Gelenken, bevor wir dann den Klondike Highway unter die Räder nehmen. Der Verkehr ist minimal, die Hauptroute in den Norden bleibt halt allemal der Alaska Highway. Gut so, denn unter diesen Umständen können wir die urige Landschaft voll genießen. Beim Ort Carmacks queren wir erstmals den Yukon-River (außerhalb von Whitehorse natürlich, wo er aber vorher durch einen Staudamm zum See umfunktioniert wird) und erreichen kurz danach die gefürchteten Five Finger Rapids. Viele Stufen und ein schmaler Pfad führen hinunter, auf Schautafeln wird gezeigt, wie sich bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts Raddampfer und Transportschiffe hier durchmanövriert haben. Auch die Bootsabenteuer vieler Stampeder beim Klondike-Goldrush (1897/98) werden geschildert - allerdings war für viele hier Endstation mit den selbst gebastelten Schinakeln.


Am Tatchun Lake liegt ein idyllischer Campground, der für die nächsten zwei Tage unsere Bleibe sein soll. Endlich hat sich auch das Wetter stabilisiert - ein Hoch aus dem Norden hat sich hier ausgebreitet und da bleibt es auch. Wir tauschen lange Jeans gegen kurze Hosen, Pullover werden wieder verstaut und Wasseraktivität ist angesagt. Allerdings nicht Schwimmen oder dergleichen: Unser Schlauchboot kommt endlich zum Einsatz! Und es wird gleich ein toller Einsatz und das Fotografenglück ist an diesem Tag ganz auf unserer Seite. Beim Umpaddeln einer kleinen Insel schwimmt aufgeregt ein Loonie-Weibchen (Eistaucher) herum und schreit ganz aufgeregt Richtung Ufer. Dort platscht gleich darauf ein weiterer Loon, diesmal das Männchen, ins Wasser und versucht mit hektischem Rufen und Auf- und Abtauchen direkt vor uns, die Aufmerksamkeit völlig auf sich zu lenken. Was ist passiert? Das Fernglas bestätigt die Vermutung: Wir sind zu nahe an deren Nest gekommen. Langsam und bedächtig bringen wir unser Boot aus der Schusslinie und siehe da - das Paar beruhigt sich und akzeptiert nun unsere Anwesenheit. Aus einer Entfernung von etwa 8-10 Metern kann ich seelenruhig fotografieren...

Am Abend (der durch die Sonne ja gar kein solcher ist - aber das ist nun ja bekannt) wird der Holzgriller aktiviert - in der Pfanne wartet ein saftiges Steak auf seine Zubereitung. Doch bevor es soweit ist, spaziert gemächlich ein Rotfuchs zwischen den Bäumen heraus und lugt vorsichtig in unsere Richtung. Die Kamera liegt griffbereit am Tisch (man weiß ja nie...) und das Füchslein hält für einige Augenblicke still - Fuchs fotografiert Fuchs! Zu späterer Stunde (es ist noch immer nicht dunkel) läuft Reineke nochmals durch das Camp, dieses Mal bleibt es beim Beobachten und genießen.


Der Klondike Highway wird nun auf etlichen Kilometern vom Yukon River begleitet, bevor dieser dann entlang der Dawson-Range sich mehr nach Westen richtet. Ein weiterer mächtiger Fluss, der Pelly River, kommt aus den Mackenzie Mountains nun dazu - wir queren ihn bei Pelly Crossing. Bei Stewart Crossing - erraten: Hier fließt der Stewart River durch - zweigt der Silver-Trail ab, der nach Mayo, Keno und Elsa führt. Diese Straße zu den aufgelassenen Silberminen haben wir 1997 befahren, heute bleiben wir auf dem Klondike und stoppen erst wieder für das Nachtcamp (das aber keines ist - wegen der Helligkeit) bei einem viel versprechenden See mit Namen Gravel Lake. Zugegeben, der Name ist nicht viel versprechend. Aber wir haben abgenagte Bäume am Seeufer entdeckt und eine mächtige Biberburg gleich daneben. Auch ein Radfahrer kauert am Ufer und hat ein Fernglas vor den Augen. Es dauert nicht lange und zuerst zwei, dann noch ein dritter Biber schwimmen bei uns vorbei. Schwer geladen versteht sich, denn jeder hat ein ansehnliches Stück Ast oder Busch zwischen den Zähnen und schleppt dieses unbeirrt zum Bau.
Der Radfahrer - er heißt Richard und ist aus den Niederlanden - beschließt, sein Zelt hier aufzustellen. Auch wir wählen den steinigen Uferbereich als Nachtquartier und kurze Zeit später sitzen wir alle drei gemütlich beim Abendessen. Richard hat großen Hunger und das von Ursula frisch zubereitete Gemüse schmeckt ihm besonders. Er ist vor 40 Tagen in Anchorage gestartet, ist bis zu diesem Platz etwa 2400 km geradelt und hat momentan eine depressive Phase. Der Grund: An 20 von den 40 Tagen hat es geregnet, "...was washed out". Der Großteil seiner Ausrüstung und vor allem das Zelt ist ständig feucht, lange Hosen und Regenjacke im Dauereinsatz. Er sehnt sich nach Wärme, nach Sonne und trockene Strassen - er will so schnell als nur möglich in die USA, nach Kalifornien. Und während er noch die Sandstrände an der Pazifikküste vor Augen hat, beginnt es hier am Gravel Lake, 140 km südlich von Dawson City, zu tröpfeln. Richard verkriecht sich ins Zelt, wir in unsere Koje. Nur die Biber arbeiten noch fest weiter, noch lange beobachten wir die eifrigen Burschen (es wird ja nicht dunkel). Der Regen wird heftiger, Wind kommt auf - im Zelt nebenan wird laut geflucht. Der Abschied am Morgen ist kurz, Richard will nicht mal mehr heißen Tee trinken, er will nur noch weg...

Canada Day in Whitehorse

Very british - mit Dudelsack-Musik als Auftakt zur Parade

 

Canada Day in Whitehorse

Royal Canadian Mountain Police zackig zu Fuß unterwegs

Canada Day in Whitehorse

eine originelle Zopf-Fahnen-Steck-Frisur

 

Canada Day in Whitehorse

Ob die Beiden den gleichen Friseur besuchen?

Canada Day in Whitehorse

Der Patriotismus ist ins Gesicht geschrieben
 

 

Whitehorse

Die Hauptstadt des Yukon am gleichnamigen Fluss gelegen

Fish Lake Mountains

Eine erfrischende Wanderung in die Vorberge von Whitehorse

 

Swallow Tail

Die warme Sonne lockt einen Schwalbenschwanz zur Nektarsuche

Klondike Highway

Wir verlassen den Alaska Highway nordwärts auf dem Klondike Highway

 

Five Finger Rapids

Die berüchtigten Felsen und Stromschnellen waren eine Herausforderung für die Schifffahrt

Tatchun Lake

Zwei Tage verbringen wir hier am idyllischen See bei herrlichem Sonnenschein

 

Common Loon am Tatchun Lake

Ein Eistaucher Männchen verteidigt aufgeregt das Nest am Ufer

Common Loon am Tatchun Lake

Dabei zeigt es uns seine schönsten Seiten

 

Red Fox am Campground

Ein Rotfuchs inspiziert die Umgebung des Camps

Klondike Highway

Durch urtümliche Landschaft führt uns die Fahrt in den Norden

 

Brown Black Bear

Es gibt auch braune Schwarzbären in dieser Gegend - nein, kein Grizzly!

Biber an der Arbeit

Unermüdlich wird an der Biberburg gebaut und auch Fressvorrat beschafft

 

Richard aus den Niederlanden

Sichtlich frustriert vom schlechten Wetter startet Richard in den Tag

Entlang des Klondike River führt das letzte Stück des Highways nach Dawson City. Dort wo der Fluss dann in den Yukon mündet, wurden vor 110 Jahren die ersten Holzhütten von den zahllos eintreffenden Goldsuchern errichtet. Eigentlich erst weiter oben, beim Bonanza Creek, doch erwies sich das flache Ufer am Yukon als besserer Platz. Heute steht hier ein heiteres Städtchen, welches für zwei, drei Monate aus dem langen Winterschlaf erwacht. Die Bezeichnung "El Dorado des Yukon" ist nicht von ungefähr, denn der Touristenstrom im Sommer nimmt alljährlich zu. Heute, am Sonntag, ist allerdings kaum was los auf den sonst staubigen Straßen. Heute sind die Straßen nass, aufgeweicht, matschig. Auf den hölzernen Boardwalks gelangt man halbwegs sauber ins Visitor-Center, eine Wettervorschau am Pinboard ist für uns erstes Ziel. Fünf Tage werden vorausgesagt und wer solche Prognosen aus Europa kenn, weiß diese auch entsprechend zu deuten. Doch hier ist alles anders: "...have a look out of the window!" Das ist die beste Vorschau für Dawson City, denn im Süden kann die Sonne scheinen, im Norden stürmt es, im Westen ist es leicht wolkig und den Osten siehst du nicht! Also richte dich darauf ein, dass alles möglich ist und das sogar gleichzeitig. Auch gut.

