Im Bandipur Nationalpark überqueren wir die Grenze zum Bundesstaat

Karnataka

Bedingt durch schlechte Straßen und Baustellen brauchen wir für die knapp 160 Kilometer nach Mysore über fünf Stunden. Mysore ist die drittgrößte Stadt in Karnataka mit knapp 1 Mio. Einwohner und ein wichtiges touristisches Zentrum mit vielen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung. Wir beginnen am nächsten Morgen mit dem Besuch von Chamundi Hill, einer 1062 m hohen Erhebung etwas außerhalb der Stadt. Oben befindet sich der Chamundeshwari-Tempel, ein wichtiges Pilgerziel aus dem 12. Jahrhundert.

Teezeremonie

Vor der Weiterfahrt in Richtung Karnataka bereitet sich Reiseleiter Balaram einen Tee zu

 

Bandipur National Park

Indische Mungos sind ständig in Bewegung auf der Suche nach Fressbarem

Bandipur National Park

Ein Weibchen der Gattung Axishirsche mit einer auffälligen gefleckten Fellzeichnung

 

Bandipur National Park

Wieder ein Weibchen - diesmal aus der Gruppe der Sambar-Hirsche

Chamundi Hill

Imposant ist die Statue des Mahishasura, ein König mit Schwert und Kobra

 

Chamundi Hill

Der Tempel ist Durga gewidmet und man kann auch über 1000 Stufen auf den Berg hochsteigen

Chamundi Hill

Laut Erklärung des Reiseleiters ist es der einzige Gopuram mit einer Glocke (im ersten Fenster)

 

Chamundi Hill

Wie bei jedem Tempel werden direkt davor Opfergaben gefertigt und verkauft

Chamundi Hill

Besonders hübsche Körbe mit Bananen, Kokosnuss und Blumen werden angeboten

 

Chamundi Hill

Für die Blumen gibt es auch andere Liebhaber...
 

Chamundi Hill

Ein 5m hoher Nandi Bulle aus einem Stück Granit gehauen und mit Öl behandelt - daher schwarz

 

Mysore - Hotel Lalita Mahal Palace

Diesen ehemaligen Palast ließ der Maharadscha von Mysore für seine Gäste erbauen

Zum Lalita Mahal Palast, der heute als feudales Hotel geführt wird, erklärt uns der Reiseleiter, dass hier auch für nicht vegetarische Gäste gekocht werden konnte, was ja im Stadt-Palast nicht möglich war: Der Maharadscha war strenger Vegetarier!

Nun steht ein Besuch einer besonderen Tempelanlage am Programm: In Somanathpura, etwa 35 km von Mysore entfernt. Es ist eine der besterhaltenen Anlagen aus der Hoysala Architektur. Auf der Fahrt dorthin queren wir durchwegs Bauernland, wo zur Zeit emsig in den Reisfeldern gearbeitet wird.

Reisfelder

Reisanbau und Reisernte erfolgen in einem stetigen Zyklus - hier wird gepflügt und bewässert

 

Reisfelder

Frauen setzen in frischen Feldern die Setzlinge - uns schmerzt der Rücken beim Zuschauen

Reisfelder

Der einfache Holzpflug wird von zwei Ochsen durch die Felder gezogen

 

Reisfelder

Doch gibt es auch motorisierte Zugfahrzeuge, wenngleich die recht urtümlich aussehen

Somnathpur - Keshava Tempel

Einer der perfektesten Tempel in der Hoysala Kultur ist dieser aus dem 13. Jh.

