Weiterreise in Kerala

An die sechs Stunden dauert die Fahrt aus den Bergen wieder zurück an die Küste. Diesmal auf die Westseite des Landes - an die Arabische See. Unser Ziel liegt südlich von Kochi, früher Cochin, an den Backwaters. Heute soll ein Höhepunkt der Reise stattfinden, nämlich die Fahrt mit einem Hausboot plus Übernachtung. Beschrieben wird das im Reiseprogramm nun folgendermaßen: "...friedlich gleiten wir vorbei am satten Grün der Reisterrassen, an dicht bewachsenen Ufern und Kokospalmen, deren Wipfel sich manchmal in der Mitte des Wasserweges berühren. Es bietet sich immer wieder Gelegenheit ein kleines Dorf zu besuchen, die bunten Häuser der Fischer und Bauern, die farbenprächtigen Hindu-Tempel oder die bizarr bunten Kirchen der indischen Christen zu bewundern."

Leider kommt es anders und das Abenteuer Hausboot wird zur großen Enttäuschung. Das zwar recht komfortable Boot mit klimatisierten(!) Kabinen kurvt vier Stunden über eine Lagune, stoppt einmal bei einer Kirchenruine und legt dann beim Haus des Bootsbesitzers an - das war's! Auf Nachfrage erklärt der Skipper, dass wir ja bis zum Abendessen ins Dorf spazieren könnten, dort gibt es einen Tempel zu besichtigen...
Nun, die folgenden Bilder zeigen eben keine Reisterrassen, keine sich berührenden Kokospalmen, keine bunten Häuser und keine farbenprächtige Hindutempel.

Das Fahrer/Reiseleiter Team

Heute verabschiedet sich der Super-Fahrer Simsen (links) von uns - er übernimmt eine andere Tour

 

Backwater Hausboot

Auf so ein Luxusboot werden wir geleitet und sind noch allerbester Stimmung

Backwater Hausboot

So sieht eine "bizarr bunte christliche Kirche" aus - aber immerhin sind Palmen zu sehen

 

Backwater Hausboot

Dicht bewachsen sind die weit entfernten Ufer und wie hier von Kormoranen bevölkert

Backwater Hausboot

Auf offener See - nein, es ist eine Lagune - und weit und breit keine kleinen Dörfer zu sehen

 

Backwater Hausboot

Hier sieht es zumindest nach Fischer aus und es ist zugleich die Anlegestelle für die Nacht

Backwater Hausboot

Mit der Morgensonne sind die ersten Fischer in der Lagune unterwegs

 

Backwater Hausboot

Auch die riesigen Netze werden kontrolliert und der Fang abtransportiert

Backwater Hausboot

Diese Hebenetze sind einfache, aber sehr effektive Konstruktionen

 

Backwater Hausboot

Unweit von unserer Anlegestelle liegt ebenfalls ein Luxus-Hausboot vor Anker

Im Reiseprogramm wird uns mitgeteilt, dass wir nun die Idylle der Backwaters verlassen und nach einer kurzen Fahrt die Hafenstadt Kochi (Cochin) erreichen. Nach einigen Besichtigungen in den alten Vierteln rund um das Fort, besuchen wir schräg gegenüber unserem Hotel ein Theater: Eine Kathakali Tanzaufführung steht am Programm. Eine aufwändige Schminkprozedur am Anfang kann bereits fotografiert werden, bevor die beiden Tänzer mit ihrer Vorführung beginnen. Eine Besonderheit ist, dass weibliche Figuren meist von Männern getanzt werden.