Aus den Reiseunterlagen holen wir ein Blatt Papier. Darauf steht "Bernd und Eva Schmid" und eine Telefonnummer. Bernd Schmid ist aus Anthering, seine Frau Eva aus Salzburg - zusammen sind sie 1988 hierher ausgewandert. Kurz nach unserem Anruf steuern wir auf die Fähre über den Yukon-River, das Haus der beiden liegt in Sunnydale, etwa acht Kilometer entfernt am anderen Ufer. Die Überraschung ist groß auf beiden Seiten, denn wir sind ja nicht von langer Hand angekündigt. Die Überraschung unsererseits wird aber noch größer, als wir einen weiteren Antheringer hier treffen. Kein geringerer als Johann "Johnnie" Kaschnitz sitzt gemütlich am Campfeuer und genießt sichtlich die lustige Runde mit weiteren Freunden und Nachbarn von Bernd und Eva. Ja genau: Campfeuer, denn mittlerweile hat das Dawson-Wetter die gute Seite (aus dem Süden) zum Vorschein gebracht. Man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass es ein langer, langer Abend wird! Und der Biervorrat in Sunnydale scheint unerschöpflich...


Für Dawson City und vor allem für den weiteren Weg in den Norden haben wir viel Zeit eingeplant. Der Weg in den Norden, sprich Dempster Highway, ist ja so eine Art Höhepunkt unserer Reise. Nein, eigentlich nicht so eine Art - er IST der Höhepunkt und braucht ein wenig Vorbereitung. Man muss sich jetzt vorstellen (um das Vorhaben auf europäische Gegebenheiten umzulegen), dass wir mit Rosinante von Salzburg nach Palermo fahren - das kommt in etwa auf die 1.500 Kilometer hin, die man von Dawson City bis Inuvik und retour unterwegs ist. Auf Schotter-, Schlamm-, Stein- und Sandpiste, zum Teil einspurig, nur ein Ort liegt dazwischen und insgesamt gibt es nur viermal die Gelegenheit zum Tanken. Gedanken an Pannen technischer Natur am Motor, Getriebe etc. oder Reifenplatzer, Steine auf die Windschutzscheibe, verlorenen Auspuff, kaputte Stoßdämpfer, gebrochene Halbachsen, gerissene Keilriemen und so weiter, soll man aber tunlichst gar nicht aufkommen lassen. Deshalb lesen wir im Besucherzentrum auch nicht die Road-Reports derjenigen Reisenden, die den Dempster befahren haben. Wir vertrauen ganz einfach auf unsere Rosinante...

Apropos Vertrauen in Technik.
Seit nunmehr vier Wochen ist es nicht mehr möglich, von unserem Notebook E-Mails abzuschicken. Das bedeutet, dass wir zwar Post empfangen, aber nicht darauf antworten können. Das als Erklärung für all jene, die eventuell auf Antwort warten. Wie heißt es doch so schön: "An der Behebung des Schadens wird gearbeitet..."

Eine weitere technische Pannenvariante ist unser Telefon, das wir in Florida erstanden haben. Cell-Phone heißt da ein Handy und der Anbieter ist T-Mobile. Laut Verkäufer funktioniert es "...überall wo die amerikanische Flagge weht". Dazu gibt es noch eine Pointe. Ich habe nämlich damals den smarten Mann gefragt, ob das auch für Afghanistan und den Iran gilt (wegen wehender Fahnen und so). Er meinte etwas verschnupft, dass dies eine andere Story sei ! Nun gut, dieses Telefon sollte also unter amerikanischer Flagge läuten und auch in Kanada, das wurde auch versichert. Aber wie so oft im Leben erfreuen sich Kunden an leeren Worten - kurz und gut: Nix geht. Bin nur neugierig, wie wir die 50.00 USD-Guthaben (gekauft wohlgemerkt) anbringen werden. Doch halt - noch liegt ja Alaska mit wehenden US-Fahnen vor uns und damit eine telefonintensive Zeit!


07. bis 15. Juli 2008 - Dempster Highway - eine außergewöhnliche Straße

War gestern der Biervorrat in Sunnydale fast unerschöpflich, so ist es heute der Himmel der unerschöpflich Wasser auf die Erde fallen lässt. Bernd und Eva müssen zur Arbeit, Hans Kaschnitz freut sich auf seine überseeische Aufgabe, nämlich baggern an einer Mine. Doch davon mehr nach unserer Rückkehr aus Inuvik.

Ein erneuter Besuch im Visitor-Center und Blick auf die Wettervorschau bringt kein konkretes Ergebnis. Von heiter bis wolkig, von Sonne bis Regen und so weiter - alles ist möglich. Wir entschließen uns, dennoch zu starten und hinter den Bergen am Beginn des Dempster Highways uns endgültig zu entscheiden, weiter zu fahren oder noch zuzuwarten. Einkäufe sind alle unter Dach und Fach, Frischwasser- und Treibstofftanks bis zum Rand gefüllt. Es ist mittlerweile 14:00 Uhr, das obligate Foto am Dempster-Kilometer-0-Marker wird schnell erledigt, der Regen hält an. Wir entscheiden uns, die ersten 50/60 Kilometer rauf zu fahren und die Nacht abzuwarten. Genau bei Kilometer 50 ist ein kleines Trapper-Camp am Wolf Creek und gegenüber führt ein Weg zum Bachufer hinunter. Ein idealer Campplatz und vor allem ist genug Wasser in Greifweite, um die Hecktüre der Kabine abzuwaschen: Die Schlammpiste hat volle Arbeit geleistet! Der Himmel wird immer heller, die Wolken lichten sich, unsere Gesichter ebenfalls. Etwa um 22:00 Uhr ist Schluss mit dem Regen und die Sonne strahlt über die Berggipfel herüber. Ja ja, es geht weiter mit "lange Tage, kurze Nächte"!

Unser Wetter-Pokerspiel geht auf. Zwar ist es empfindlich kühl geworden, doch blauer Himmel mit strahlend weißen Wolken lassen alles gleich anders erscheinen - was für ein Auftakt! Bei Kilometer 71 liegt der Tombstone Territorial Park Campground mit einem kleinen Interpretive Centre. Diese Einrichtungen sind meistens unglaublich liebevoll eingerichtet und viele Sammelstücke, Bilder und Schautafeln erklären Fauna und Flora der Region. Ein so genannter Interpreter - meist ein Ferienjob für Studenten - gibt Antwort auf Fragen der Besucher und er weiß gute Wandertipps in der näheren Umgebung. In unserem Fall fällt die Wahl auf den Trail zum Goldensides Mountain an der Ostseite gegenüber der Tombstone Range. Im Jahr 1997, als wir das erste Mal mit Hieronymus hier waren, haben wir ganz in der Nähe übernachtet und im Reisetagebuch von damals lesen wir von atemberaubenden und schier unbeschreiblichen Ausblicken ins Tal des North Klondike River, der in der Tombstone Range entspringt. Jetzt sind wir 300 Meter höher rauf geklettert, der Fluss unter uns ist ein silbernes Band mit einzelnen Eis- und Schneeresten in der Mitte, frisches Grün an den Ufern zieht sich sanft an den Bergflanken nach oben und endet an den dunkelgrauen Felsmassiven, die noch feucht vom Regen in der Sonne glänzen. Im Hintergrund wie eine Theaterkulisse die Spitzen der Tombstones, deren höchster Gipfel 2.200 Meter aus der Ebene emporragt. Der Blick in Richtung Norden verfolgt eine Weile die Strasse, bevor diese hinter vielen Hügeln am Horizont abtaucht, vorbeikommende Trucks sehen wie Spielzeug aus dieser Höhe aus. Vielleicht sind es 80 Kilometer Entfernung, vielleicht auch mehr, wo am Ende einer sattgrünen Tundra die nächste Bergkette erkennbar ist. Diese Eindrücke sind es, die uns nochmals diese Reise auf dem Dempster Highway machen lassen.


Anfang 1900 war diese Straße nicht viel mehr als ein Pfad für Hundeschlitten. Die Bulldozer und die Baukolonnen trafen erst im Jahr 1959 ein, als der kanadische Premier-Minister John Diefenbaker mit seinem "Roads to Resources" Programm versprach, den großen Reichtum der nördlichen Regionen zu erschließen. Durch Diefenbakers ehrgeizigen Plan wurden damals zwar nur knapp 120 Kilometer des Highways fertig gestellt, jedoch erlosch nie die Vision einer Allwetterstraße bis zur Arktis. Der Ölboom im Beaufort-Meer in den siebziger Jahren trieb die kanadische Regierung dazu an, das Projekt zu vollenden. Im Jahr 1979 erreichte die Straße ihren Endpunkt in der Stadt Inuvik am Mackenzie Delta in den Northwest-Territories. Benannt wurde der Highway nach Korporal W.J.D. Dempster von der Northwest Mounted Police, der im Zusammenhang mit der legendären Lost Patrol über die Grenzen hinaus bekannt wurde. Von dieser Geschichte berichten wir später. Der Ölboom ist lange vorbei, die Straße ist geblieben. Und mit ihr der Wunsch, die nördlichste Straße Kanadas zu bereisen.