 

Somnathpur - Keshava Tempel

Die gesamten Außenflächen sind mit einem beispiellosen Motivreichtum versehen

Somnathpur - Keshava Tempel

Im Inneren sind unglaublich präzise gearbeitete Skulpturen aus Speckstein (Steatit)

 

Somnathpur - Keshava Tempel

Die sternförmigen Außenhallen und die Plattform darunter eignen sich für ein Familienfoto

Somnathpur - Keshava Tempel

Der Eingang zum Säulensaal dessen Dach von 18 Säulen getragen wird

 

Somnathpur - Keshava Tempel

Bei Gummibärchen aus Europa gibt es nur lachende Kinder

Im Zentrum der Stadt Mysore besuchen wir den Palast Amba Vilas. Hier residierte der Maharadscha des ehemaligen Fürstenstaates Mysore. Nachfahren des Maharadschas bewohnen noch heute einen Teil des Palastes. Erbaut wurde er von 1897 bis 1912 im indo-sarazenischen Stil, dessen Grundriss an jenen des Buckingham Palastes in London erinnert. Auf dem Palastgelände befinden sich auch 12 hinduistische Tempel. Verschwenderische Pracht sowohl außen als auch innen zeugen vom luxuriösen Lebenswandel der Mysore-Herrscher um die Jahrhundertwende. Im Inneren des Gebäudes ist jedoch Fotografierverbot, die Kameras müssen bei einer eigenen Stelle abgegeben werden - gegen Gebühr natürlich.

Danach ist der berühmte Devaraja-Markt im Herzen der Stadt unser Ziel, wo täglich eine unüberschaubare Fülle an Obst, Gemüse, Blumen, Gewürzen und noch vieles mehr angeboten wird.

Palast Amba Vilas

Der dreistöckige Palast wird von mehreren Marmorkuppeln gekrönt

 

Palast Amba Vilas

Der Sri Shveta Varahaswami Tempel auf dem Palastgelände

Palast Amba Vilas

Der Haupteingang aus Richtung Stadtzentrum wird nur bei speziellen Zeremonien geöffnet

 

Palast Amba Vilas

Durch eines dieser äußerst schmucken Seitentore betritt der normale Besucher das Gelände

Devaraja Markt

Duftende Gewürze und eine Vielzahl von färbigem Pulver - die Verwendung wird unten geschildert

 

Devaraja Markt

Tausende Blüten werden zu kunstvollen Girlanden und Ketten gebunden

Devaraja Markt

Diese Girlanden dienen zum Schmücken von Häusern und Autos, z.B. bei Hochzeiten

 

Devaraja Markt

Betelnüsse als ganzes und gehackt, die dann in Blätter eingerollt werden

Devaraja Markt

Die Blätter vom Betelpfeffer, die zusammen mit der Nuss den Sirih (Betelbissen) ergeben

 

Devaraja Markt

Bananen in allen Reifestadien werden in riesigen Mengen gehandelt

Devaraja Markt

Alles von der Bananenstaude wird verwendet, auch Stamm und Blüte, genannt Bananenherz

 

Devaraja Markt

Gepresster Rohrzucker wird zusammen mit Gewürzen zu Kräuterbonbons verarbeitet

Devaraja Markt

Auf den Eingangsstufen des Marktes bieten Frauen ebenfalls ganz frische Waren an

 

Devaraja Markt

Allgegenwärtig sind Rinder, die Heruntergefallenes sofort verspeisen

Wenn im März der Vollmond am indischen Himmel steht, wird es Zeit für das Holi-Festival, auch Fest der Farben genannt. Vor diesem indischen Frühlingsfest bekommt man Pulverfarbe zu kaufen, die am fünften Tag nach Vollmond mit Wasser vermischt wird und so zum Einsatz kommt: Ausgelassen feiernde Inder besprengen und bestreuen sich gegenseitig mit knallbuntem Puder in den Farben des Regenbogens, denn an diesem Tag sind alle Schranken durch Geschlecht, Alter und gesellschaftlichen Status aufgehoben. Auch vor neugierigen Touristen macht man nicht halt, wie wir drei Tage später in Bangalore erfahren werden...