Kathakali Tanzaufführung

Mehr als 60 Minuten dauert das Auftragen der Schminke und das Kostümieren

 

Kathakali Tanzaufführung

Er stellt einen Pachcha dar - leuchtend grün geschminkt und ein guter Charakter

Kathakali Tanzaufführung

Begleitet von Trommelschlägen spielen und tanzen pantomimisch die Darsteller

 

Kathakali Tanzaufführung

Es werden fast ausschließlich Dämonen oder Götter aus der hinduistischen Mythologie dargestellt

Auf Willingdon Island befinden sich umfangreiche Hafenanlagen, die Kochi zur bedeutendsten Hafenstadt Keralas machen. Doch für uns ist der Strand vor Fort Kochi sehenswert, wo zahlreiche Fischer mit riesigen Netzen hantieren. Sie werden Chinesische Fischernetze genannt und wurden bereits im 13. Jh. dort errichtet. Die schweren, zum Teil aus Holz gefertigten Konstruktionen, an denen diese Netze hängen, werden vor allem während der Flut genutzt und sind auf einer Länge von etwa 500 Metern installiert. Es ist faszinierend den Fischern bei der Arbeit an den 10 Meter hohen Netzauslegern zuzusehen. Gleich neben den Fangnetzen werden die Fische weiterverarbeitet oder verkauft.

Chinesische Fischernetze

Etwa zehn Meter hoch ist der Ausleger an dem das Netz befestigt ist

 

Chinesische Fischernetze

Mit Muskelkraft, dem Gewicht der beiden Männer und etlichen Steinen wird das Netz gesenkt

Strand von Fort Kochi

Auch die typischen Holzboote sind zahlreich im Einsatz um Fisch zu fangen

 

Strand von Fort Kochi

Die kleineren Fische werden am Strand getrocknet und gesalzen

Strand von Fort Kochi

Mancher Korb mit frischen Fischen findet daneben gleich einen Abnehmer

 

Strand von Fort Kochi

Größere Mengen werden hier bei einer Art Auktion versteigert

Chinesische Fischernetze

Ein besonderes Erlebnis ist der Sonnenuntergang am Strand

 

Chinesische Fischernetze

Akrobatisch turnen die Männer im Licht der untergehenden Sonne auf dem Ausleger

Chinesische Fischernetze

Hier sind am linken Rand gut die Steingewichte zu erkennen

 

Chinesische Fischernetze

Die Silhouetten der Netze und der Halterungen werden immer markanter

Ein herrlicher Tag geht mit diesem Bild zu Ende

St. Francis Church

Die erste europäische Kirche auf indischem Boden, mit dem Grabmal von Vasco da Gama im Inneren

 

Santa Cruz Basilica

Sie ist eine der acht Basiliken in Indien - erbaut von den Portugiesen im gotischen Stil

Santa Cruz Basilica School

Bereits im Jahr 1888 wurde eine Schule am Gelände der Basilika erbaut

 

Santa Cruz Basilica School

Die jungen Mädchen haben sichtlich Spaß mit unseren Ansichtskarten aus Österreich

Fort Kochi

Mama trägt zwar einen Helm, doch der nützt der Mitfahrerin wenig

 

Fort Kochi

Dafür ist dieser Transport mit vielen Airbags bestens ausgestattet

Fort Kochi

Ein Sadhu, der das weltliche Leben großteils aufgegeben hat und asketisch lebt

 

Fort Kochi Restaurant

Wir verhalten uns wenig asketisch und trinken unerlaubterweise Bier aus der Teekanne

Das "Teekannen-Bier" muss näher erläutert werden. In Kerala werden Lizenzen für den Ausschank von Alkohol seit etwa drei Jahren nur streng kontrolliert ausgegeben. So hat es unser Reiseleiter erklärt. Viele Hotels und Restaurants, die keine Lizenz erhalten, greifen zu dieser Methode: Bier in der Teekanne, aus dem Häferl getrunken! Man glaubt gar nicht, wie viele Touristen da auf einmal Tee trinken...

Nach einer Besichtigungstour durch Old Fort Kochi mit Dutch Palace, Synagoge, St. Francis Church und Santa Cruz Basilica steht heute ein Besuch im Hinterland auf dem Programm. Das Dorf Kumbalangi wird per Boot angesteuert und wir erfahren unter anderem, was alles aus der Kokosnuss gemacht werden kann.