North-Fork Pass und das Tal des Klondike River liegen hinter uns, in der oben beschriebenen Ebene folgen wir dem Blackstone River über das weitläufige Plateau. An der Westseite passieren wir Two Moose Lake, das heißt wir sind gerade am Vorbeifahren, als ein scheinbarer Stein im Wasser plötzlich den Kopf hebt: Ein Moose! Eine mächtige Elchkuh taucht immer wieder mit dem Kopf unter Wasser, um das im wahrsten Sinne des Wortes saftige Seegras abzuernten. Das ist die beste Gelegenheit um sich näher anzupirschen, denn da hört und sieht sie nichts. Es gelingen tolle Bilder und zu guter Letzt spaziert die Dame noch vor uns aus dem Wasser, um seelenruhig in den Büschen weiter zu fressen - großartig!
Ab dem Lake Chapman fällt die Straße leicht ab, durchquert das Taiga Valley und folgt dann wieder dem Blackstone River durch die Taiga Ranges. Diese großteils aus grobem Schotter bestehenden Berge sind ein Überbleibsel der großen Eiszeit und nur spärlich bewachsen, Bäume sind kaum zu sehen, dafür eine dichte, grüne Moosdecke welche nun im flachen Sonnenlicht den Bergen eine eigenartige Struktur verleiht. An den erodierten Flanken nisten Bald- und Golden Eagle, wobei letztere an den flachen Ausläufern der Range zu beobachten sind, wo sie nach Murmeltieren und Prairie-Dogs jagen. Mit dem Fernglas sind sie allerdings nur hoch oben in der Luft zu beobachten.
Der Windy Pass mit immerhin 1.100 Metern Seehöhe ist im späten Herbst Übergang für Tausende von Karibus, die aus dem Norden in die eisfreieren Zonen herab wandern. In dieser alpinen Region ist der Einfluss des Permafrosts entlang der Wasserläufe besonders gut zu sehen, wo über einem gefrorenen Schotterband eine dünne Schicht dunkler Erde nur wenig Halt für die vereinzelten Schwarzfichten bieten. "Drunken Forest" wird das hier genannt, wenn die dünnen Stämme der Bäume kreuz und quer in die Luft ragen.
Ein anderer mächtiger Fluss löst den Blackstone ab: Ogilvie River, den wir später vom Eagle Plain Plateau aus etwa 300 Metern Höhe sehen können. Hier windet sich der Highway auf und ab über zahllose Hügel, bietet links und rechts grandiose Ausblicke - immer wieder Anlass für einen Halt und Fotoaktivitäten. Diese Stopps sind auch aus einem anderen Grund recht willkommen, denn zeitweise ist die Straße eine Rumpelpiste der ganz groben Art und wir werden trotz Langsamfahrt kräftig durchgebeutelt. Und erst Rosinante! Die ächzt und knirscht an den Blattfedern, der vordere linke Stoßdämpfer schlägt bereits auf Metall, Öl rinnt aus. Nun, da bleibt nichts anderes übrig, als noch langsamer zu fahren. Ursulas Kommentar dazu: "...wie ein Leiterwagerl mit Eisenradeln". Dem füge ich nichts mehr hinzu.


Bei Eagle Plains hat sich nichts geändert. Rund um die Tankstelle ist alles dreckig, der Benzinpreis ist astronomisch - wir haben ein neues Hoch erreicht: Der Liter kostet CAD 1.79! Das Hotel nach wie vor aber sehenswert, denn weiße Tischtücher und Gläser auf den Tischen im Restaurant sind in dieser Gegend als Rarität einzuordnen. Wir entleeren Abwasser und füllen Benzin- und Wassertank, bevor wir in die zweite Hälfte des Dempster Highways starten. Leichter Regen macht das Fahren bergab auf der Sandpiste zur Rutschpartie, erst bei der Querung des Eagle River wechselt der Straßenbelag wieder zu Schotter - und diesmal ohne Schlaglöcher! An der rechten Seite begleiten uns seit längerem die Richardson Mountains, auf Schautafeln erfahren wir, dass diese Bergkette zu den nördlichsten Ausläufern der Rocky Mountains gehören. Hier oben sind sie immerhin noch 800 bis 1.200 Meter hoch.

Arctic Circle 66°33'north - der Polarkreis ist erreicht! Hier bleibt die Sonne am 21. Juni für 24 Stunden sichtbar, weiter nördlich werden die Sonnentage immer mehr. Heute allerdings ist es nur hell, von Sonne momentan keine Spur, nur dunkle Wolken sehen wir am Himmel. Entgegenkommende Autos, die auch auf den Parkplatz fahren, sind ziemlich frisch angespritzt, die Farbe der Dreckschicht ist dunkelgrau. Ein Fahrer berichtet, dass die nächsten 30 bis 35 Kilometer eine tiefe Schlammpiste sind, man fährt wie auf Schneematsch. Das ist ja für Alpeneuropäer kein Problem denke ich, doch mit einem Heavy Truck wie unsere Rosinante wird es doch ein wenig kritisch. Aber die Landschaft rundum - die entschädigt für alle Anstrengungen. Eine Art Hochmoor (unsere Definition) zwischen sanften Hügeln, endlos weit nach allen Richtungen, spärlicher Bewuchs mit niederen Büschen, dazwischen Tundragewächs und tiefes Moos. Im April und Mai verlässt die riesige Porcupine Caribou Herde dieses Gebiet, bis zu 150.000 Tiere ziehen dann 300 Kilometer nordwärts zur Beaufort Sea. Für die Gwich'in People (ein Stamm der Urbewohner, die noch heute hier leben) war das die wichtigste Zeit für die Jagd auf Karibus. Im Juli allerdings gibt es hier keine Tiere mehr zu sehen, doch in Gedanken stellen wir uns vor, wie tausende Karibus an uns vorbeiziehen - ja genau an uns, denn auf einem kleinen Plateau haben wir einen perfekten Nachtplatz entdeckt, wo wir vielleicht 20 oder gar 25 Kilometer weit in die Ebene runterblicken.


Bei Kilometer 465 befindet sich die Grenze vom Yukon zu den Northwest-Territories. Hier verlässt die Straße die Richardson Mountains und führt auf das Peel Plateau, das vom riesigen Laurentide Ice Sheet geformt wurde - die gewaltigen Eismassen wurden hier von den Bergen gestoppt. Auch die kontinentale Wasserscheide überqueren wir an dieser Stelle, wo sich entscheidet ob ein Bach oder Fluss zur Bering Sea oder zur Beaufort Sea fließt - erstere wird vom Yukon im Westen erreicht, der Mackenzie nimmt alle Wasser in den Norden mit. Apropos Wasser: Es hat noch am Vorabend aufgehört zu regnen und der Himmel wechselt langsam seine Farbe von grau zu zartem blau. Nachdem wir durch das Vittrekwa Tal auf einer Höhe von 850 Metern angekommen sind, erleben wir von einem Aussichtspunkt eine exzellente 360° Rundumsicht: Hinter uns die Richardson Berge, links von uns ganz in der Ferne zu erahnen das Mackenzie Delta, unter uns das Tal des Peel River und 15 km vor uns liegt Fort McPherson. Der Peel River wird mit einer Kabelfähre überquert und gleich danach gibt es ein interessantes Besucher Zentrum, wo wir erste Eindrücke vom Leben der Gwich'in Dene erhalten. Auch den Hinweis, dass es in Fort McPherson heute Abend etwas zu feiern gibt. Na, da wollen wir doch auch dabei sein...

Am Beginn des Dempster Highway

Ab hier geht es 740 km hoch in den Norden

 

Tombstone Mountains

In diesem Tal entspringt der North Klondike River

Blackstone Uplands

Urgeschichtliche Formationen von dichter Vegetation bedeckt

 

Goldensides Mountain

Hoch über dem Tal gibt es fantastische Einblicke und natürlich Ausblicke

Elch - Dame

Eigentlich recht elegant spaziert dieses Moose vor uns in die Büsche

 

Arctic Squirrel

Diese kleinen Bewohner der Tundra sind recht flink und sehr neugierig

On the road

Waren aller Art werden im Sommer am Landweg in die Arktis transportiert

 

Ogilvie Viewpoint

Auf den Bergkuppen über dem Tal schlängelt sich der Highway entlang

Ogilvie Mountains

Von unserem Camp am Plateau um 00:30 Uhr aufgenommen

 

Arctic Circle

Der Polarkreis ist erreicht - hier waren wir bereits im Jahr 1997 mit Hieronymus

Arktische Tundra

Fast unglaublich, was der kurze Sommer hier oben gedeihen lässt

 

Arktische Tundra

Die winzigen Blüten der harten Preiselbeere
 

Grenze Yukon - North West Territories

Eine Aufnahme um Mitternacht - der Highway wie ein Damm über dem Permafrost-Boden

 