Doch vorerst verlassen wir Mysore in Richtung Hassan. Da wir genügend Zeit haben, plant unser Reiseleiter zusätzlich einen Besuch der Tempelanlage Ranganatha Swamy in der Ruinenstadt Shrirangapattana ein. Im Anschluss führt die Reise nach Shravanabelgola, zum wahren Höhepunkt des heutigen Tages: Die Statue des 18m hohen Gomateshvara auf einem der fünf Tempelberge, welcher über 650 in Granit gehauene Stufen erklommen werden muss - und das nur mit Socken!

Ranganatha Swamy

Der eindrucksvolle Gopuram (Torturm) flankiert von mächtigen Mauern

 

Ranganatha Swamy

Die 894 errichtete Tempelanlage zählt zu den bedeutendsten in Karnataka

Shrirangapattana

Die ehemalige Hauptstadt (1610 bis 1799) des Mysore-Reiches liegt am Fluss Kauveri

 

Shrirangapattana

Dort werden die ehemaligen Befestigungsmauern zum Trocknen der Wäsche benutzt

Shravanabelagola

Schon von Weitem ist die 18m hohe Statue auf dem Vindyagiri-Hill zu sehen

 

Shravanabelagola

Diesen Granithügel erklimmt man über 650 Stufen - geordnet im Einbahnsystem

Shravanabelagola

Die Mittagshitze ist erheblich und die Steinstufen glühen durch die Socken

 

Shravanabelagola

Auf dem gegenüber liegenden Chandragiri-Hill stehen ebenfalls sehenswerte Jain-Tempel

Shravanabelagola

Bekannt ist die Anlage für die 18m hohe Figur des Gomateshwara, die um 980 n.Chr. entstanden ist.

 

Shravanabelagola

Der Koloss wurde aus einem einzigen Stück Granit herausgehauen und ist völlig unbekleidet

Shravanabelagola

Ein Jain-Priester klärt uns über den tieferen Sinn der Meditation von Bahubali (sein 2. Name) auf

 

Shravanabelagola

In der Mitte der Stadt zwischen den Hügeln liegt der quadratische Tempelteich

Hotel Sandesh the Prince

Für zwei Nächte sind wir in diesem Stadthotel in Mysore untergebracht

 

Ashok Hotel

In einer wunderschönen Gartenanlage liegt dieses Hotel in Hassan

Wir befinden uns nun in Hassan, einer touristisch wenig interessanten Stadt. Doch zwei Ausflüge in die nähere Umgebung nach Belur und Halebid sind wegen der einzigartigen Tempelanlagen aus der Hoysala-Zeit äußerst lohnenswert. Auch wenn es wieder heißt: Schuhe ausziehen...

Beide Orte sind heute unscheinbare Dörfer. Jedoch zwischen dem 12.Jh. bis ins 14.Jh. waren sie abwechselnd Hauptstädte des gesamten Hoysala-Reiches.

Belur - Chennakesava Tempel

Der Eingangsturm wird gerade geputzt und frisch gestrichen

 

Belur - Chennakesava Tempel

Auf abenteuerlichen Gerüsten turnen die Arbeiter in luftiger Höhe herum

Belur - Chennakesava Tempel

Der Hauptschrein ist dem Gott Vishnu in seiner Gestalt als Chennakesava geweiht

 

Belur - Chennakesava Tempel

Mit äußerst filigranen Figuren ist der Haupteingang zum Tempel geschmückt

Belur - Chennakesava Tempel

Zahlreiche Reliefs und Dämonen-Figuren sind rundum am Außengang zu sehen

 

Belur - Chennakesava Tempel

Im Innersten des Hauptschreins befinden sich unter der Decke kunstvolle Speckstein Figuren

Belur - Chennakesava Tempel

Der Tempel wird noch aktiv genutzt und deshalb auch sorgfältig gepflegt

 

Belur - Chennakesava Tempel

Vor dem Eingang zum Tempelkomplex gibt es natürlich viele Souvenirs zu erwerben

Halebid - Hoysalesvara Tempel

Ebenfalls ein Meisterwerk der Hoysala-Architektur ist dieser nicht mehr aktive Tempel