Durch die Richardson Mountains

Durchquerung der letzten Ausläufer der Rocky Mountains

Nix genaues weiß man nicht - so oder ähnlich lauten die Auskünfte dann vor Ort. Bei einer großen Bühne unter freiem Himmel scheint etwas zu starten. Im Veranstaltungszentrum, das auch als Eishalle und Turnsaal fungiert, stehen Stühle reihum, vorne sind Musikinstrumente und Lautsprecher zu sehen. Draußen wird Fisch gegrillt und wir erfahren endlich einen ungefähren Ablauf der Abendaktivitäten. Hauptteil ist ein Musikwettbewerb oder auch Contest genannt, vorher gibt es allgemeines Abendessen für alle Dorfbewohner. Später erfahren wir, dass dieses gemeinsame Essen einmal im Jahr stattfindet - es hat etwas mit Ende der Winterzeit/Anfang Sommerzeit zu tun, auch die traditionelle Fischsaison beginnt nun, denn die laichenden Lachse beginnen die Flüsse hochzuschwimmen. Doch zurück zum Beginn des Essens. Kaum hat sich eine lange Schlange am Buffet gebildet, verkündet ein Mann über Lautsprecher, dass die Leute doch vorher noch rausgehen sollen, um an der Feuerzeremonie teilzunehmen. Das nun Folgende zu schildern ist schwierig, denn es bedarf einiges an Hintergrundwissen, um so eine Zeremonie zu verstehen. Es beginnt mit Gebeten, diverse Ansprachen auf gutes Handeln und Denken folgen, eine Gruppe Drum Dancer nimmt Aufstellung und beginnt einen monotonen Gesang, begleitet vom Klang der mit Holzstöcken geschlagenen Trommeln. Nun beginnen die Leute etwas ins Feuer zu werfen - es ist Tabak und der Rauch soll zum Himmel steigen. Zwei ältere Menschen halten Schüsseln in den Händen, in einer ist ebenfalls Tabak und in der anderen Fleischspeisen und Fett. Nachdem das Feuer einige Male umrundet wurde, wird der Inhalt der Schüsseln hinein gekippt und von lautem Rufen oder Beten begleitet. Hoch lodern nun die Flammen auf, die Trommler steigern die Lautstärke und mit lautem Geschrei aller Anwesenden endet die Zeremonie.

Das allgemeine Essen findet regen Zuspruch - auch wir werden aufgefordert als Gäste daran teilzunehmen. Doch ein Blick auf die Teller rundum und dann in die Töpfe am Buffet lässt uns mit allerhand Ausreden hungrig bleiben. Zuviel unbekanntes Fleisch wird da angeboten...
Es ist mittlerweile 22:00 Uhr, als endlich der Musikbewerb beginnt. Sänger und Musikanten aller Altersgruppen geben ihr Bestes, eine Jury kürt gegen Mitternacht die Sieger. Wir streben eigentlich recht müde dem Ausgang zu, doch im Nebengebäude ist lautes Trommeln zu hören. Es finden dort so genannte Hen Games statt, wo zwei Parteien aus je 15 - 20 Männern eine Art Versteckspiel mit Steinen praktizieren. Es wird um Geld gespielt, es geht ziemlich laut her und die Teilnehmer geraten zusehends in Hitze. Wir verlassen das turbulente Treiben, es ist 1:00 Uhr früh, der Himmel draußen hellgelb, die Sonne hinter der Kirche noch sichtbar. Und neben der Kirche steht unsere Rosinante, Einheimische haben uns diesen Gästeparkplatz empfohlen - mit Ausblick auf den Friedhof daneben. Wir sind jetzt froh über die Ruhe in der Umgebung.

Friedhöfe sind frei, ohne Zaun herum, ohne Wege dazwischen. Die Gräber sind ausgerichtet, der Kopf des Verstorbenen liegt näher am Fluss. So auch die Gräber jener vier Männer der unglückseligen Lost Patrol, die im Winter 1910-11 auf einer Patrouille zwischen Fort McPherson und Dawson verschwunden sind. Sergeant Fitzgerald verfehlte den Weg an einem zugefrorenen Fluss und beim Versuch nach Fort McPherson zurückzukehren starben seine Kameraden und er. Und eben jener Korporal Dempster, nach dem nun der Highway benannt ist, fand die sterblichen Überreste der Männer einige Monate später.


Unsere Weiterreise ist schneefrei - der mächtige Mackenzie River liegt vor uns und wieder müssen wir auf eine Fähre. Mit einem kleinen Umweg: Denn auch der Ort Tsiigehtchic (als Eselsbrücke habe ich mir immer "sie geht chic" vorgesagt) am Ufer des Arctiv Red River wird angesteuert. Ab hier beginnt das labyrinthartige Delta des Mackenzie, welches eigentlich nur aus der Luft so richtig zu sehen ist. Entlang der Straße passieren wir dann unzählige Seen und wir fragen uns, wie hat man hier festen Boden für den Untergrund des Weges gefunden? Entlang des Territorial Parks am Campbell Lake sind dann noch letzte Felsen und Kliffs zu sehen, bevor der Highway nach 740 Kilometern seinen Endpunkt erreicht: Inuvik - am Tor zur Arktis!

Die Stadt ist zugegeben eine große Überraschung. Moderne, sehr gefällige Häuser - meist mit bunten Farben gestrichen, kleine grüne Vorgärten, Blumenkisterl (!) an den Fenstern und sehr reinlich rundherum. Hotels, Einkaufsmärkte, Geschäfte, Parks mit Rasenanlagen und Veranstaltungs-Zentren, Hallenbad mit Wellness-Abteilung, die einzigartige Igloo-Church und so weiter..., ich habe dazu nur einen Ausspruch eines Truckers in Dawson in Erinnerung, der gemeint hat, dass uns am Ende der Straße lediglich "...a dirty, unattractive town" erwartet. Ich glaube, der war am falschen Ort?

Happy Valley Campground fast im Stadtzentrum gelegen, ist unsere Bleibe für die nächsten drei Tage. Und auch in Inuvik wird gefeiert: Fünfzig Jahre Bestehen sind ein guter Grund und dafür gibt es eine Woche lang Programm. Am Freitag, 11. Juli, beginnt das "Great Northern Arts Festival", das am Samstag mit vielen Darbietungen im Park zelebriert wird - eine der ganz wenigen Gelegenheiten im Jahr, wo Besucher an nordischer Kultur teilhaben können. Und die ist zugegebenermaßen teilweise sehr amüsant. Meist sind es Wettbewerbe oder einfach Spiele, wo man untereinander die Geschicklichkeit beweist. Beginnen wir mit "Fire making, tea boiling and bannock cooking" - klingt recht verwirrend, ist es aber nicht. Teams mit drei Personen treten an, einer macht Feuer, der andere kocht darauf Tee, der oder die Dritte macht eine Art Schmarrn aus Mehl, Wasser, Fett und Zucker in der großen Eisenpfanne. Sieger ist, wer mit allem am ersten fertig ist, ganz einfach! Siegerzeit war in etwa 14 Minuten - der bannock, so heißt der Schmarrn,  schmeckt übrigens hervorragend!
Weiter geht's mit "Muskrat Skinning". OK, wenn da jemand nicht zuschauen möchte, (wie Ursula) so ist das verständlich. Andererseits war (oder ist es noch immer) das Abziehen von Fell bei Tieren etwas ganz Wichtiges. Nun, muskrat gehören zur Familie der Biber, schauen aber aus wie überdimensionale Ratten und werden im Delta des Mackenzie zahlreich mit Fallen gefangen. Aus den Fellen werden Bekleidung und Decken gemacht, im 18. Jahrhundert war so eine Pelzkappe der letzte Schrei in Europa und in Paris galten Handwärmer als besonders elegant. Nun gut, "Muskrat Skinning" als Wettbewerb, wo eine 83-jährige Frau gewinnt: Zeit 1:20 Minuten! Sie erzählt, dass in der Saison bis zu 100 muskrat's an manchen Tagen von ihr aufgearbeitet werden. Ich glaube, beim Essen in Fort McPherson waren dann die nackerten im Topf...

Weiter im Programm: Es folgen Fisch filetieren und Gans rupfen. Alles Tätigkeiten, welche von den Frauen hier je nach Saison dann täglich gemacht werden. Und es ist einfach die Geschicklichkeit, mit der hier gearbeitet wird - einfach bewundernswert! Müßig zu erwähnen, dass auch beim Fisch und bei der Gans die Älteren am schnellsten waren.

Zwischendurch, so als Auflockerung fürs Publikum, zeigen junge Burschen akrobatische Einlagen auf der Bühne. Einbeinsprung - in etwa 1,80 Meter Höhe mit einem Fuß ein Fellknäuel berühren, dann das ganze mit zwei Beinen gleichzeitig - allerdings etwas tiefer. Standspringen, Armranggeln und Fußdrücken - alles Spiele, die an den langen, finsteren Winterabenden praktiziert werden. Und dann der Höhepunkt: "Blanket Tossing". Eine runde Felldecke wird von etwa 30 Frauen und Männern rundum gehalten, ein Springer steigt in die Mitte und los geht's! Vier- bis fünf Mal wird nach unten geschwungen und dann auf Kommando hochgeschnellt. Der Springer wird nach oben katapultiert und dreht sich in etwa 5 Metern Höhe rundherum. Der Platzsprecher erklärt den Zuschauern (wahr oder nicht), dass auf diese Art ein Bursch des Dorfes über die Wipfel der Büsche schauen konnte, ob es vorbeiziehende Karibus in der Ferne gibt - denn Leitern gab es aus Mangel an Holz früher nicht. Als Gaudi erzählt er noch, dass bei der Schule die Burschen "Blanket Toss" praktizieren, um zu schauen, wo die hübschesten Mädel zu sehen sind...
Wieder zu erwähnen: Der Springer ist 63 Jahre alt und macht das seit über 30 Jahren auch bei Wettbewerben!


Nun wollen wir aber wieder ein paar Worte zum Wetter schreiben, weil es ja auch wichtig ist - überhaupt so hoch im Norden. Also, Polarbären (oder auch Eisbär genannt) hätten zur Zeit Hitzeprobleme. Nicht nur, dass in Inuvik an 56 Tagen die Sonne für 24 Stunden sichtbar ist, der Juli hat auch die wärmsten Temperaturen: Heute lesen wir 21° in Celsius am Thermometer. Und es ist 20:00 Uhr abends! Doch im Mad Trapper Pub ist es noch heißer, denn eine örtliche Band gibt alte Hadern zum Besten. Daneben wird noch Billard gespielt, TV geschaut - es hängen insgesamt 9 Stück an den Wänden - und der Wochentratsch übermittelt. Wir sitzen bei zwei "Elders", die bereits am Nachmittag im Park dabei waren und jetzt natürlich neugierig sind, wo wir herkommen. "Elders" werden hier die Senioren genannt und in diesem Fall handelt es sich um Seniorinnen - ja richtig, zwei Damen mit Budweiser Bier in der Hand und lustigen Sprüchen auf den Lippen. Der restliche Abend/Nacht oder wie auch immer (siehe Wetter oben und Sonnentage), ist noch recht amüsant. In jedem Fall sind wir nicht im Dunkeln heimgegangen...

Die Rückfahrt nach Dawson City beginnen wir am Sonntag. Wieder sind es drei fantastische Tage, die wir entlang des Dempster Highways erleben dürfen - es ist einfach schön, wenn der Kopf langsam unterwegs ist, es gibt so viel aufzunehmen, aufzusaugen - Nahrung für nicht so schöne Zeiten zu sammeln. Dafür ist eine Landschaft wie diese rund um uns geradezu geschaffen.

Zurück in Dawson steuern wir auf den Midnight-Dome, ein Aussichtspunkt oberhalb der Stadt mit Blick auf Zusammenfluss von Klondike- und Yukon River, sowie weit nach Westen hin ins Yukon Valley. Dort wandert auch die Sonne hin (und geht fast nicht unter), jedenfalls praktiziere ich ein klassisches Mitternachtssonnenbild. Jetzt stellt sich nur noch die Frage, in welcher Zeitzone? Denn wir sind ja nun wieder im Yukon, aber nicht in Alaska, und auch nicht in den NWT. Fragen nach der Zeit stellt man hier nicht - man hat sie.

Fort McPherson

Drum-Dancer begleiten mit monotoner Musik die Feuerzeremonie

 

Fort McPherson

Aufmerksam verfolgen die Dorfältesten die Feier
 

Fort McPherson

Rituelle Gänge und Gebete rund ums Feuer, die Musik steigert sich

 

Fort McPherson

Zu später Stunde unterhalten sich die Männer beim so genannten "Hen-Game"

Mackenzie River Tal

Vor uns liegt der mächtige Mackenzie, der mittels Fähre überquert wird

 

Tsiigehtchic

An der Mündung des Arctic Red Rivers in den Mackenzie liegt dieses Gwich'in Dorf

Tsiigehtchic

Hoch auf den Klippen befinden sich die Kirche und der Versammlungsplatz

 

Tsiigehtchic

Eine Idylle am Dorfrand über dem Ufer des Mackenzie Rivers

Inuvik Einfahrt

Das Ende des Dempster Highway - die Einfahrt in eine überraschende Stadt

 

Inuvik

Die berühmte Iglu-Kirche als Wahrzeichen dieses Ortes

Gwich'in Games

Feuer entzünden, Tee kochen und Bannock machen - ein lustiger Wettbewerb

 

Gwich'in Games

Die Gäste dürfen dann kosten - schmeckt hervorragend!

Gwich'in Games

Pelze von Muskrats sind nach wie vor begehrt für Kleidung und Decken

 

Gwich'in Games

Akrobatische Einlagen von jungen Burschen sorgen für Bewunderung

Gwich'in Games

Alle sind gut gelaunt und unterhalten sich bestens

 

Gwich'in Games

Auch beim Gänserupfen geht es lustig zu

Gwich'in Games

Beim "Blanket Tossing" geht es hoch hinaus

 

Retour am Dempster Highway

Das Abenteuer dauert nochmals 74o Kilometer

16. bis 20. Juli 2008 - Dawson City / Sunnydale

Der Tag beginnt mit Saubermachen: Zuerst wir, später Wäsche in der Laundry, dann die Kabine und zuletzt beim Car-Wash unsere komplette Rosinante. Allein am Unterboden/Fahrgestell brauche ich 15 Minuten, bis der inzwischen hart gewordene Lehm entfernt ist - jetzt schwimmen 10 kg Dempster Highway im Kanal.

Die nächsten Tage können wir bei Eva und Bernd Schmid auf deren Farm verbringen. Wie schon vor 10 Tagen erwähnt, ist ja auch Johann Kaschnitz in Dawson zu Besuch. Er war die vergangenen Tage im Bonanza-Tal bei der kürzlich erworbenen Mine von Bernd und Eva. Dort konnte er seine Leidenschaft zum Baggern voll ausleben, denn es galt eine Art Weg am Bach entlang zu schaffen und einen Damm aufzuschütten. Doch davon später.

Ab Freitag wird in der Stadt ein Musik-Festival veranstaltet und pünktlich am Donnerstag beginnt es zu regnen. Das hält aber Tausende Besucher nicht ab die Stadt zu stürmen - uns schon. Noch dazu wo sich jetzt bei der Fähre alles staut und längere Wartezeiten anfallen. Am Freitag Nachmittag wagen wir dennoch einen Ausflug (45 Minuten bei der Fähre) und erleben die Stadt bei miesestem Wetter. Jetzt können wir uns richtig in die Zeit des Gold-Rush zurück versetzen, als hier alles im Wasser und Schlamm versunken ist. Glücklicherweise gibt es hölzerne Boardwalks (ein Gehsteig aus Holzplanken), jedoch das Queren der Schlammstraße wird zum Glücksspiel. Wir nutzen eine kurze Regenpause für einen Rundgang, der genauso kurz ausfällt wie eben die Regenpause (!), die Fähre treibt uns dann wieder über den Yukon zurück ans Sunnydale Ufer, wo es aber ganz und gar nicht sonnig ist. Wir verbringen einen sehr netten Abend im Haus der Schmid's, Eva kocht hervorragendes Elchgulasch und es gibt viel Stoff für Erzählungen.

Wie ist das so mit dem Leben im Yukon? Bernd und Eva sind seit 20 Jahren hier, da haben die Beiden schon einiges erlebt. Zum Beispiel die langen Wintermonate. Nicht nur, dass es 4 Monate lang recht dunkel ist (um nicht zu sagen finster) und die Temperaturen oft bei 40° - 45° im Minus liegen. Da kommt noch einiges dazu: So etwa die Lage ihres Besitzes am anderen Ufer des Yukon-Rivers. Dieser friert im Spätherbst zu und taut im Frühjahr wieder auf. Während dieser Zeiten ist die Fähre eingestellt - es gibt keine Möglichkeit, die Stadt zu erreichen. Erst wenn der Fluss eine stabile Eisdecke hat, ist eine Querung mit dem Auto möglich. Lebensmittel, Wasser etc. müssen für diese Zeit eingelagert werden, genug Treibstoff für den Generator vorhanden sein. Wenn die Stadt nicht erreichbar ist, kann auch niemand von der Familie zur Arbeit, ihr Sohn nicht zur Schule. Eva erzählt uns, dass die längste Zeit dieses Abgeschnittenseins einmal 9 (neun!) Wochen gedauert hat...

Ein anderes Wort wäre Abgeschiedenheit. Diese bedeutet wiederum: Kein Wasseranschluss, kein Kanal, kein Stromanschluss, kein Telefon. Nun - Wasser wird nach Bedarf im Tank aus der Stadt geholt, Kanal wird mittels Senkgrube gelöst, Strom liefert ein Generator und der schluckt Diesel - also auch da muss ein Tank installiert sein. Telefon gibt es mittlerweile über Funk vom Hausberg über Dawson, aber nur wenn der Generator läuft! So gibt es noch viele Dinge über das Leben im Yukon zu erzählen, von einem Land das nicht nur Träume erfüllen kann.