 

Halebid - Hoysalesvara Tempel

Ein riesiger Stier - Nandi - überbringt die Wünsche der Gläubigen an Gott Shiva

Halebid - Hoysalesvara Tempel

Wiederum begeistert der aufwändige Skulpturenschmuck an den Außenwänden

 

Halebid - Hoysalesvara Tempel

Elefanten und vielerlei Fantasie-Tiere über denen Göttinnen und Götter thronen

Von Hassan bis Bangalore beträgt die Entfernung etwa 170 km. Doch die chaotische Hauptstadt von Karnataka empfängt uns mit total überlasteten Straßen, wo es kaum ein Weiterkommen gibt. Knapp fünf Stunden brauchen wir bis wir ziemlich geschlaucht das Zentrum erreichen. Die knapp 9 Mio. Einwohner zählende Stadt, und damit die drittgrößte Indiens, ist mit dem Verkehrsaufkommen restlos überfordert und auch der Bau einer Metro wird das kaum verbessern.

Unser Fahrer startet zu einer kleinen Rundfahrt, vorbei am Parlament und dem Justizgebäude - aussteigen ist nicht möglich, da rundum eine riesige Baustelle besteht. Nach dem Besuch von drei Tempeln und dem ausgedehnten botanischen Garten Lal Bagh (laut Reiseleiter ist er an die 100 ha groß), erreichen wir das Hotel ziemlich nahe der Mahatma Gandhi Road, die ihrem Ruf als Einkaufsmeile mehr als gerecht wird. Der letzte Abend in Südindien liegt vor uns.

Bangalore

Das Parlamentsgebäude mit protzigen vier Goldlöwen auf der Kuppel

 

Bangalore

"Regierungsarbeit ist die Arbeit Gottes" - wie ist das wohl gemeint?

Bangalore

Der vollständig aus Holz erbaute Palast wurde unter Tipu Sultan im Jahr 1791 vollendet

 

Bangalore

Der Sri Venkatamarana Tempel ist dem Gott Hanuman geweiht

Bangalore

Hanuman ist ein wichtiger hinduistischer Gott in Gestalt eines Affen

 

Bangalore

Im Sri Big Bull Nandi Tempel sitzt ein riesiger Bulle der als Begleiter und Reittier Shivas verehrt wird

Bangalore

Damit er nicht durch die Tempeldecke wächst, hat man ihm Metallspitzen auf die Hörner montiert

 

Bangalore

Gleich daneben ist der Sri Balanjaneya Swamy Tempel mit überaus bunten Figuren

Bangalore

Eine seltene Darstellung ist Ganesha (li) mit seinen Eltern Shiva und Parvati

 

 

Bangalore

Die Beiden feiern ausgelassen das Holi-Fest und sind über und über mit Farbe angeschüttet - wir sind nur knapp einer Farbattacke entkommen!

Bangalore ist also nun der Schlusspunkt einer wunderbaren Reise. Bangalore ist aber auch Lärm, Abgase, unvorstellbares Gewühl auf den Straßen - ein erschreckender Kontrast zu den stillen Tagen der letzten Wochen. So sind wir froh, dass wir diese Stadt rasch verlassen, um später im Flieger und Zuhause alle Eindrücke aus den Tagebüchern wieder aufrufen zu können. Ja, und natürlich die Bilder...

Wir denken auch zurück an die Zeit vor 25 Jahren, als wir das erste Mal mit unserem Camper Hieronymus auf diesem Subkontinent gereist sind. Damals schrieben wir als letzte Worte ins Reisetagebuch:

"Wer einmal nicht nur mit den Augen, sondern auch mit der Seele in Indien gewesen ist, dem bleibt es ein Heimwehland" - ein schöner Satz von Hermann Hesse.

Und auch dieses Mal soll er am Ende einer Reise stehen, die uns durch ein zauberhaftes Süd-Indien geführt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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