Mit Gold kann man sich Träume erfüllen - das wird jedenfalls behauptet. Na ja, träumen kostet nichts, doch bis es soweit ist mit dem Erfüllen - da braucht es schon eine große Portion Energie. Jedenfalls haben die Schmids nun so eine Gold-Mine erworben. Man sagt schon Gold-Mine, auch wenn noch gar nichts gefunden wurde, deshalb ist das Wort Claim zutreffender. In einem Seitental des Bonanza-Creek gelegen, unweit der Stelle, wo vor 110 Jahren George Carmack, Skookum Jim und Tagish "Dawson" Charlie grobkörniges Gold gefunden hatten. Ein Omen? Nun, jedenfalls ist da eine Unmenge an Arbeiten zu vollbringen, um überhaupt an das glänzende Metall heranzukommen. Am Sonntag (es regnet fast nicht) fahren wir gemeinsam los. Auch Johnnie Kaschnitz ist mit von der Partie, wir möchten ja sehen, was er in den letzten Tagen alles aufgebaggert hat. Leider haben die Regenfälle der vergangenen Tage das Bächlein gehörig anschwellen lassen und einen Teil der mühseligen Arbeit weggeschwemmt. Trotzdem ist gut zu sehen, wie die Strategie des Goldabbaues ausschaut. Technische Einzelheiten erklären wir jetzt aber nicht, an Hand der Bildergalerie im Anschluss ist aber gut zu erkennen, wie so was vor sich geht.
Bei der Rückfahrt auf der Bonanza Road stoppen wir beim Claim 33, wo ein lustiger Typ einen ebenso lustigen Laden führt und auch "Erklärtes Goldwaschen" anbietet. Bernd arrangiert für Johnnie, Ursula und mich diesen Spaß und einige kleine Goldkörnchen im Glas sind als Andenken nun im Gepäck.

Am Abend gibt es noch etwas zu feiern, nämlich den Geburtstag von Johnnie. Eva hat dafür sogar einen Kuchen gemacht - es wird ein netter, langer Abend in Sunnydale. Unser letzter, denn ab morgen geht es weiter zum nächsten Reiseabschnitt: Nach Alaska.

Am Midnight-Dome oberhalb Dawson City

Ein herrlicher Aussichtspunkt weit hinaus ins Tal des Yukon Rivers

 

Midnight Dome

Eine klassische "Mitternachtssonne" exakt um 24:00 Uhr aufgenommen - Yukon Zeit!

Sunnydale Viewpoint

Dawson City wie eine Spielzeugstadt von der Sunnydale Seite - rechts oben der Klondike River

 

Dawson City

Klondike Kate's ist ein beliebter Treffpunkt bei Reisenden

Dawson City

Historische Holzhäuser prägen das Stadtbild
 

 

Dawson City

Hier hat angeblich Jack London gelebt und seine Romane geschrieben

Dawson City

Schiefe Häuser oder Hausfronten sind oft zu sehen - eine Folge des auftauenden Bodenfrostes

 

Dawson City

Ein Geschäft für alles - der örtliche Markt an der Front Street

Bernd Schmid's Werkstatt

Hier steht das Ungetüm einer Sluice-Box, wo das Gestein in der Mine gewaschen wird - hinten Schotter hinein, vorne gefiltert wieder raus

 

Bernd Schmid's Werkstatt

Bei diesen Sieben wird Grob und Fein getrennt, auf Matten der Sand gefiltert und eventuelles Gold bejubelt

Die "Bonanza Mine"

Unter dem Permafrost-Eis ist harter Fels sichtbar - der wird in der Sluice-Box bearbeitet

 

Der Baggerfahrer

Johann Kaschnitz in seinem Element "Caterpillar" D6, mit dem der Schotter abtransportiert wird

Eva und Bernd Schmid

Hoffnungsvolle Blicke hinauf in den "Wash" - was kommt da heraus?

 

Gold - Panning

Hier ist es wesentlich leichter und nicht so anstrengend Gold zu waschen (und zu finden!)

Geburtstag "Johnnie" Kaschnitz

Nicht jeder Antheringer kann im Yukon bei den Goldfeldern Geburtstag feiern!

 

Abschied aus dem Yukon

Letzter Blick auf den Zusammenfluss von Yukon und Klondike River

ALASKA

21. bis 31. Juli 2008

Der Morgen beginnt viel versprechend - es scheint die Sonne! Für die Veranstalter des Musik-Festivals in Dawson wie ein Hohn, denn es hat nun seit Donnerstag jeden Abend geregnet. Für uns jetzt Glück, denn wir müssen einpacken und die Kabine aufladen. Nach einer herzlichen Verabschiedung verlassen wir Sunnydale und es geht gleich hinauf auf den Top of the World Highway. Und es geht tatsächlich hinauf, zuerst auf 900 Höhenmeter und dann hinein in die Regenwolken. Gerade auf dieser Strecke kommt Regen sehr ungelegen. Es ist Schotter/Lehmfahrbahn und die Ausblicke rundum wären wirklich "Top of the World", nämlich einzigartig! Hin und wieder ist der Horizont erkennbar, links und rechts weite, grün bewachsene Täler mit kleinen Bächen und Flüssen drin, aber meistens bleibt es trüb. Kurz vor der Grenze zu Alaska/USA ein letzter Aussichtspunkt zurück in die unermessliche Natur des Yukon, die Fortsetzung davon folgt im Westen - Natur kennt keine Grenzen.

Für den folgenden Reiseabschnitt haben wir etliche Änderungen eingeplant. Dafür gibt es einige Gründe. Zum einen sind es die nach wie vor horrenden Benzinpreise, denn auch trotz sinkendem Rohölpreis (jawohl, wir lesen manchmal Zeitung!), bleibt fürs Reisepublikum das Barometer oben - und klettert sogar noch ein wenig. So sparen wir uns etwa 1.500 Straßenkilometer und denken einfach an das Jahr 1997 zurück, als wir Denali und die Kenai-Halbinsel bereist haben. Zum anderen sind es die Wettervorhersagen, die für Alaska - auch wenn es noch so riesig ist - ziemlich eindeutig im schlechtesten Bereich liegen. Speziell der Süden liegt ja im Einfluss des Pazifiks und da kommt Grausliches herein. So bleibt der Wrangell - St. Elias National Park und Valdez mit den umgebenden Gletschern des Columbia Eisfeldes. Nun ja, wird sich der/die eine oder andere jetzt denken, Valdez liegt ja auch im Süden? Das schon, aber wir haben nun ja mehr Zeit fürs Wetterwarten.


Der Grenzübertritt ist recht formlos. Wieder ohne fingerprints etc., nur mit der ernst gemeinten Frage, ob wir Waffen dabei haben...? Nachdem nun Schweizer Messer nicht als Waffen eingestuft werden, können wir diese Frage ruhigen Gewissens mit Nein beantworten und der Weg nach Alaska ist freigegeben. Die Straße bleibt weiter oben auf den Bergen und ändert seinen Namen auf Taylor Highway bei der Kreuzung nach Eagle. Der Regen jedoch bleibt nicht oben, die Räder von Rosinante pflügen durch den Gatsch, dass es ein Freude ist. Erst bei der sanften Abfahrt zum Örtchen Chicken lichten sich ein wenig die Wolken und wir kurven nach Downtown Chicken hinein. Eigentlich sollte dieses Dorf ja "Ptarmigan" heißen, so wie das hier lebende Gebirgsschneehuhn. Doch den Siedlern von einst war die Aussprache zu mühsam, Hendl bleibt Hendl und der Ort heißt seither Chicken! Und wie es sich für spaßige Leute gehört, ist auch die Ansiedlung recht spaßig anzuschauen. Besonders der Chicken Saloon ist das reinste Sammelsuriums-Museum mit Kopfbedeckungen, T-Shirts und sonstigen Bekleidungsstücken (auch Unterwäsche) von Besuchern aus aller Welt. Auch eine Tankstelle befindet sich im Dorf und der Gallonenpreis ist höher, als ein Chicken fliegen kann: USD 5,24 !!!

Die Weiterfahrt entlang der Zubringerflüsse des Fortymile-Rivers in Richtung Tetlin Junction gestaltet sich leider recht trostlos. Im Jahr 2004 wüteten hier und in weiten Teilen Alaskas riesige Waldbrände, die hauptsächlich durch Blitzschlag entstanden sind. Insgesamt brannte im August eine unvorstellbare Fläche von 6,2 Millionen Acres - ein Acre entspricht etwa 4.050 m2 !!! Soweit das Auge reicht sehen wir nur verkohlte Baumstrünke, wo dazwischen allerdings bereits zartes Grün empor sprießt. Dank dem derzeitigen Dauerregen wird das ja nun ziemlich schnell wachsen...

Ein kurzes Stück sind wir am Alaska Highway nach Tok unterwegs, wo wir im Besucherzentrum natürlich gleich wieder Wettervorschau betreiben. Keine Änderung: Es bleibt auf der nassen Seite und auch die Temperaturen rasseln nach unten - wir kaufen in Gedanken bereits Schiunterwäsche.
Tok Cutoff - so heißt das kommende Stück Straße in Richtung Süden, welches nach dem Mentasta Pass bis zum Ort Slana im Jahr 2002 bei einem heftigen Erdbeben ziemlich mitgenommen wurde. Alaska zieht Naturkatastrophen wohl regelrecht an? Zurück zum Highway, der an manchen Stellen einer sanften Hochschaubahn gleicht und unsere Rosinante zu manchem Hupfer verleitet. Bei Slana hupfen wir dann weg vom Highway und beschließen, die ersten Meilen auf der Nabesna Road ostwärts zu fahren. Diese Straße führt 42 Meilen weit direkt in den National Park der Wrangell - St. Elias Mountains und bietet entlang der Mentasta Berge Wildnis-Wanderungen und vor allem fantastische Ausblicke auf Mt. Sanford (4949m) und Mt. Wrangell (4317m). Voraussetzung: erraten - schönes Wetter! Aber das wollen wir ja abwarten. An einem so genannten "Primitive Camp" parken wir ein, Abendessen wird zubereitet und natürlich der Himmel in jede Richtung nach Wolkenlöchern abgesucht. Plötzlich rumpelt es an der Kabine und an der Eingangstreppe sind laute Geräusche. Ursula schaut beim rückwärtigen Fenster raus und schreit auf: "Ein Bär!" Tatsächlich - ein Schwarzbär steht mit den Vorderpfoten auf der Alustufe, anscheinend hat ihn Essensgeruch hergelockt. Wir machen Lärm, der Bär springt weg, ich öffne die Tür und brülle laut hinaus - der Schwarze trollt sich langsam in die Büsche, er dreht sich nochmals um, dann ist er verschwunden. Outdoor-Toilette für heute gestrichen!

Kein Spitzel in den Wrangell's zu sehen, die Wolken beginnen bereits im Tal, am Dach von Rosinante trommelt es monoton - das ist der Mittwochmorgen. Wir fahren nach Slana zurück und besuchen die Rangerstation des National-Parkes. Dort hängt eine Wettervorschau für fünf Tage im Voraus und das Symbol ist stets das gleiche: Nämlich eine schwarze Wolke mit kleinen Stricherl unten dran. In Worten ausgedrückt allerdings Abwechslung zwischen rain und shower. Auf unsere Frage nach dem Unterschied antwortet lächelnd die Rangerin: "Well, rain does not stop..." Unser Entschluss ist schnell gefasst - Weiterfahrt Richtung Valdez. Und damit erst recht in die Waschküche des Prince William Sound. Überraschend ist die Landschaft rund um den Thompson Pass, etwa 45 km vor Valdez. Zwar ist der Übergang nur 845m hoch, doch ist er die Wetterscheide vom Pazifik zum Binnenland (heute unterscheidet er gar nichts). So fallen hier im Winter bis zu 12 Meter Schnee (Alaskas Schneeloch !!!) und die Pass-Straße ist oft tagelang gesperrt. Insgesamt 9 Gletscher reichen von den umliegenden Bergen herunter, einer davon - Worthington - ist auf einem kurzen Weg erreichbar. Wir trotzen Wind und Regen und stapfen zum Gletscher, der allerdings nur hauchdünn zu sehen ist. Kurz hinter der Passhöhe liegt der schönste Campingplatz Alaskas am Blueberry Lake - so wird er jedenfalls beschrieben. Jetzt treiben Nebelschwaden über den See, die Sicht rundum ist gleich null, der Regen wechselt fast schon zu Schnee. Ein paar Zelte (brrr) und ein Wohnmobil, das sind die einzigen Gäste heute.


Die Stadt Valdez wartet mit viel Geschichte auf. Captain Cook segelte in das heutigen Valdez-Inlet, spanische Explorer kamen über die Berge, russische Jäger siedelten um 1800 in der Gegend. Später kamen Goldsucher aus dem Süden und die Armee baute einen Stützpunkt an der Bay. Daraus entwickelte sich ein kleines, reges Hafenstädtchen, welches im März 1964 bei einem Erdbeben vollkommen zerstört wurde. Etwa sechs Kilometer weiter südlich wurde eine komplett neue Stadt aufgebaut, die einen Höhepunkt erlebte, als 1973 beschlossen wurde die Alaska Pipeline zu bauen. Valdez wurde zum südlichen Terminal bestimmt, da die Bucht ganzjährig eisfrei bleibt. In aller Welt (negativ) bekannt wurde die Stadt, als am 24. März 1989 der Tanker Exxon-Valdez auf das Bligh-Reef auflief und eine der größten Umweltkatastrophen der amerikanischen Geschichte verursachte. Später erfahren wir dann, dass diese Tragödie durch menschliches Versagen hervorgerufen wurde - der Kapitän wollte eine Abkürzung nehmen...

Soviel - oder so wenig - zur Geschichte, heute beschäftigt uns ganz was anderes! Guess what? Ja natürlich, das Wetter. Unverändert tiefe Wolken über der gesamten Bucht, Regen - nein diesmal showers (sie stoppen öfters für 20 Minuten!) und Temperaturen so weit unten, dass wir den Kühlschrank in der Rosinante eigentlich abdrehen könnten. Überaus optimistisch buchen wir für den Samstag die Bootstour zum Columbia Gletscher und zur Glacier Island. Wenn schon kalt - dann richtig! Die Regenpausen nützen wir zu kurzen Wanderungen und zum Besuch der Salmon Hatchery (Lachs Aufzucht Station) am gegenüber liegenden Ufer der Bucht. Solomon Creek Gulch - so heißt der Bach, der sich durch eine Schlucht seinen Weg zum Pazifik gebahnt hat. Und knapp vor der Mündung sind die Laichplätze der Pink- oder Humpback Salmon, welche ab Mitte Juli hierher zurückkehren. Das Gedränge ist fast nicht zu beschreiben: Tausende Fische klatschen im seichten Wasser Körper an Körper dicht gedrängt über die Steine. Männliche Lachse haben eine Art Buckel hinter dem Kopf und sind hellgrün gefärbt, die Weibchen bleiben silbrig und sind schmäler. Scharen von Seemöwen sind ebenfalls hier und vervollständigen das unglaubliche Spektakel, denn sie hacken im seichten Wasser auf die Fische ein, ziehen diese dann an Land und das große Fressen beginnt. Weiter draußen kreisen Bald Eagles (Weißkopf Seeadler) und holen sich ebenfalls relativ leichte Beute aus dem seichten Wasser. Mehrere Schilder und Warntafeln weisen darauf hin, dass auch Bären in der Gegend sind, doch sind die eher am späteren Abend zu sehen. Als Vervollständigung der Szenerie sind dann noch Dutzende Fischer anwesend, die jedoch einen Respektabstand von 300m zur Bachmündung einhalten müssen - nah genug, um dennoch Lachs für Lachs herauszuholen. Vielleicht ist der Abstand auch wegen der Bären gedacht?


Samstag Morgen, es regnet was nur geht. Unsere Tour beginnt um 13:00 Uhr - nein, Stornierung wegen Regen ist nicht möglich. Um 12:00 Uhr wechselt der Regen zu shower (siehe oben), eine Stunde später das gleiche Bild. Ok, wir gehen an Bord der "Lu Lu Belle", Captain Fred und Besatzung (zwei Mädels!) heißen uns willkommen, Schwimmwesten etc. werden erklärt. Ursula und ich haben im Speisesalon Platz gefunden, eine angelaufene Fensterscheibe trennt uns vom grauslichen Regen. Die Ausfahrt aus der Bucht von Valdez dauert etwa 2 Stunden, bevor Glacier Island erreicht ist. Der Kapitän ist ein großartiger Entertainer - besser würde Schmähführer klingen - und erzählt Amüsantes am laufenden Band. So nehmen wir zur Kenntnis (wir lächeln bereits dabei), dass so ein Wetter eigentlich ganz normal ist, dass Gletscher rundherum eben viel Wasser abgeben und dass dieses manchmal zuerst nach oben gelangt, bevor es dann wieder in den Pazifik zurückkehrt. Das ist die alaskanische Umschreibung für Dauerregen! Doch man glaubt es kaum - bei der Insel nieselt es nur mehr ganz leicht, ein Aufenthalt an Deck ist ohne Gummibekleidung möglich! Als erstes erblicken wir eine Kolonie Puffins (Hornlunde), die vor uns an den Felsen nisten. In zwei Buchten daneben liegen Stellers Seelöwen und lassen bei unserem Anblick ein lautes Gegröle los. Besonders die Bullen sehen es gar nicht gern, wenn da so Boot vor ihrem Revier herumschaukelt. Plötzlich ertönt Captain Freds Stimme durch den Lautsprecher, er hat Wale hinter uns gesehen. Geschickt manövriert er seine "Lu Lu Belle" an die riesigen Tiere heran: Es ist ein weiblicher Grauwal mit einem Jungen! "...here we go, it's tale-time!" erschallt es und bevor der Wal abtaucht, geht die gewaltige Schwanzflosse in die Luft. Ein Bild, das auch Dauerregen rechtfertigt...

Das Columbia-Eisfeld hat sich weit zurück gezogen, eine etwa 3x3 km große Fläche vor dem Gletscherende ist mit Eisbergen aller Größen bedeckt. Langsam tastet sich das Schiff näher und wir können rundum die schillernden Farben des Eises bewundern. Und es regnet nicht mehr !!! Ach ja, hier geht ja zu allererst alles Wasser nach oben - haben wir doch fast vergessen. Ein besonders kecker Eisberg ist das Ziel des Kapitäns. Dieser Klotz ragt senkrecht wie eine Bleistiftspitze empor, ist hellblau und obenauf sitzt ein Seeadler. Ehrlich, kein Scherz: ein Seeadler! Zuerst glaube ich, dass er eine Attrappe ist (und einige andere Gäste auch), doch er bewegt sich tatsächlich - das Foto in der Galerie zeigt ihn dann, ohne Bewegung natürlich. Nun werden "Stand By Pictures" gemacht: Gäste vor den Eisbergen mit Rettungsring plus Bootsname in der Hand, oder wer möchte, mit einem Schild: "Merry Christmas" steht darauf. Fred erzählt, dass dies ein beliebtes Motiv für Weihnachtskarten sei - Amerikaner lieben so was! Wir wählen Rettungsring.

Bei der Rückfahrt schippern wir noch am Terminal der Oilindustry Company Arco vorbei. Ein kleinerer Tanker legt gerade an, die richtig großen Brummer sind nur einmal pro Woche zu sehen. Fred nennt Zahlen, Gewichte, Registertonnen usw., doch das würde zu weit führen, alles hier anzuführen. Mich beschäftigt nämlich hauptsächlich der Umstand, warum gerade hier in Valdez, wo sooo viel Öl die Pipeline runterkommt, warum gerade hier der Treibstoff teurer ist, als in den restlichen Staaten??? Captain Fred meint dazu, dass es beim Öl nicht den Bonus eines "factory outlets" gibt...


Am Sonntag verlassen wir Valdez und halten noch im Tal des Valdez-Gletschers, etwa neun Kilometer von der Stadt entfernt. Im Jahr 1898, als der große "Goldrush" Richtung Klondike ausbrach, sind auch viele der Glücksucher in Valdez gelandet. Der einzige mögliche Pfad ins Innere Alaskas war damals über den Gletscher. Von 4.000 Leuten wird berichtet, die den Weg mit schwer beladenen Schlitten in Angriff nahmen, nur etwa 300 schafften den Übergang zum heutigen Copper River und gründeten dort den Ort Copper Center. Es war ein riesiges Desaster. Ein Jahr später begann die U.S.Army eine andere Route zu erkunden. Zwei Jahre später war der Valdez Trail soweit fertig, dass er mit Pferdefuhrwerken befahren werden konnte. Es war die Route des heutigen Richardson Highway, der durch den Keystone Canyon und über den Thompson Pass ins Copper Valley führt - für die folgenden 43 Jahre die einzige Straße ins Landesinnere! Eine Geschichte beschreibt die erste Reise mit Pferdeschlitten-Fuhrwerken im Jahr 1907 von Valdez nach Fairbanks. Ausgestattet mit Pelzdecken und Fußwärmern waren die Passagiere nur acht Tage dafür unterwegs. Heute sind wir unterwegs, zwar nicht nach Fairbanks, aber wieder retour über den berüchtigten Thompson Pass. Unweigerlich folgt jetzt wieder eine Wetterbeschreibung und das braucht eigentlich nicht näher beschrieben zu werden: Weiterhin showers und dazu Nebel - das Herz des Reisenden ist hoch erfreut, das Hirn enorm motiviert! Nachzutragen ist noch ein Einkauf von 1,5 Liter "Canadian Mist" im Liquor Store von Valdez. Nein - wir kaufen nicht kanadischen Nebel (den haben wir ja in natura und zwar alaskanisch), das ist die Marke eines ausgezeichneten Whiskys. Als Wettertröster.

Vom Richardson Highway zweigt die Straße nach Chitina ab. Hier ist der Beginn der McCarthy Road zu den aufgelassenen Kupferminen von Kennicott im National Park Wrangell-St. Elias. Im Jahr 1997 haben wir mit Hieronymus den Anfang bis zur Brücke über den Chitina River gemeistert, dann hat uns ein Schaden am Getriebe zur Aufgabe gezwungen. Heute versuchen wir erst gar nicht die 60 Meilen nach McCarthy zu rumpeln - die Straße ist durch zahlreiche "Washouts" nur schwierig zu passieren. So steuern wir erneut nach Norden zur Nabesna Road und hoffen dort auf besseres Wetter. Gleich zu Beginn der Straße gibt es am Slana River ein Wilderness Camp, wo wir hoffentlich ohne Bärenbelagerung die Nacht verbringen wollen.

Es ist sieben Uhr morgens am 29. Juli (hey Nina - alles Gute zum Geburtstag!), durch die Seitenfenster erblicken wir blauen Himmel, es gibt keine Wolken und das aller-, allerbeste ist durch die Baumwipfel zu erspähen: die SONNE! Woouuhh - nichts wie hinaus und auf den kleinen Hügel rauf - da sind sie: Mount Sanford und daneben Wrangell, in allerschönster weißer Pracht, makellos und völlig frei erheben sie sich aus der Ebene. Was für ein Anblick! Auch wir beide sind ein toller Anblick - wir stehen im Schlafleiberl draußen, aber in der Einsamkeit sieht das ja eh keiner. Laut unserem Road Guide gibt es etwa ab Meile 15 einige Camps mit Wandermöglichkeiten und so steuern wir bald los. Die Ausblicke erzwingen laufend Stopps, die gewaltigen Berge mit den strahlend weißen Schnee- und Eiskappen sind einfach überwältigend. Oberhalb des Kettle Lakes fällt der Entschluss: Wir bleiben hier, genießen die Sonne, die Ausblicke, die Wärme, die Natur - und den Elch, besser Elchdame die gemächlich über die Straße trottet und uns anschließend neugierig mustert. Was für ein herrlicher Tag nach den vielen (es waren 12) regnerischen.

Unser handgeschriebenes Tagebuch, das von Ursula geführt wird, hat auch Wettersymbole am Anfang und Ende jeden Tages. War es gestern eine riesige Sonne mit vieeelen Strahlen, so ist es heute morgen eine graue Wolke. Die echten Wolken sind ganz tief herunten, fast meint man, sie tanken ihren Inhalt im Copper River auf. Zurück am Glenn Highway, der in diesem Abschnitt Tok-Cutoff heißt, erreichen wir wieder Tok und den Alaska Highway. Nun geht es endgültig zurück, der Umkehrpunkt unser Transamericana liegt bereits hinter uns. Auch wenn wir aus früher erwähnten Gründen einige Reiseziele in Alaska gestrichen haben, bleibt es dennoch für uns "The Last Frontier" mit einer allerdings undefinierbaren Grenze, nämlich wohin?  Mehr Natur, mehr Erlebnis in Geschichte, die auch noch für uns nachvollziehbar ist und mehr Freiheit in vielen Belangen kann man sich im engen Europa eigentlich fast nicht vorstellen. Und das Wetter - da reden wir jetzt einfach nicht mehr drüber.

Chicken Saloon

In einem Ort, der eigentlich "Ptarmigan" heißt, gibt es immer was Lustiges zu sehen

 

Chicken Gasprice

Das Benzin ist bleifrei, höchstens der Preis reißt ein Loch...

Alaska Pipeline

Vergeblich haben wir ein Loch zum Anzapfen gesucht

 

Mineral Creek Trail

In Valdez kommt überall Wasser runter - hier allerdings recht malerisch

Valdez Harbour

Die örtlichen Fischerboote werden am Abend startklar gemacht

 

Valdez - Snowmobil

Für die Wartung der Pipeline braucht es im Winter diese Ausrüstung

Valdez Sommerkleidung

Regen, Nebel, 12 Grad - der Sommer hält Einzug in der Stadt

 

Salmon Run

Laut Bericht der Zuchtstation sind es Millionen von Pink-Salmons, die jährlich hierher zurückkommen

Pink- oder Humpback Salmon

Erschöpft von der langen Wanderung aus dem Nordpazifik kann man den Lachs mit der Hand fangen - aber nicht behalten!

 

Weisskopfseeadler

Ein Bald Eagle hat freie Wahl zwischen den aufsteigenden Fischen
 

Lachs lockt an

Auch etwas größere Tiere finden sich am Salomon Gulch zur Lachsmahlzeit ein

 

Lu Lu Belle Bootstour

Gewaltige Bullen bei einer Kolonie Stellers Seelöwen verteidigen mit Gebrüll ihren Harem

Lu Lu Belle Bootstour

Grauwal mit Jungem - Seite an Seite vor dem Boot

 

Am Columbia Gletscher

Riesige Eisblöcke lösen sich vom Gletscher und treiben in der Bucht

Eisadler

Keine Attrappe - der ist echt, aber eventuell angefroren...

 

Lu Lu Belle Bootstour

Ein arktisches Foto gehört dazu, wenn der Kapitän sich da hineinwagt

National Park Wrangell-St. Elias

Mount Sanford (4949m) in seiner ganzen Pracht - der Blick von unserem Camp an der Nabesna Road

 

National Park Wrangell-St. Elias

Der Rücken rechts ist der eisbedeckte Vulkanschild des Mount Wrangell (4317m)
 

Besuch am Campplatz

Auch diese Elchkuh genießt die warme Sonne und wünscht einen schönen Tag

 

Tetlin Wildlife Refuge

Letzter Abend in Alaska - nach 12 Tagen hat es die Sonne doch noch gut mit uns gemeint

Tetlin Wildlife Refuge

Abschied aus Alaska und übers Wetter wird nicht mehr geredet

 

Grenze Alaska - Yukon

Man braucht keine Papiere, um sich von den USA nach Kanada die Hand zu reichen


Reisetagebuch Übersicht