Dorf Kumbalangi

Dies ist nun wirklich idyllisches Backwater, wo sich kleine Dörfer unter Palmen verstecken

 

Dorf Kumbalangi

Unter sattgrünen Kokospalmen werden hier Fische, Krabben und Shrimp gezüchtet

Dorf Kumbalangi

Mit Hilfe einer abenteuerlichen Metallkonstruktion erklimmt der Mann die Palme

 

Dorf Kumbalangi

Ein Bündel Kokosnüsse wird an ein Seil gebunden, abgeschnitten und zu Boden gelassen

Dorf Kumbalangi

Palmenblätter werden geteilt und dann weiter verarbeitet - Bilder dazu kommen weiter unten

 

Dorf Kumbalangi

Eine Krabbe wird präsentiert - allerdings kommt diese aus dem Käfig im Hintergrund

Dorf Kumbalangi

Demonstration eines Wurfnetzes, mit dem Shrimps vom Boden des Teiches gefischt werden

 

Dorf Kumbalangi

Aus dem geriebenen Fleisch der Kokosnuss wird Kokosmilch hergestellt

Dorf Kumbalangi

Die Fasern der inneren Schale werden nach dem Einweichen in Salzwasser weich geschlagen

 

Dorf Kumbalangi

Im Anschluss folgt die Verarbeitung zu Schnüren und starken Seilen

Dorf Kumbalangi

Einfachste, aus Holz gebaute Gerätschaften  kommen dabei zum Einsatz

 

Dorf Kumbalangi

Aus den harten Teilen der Blätter entsteht mit geschickten Händen ein kleiner Korb

Dorf Kumbalangi

Geflochtene Palmblätter werden vielfach als Wände bei kleinen Hütten verarbeitet

 

Dorf Kumbalangi

Mehrfach übereinander gelegt soll es sogar ein stabiles Dach ergeben

Heute am Morgen verabschiedet sich unser Super-Reiseleiter Sacha und wir werden vom Fahrer Mudschib an die 30 Kilometer entfernte Cherai Beach gebracht. Zwei Nächte im wunderbaren Resort dienen der Entspannung und die Arabische See vor der Tür verleitet natürlich zum Schwimmen. Aber nicht nur zum Schwimmen, wie wir später bei den Einheimischen sehen - aber alles der Reihe nach.

Fähre zur Vypeen Island

Dichtes Gedränge auf der Fähre, die uns über die Hafeneinfahrt von Kochi bringt

 

Backwaters bei Cherai Beach

Ein sehr stilvolles Hausboot liegt hinter der Hotelanlage vor Anker

Cherai Beach Resort

Gepflegte Bungalows unter schattigen Palmen in der weitläufigen Anlage

 

Cherai Beach Resort

Wir genießen die Ruhe nach den doch etwas anstrengenden Tagen

Cherai Beach

Zwei Fischer mit einem einfachen Holzboot und ein Schleppnetz an Bord

 

Cherai Beach

Drei Stunden später wieder am Strand mit einem beachtlichen Fang

Etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang füllt sich der Strand. Mit Autos, TukTuk, Fahrrädern, ja sogar mit Bussen kommen unzählige Menschen aus der Umgebung zum Strand. Ganze Schulklassen sind ebenfalls dabei. Es ist Freitag Abend und wir erfahren, dass viele das Wochenende für einen Ausflug an die Arabische See nutzen. Ein Bad oder auch nur das Waten durch knietiefes Wasser gehört dazu - egal ob die Kleidung nass wird! Denn ein Badeanzug ist für eine Inderin tabu, bei den Männern reicht ein Tuch oder die normale Hose. Und so erleben wir ein lustiges Spektakel vor der Kulisse der untergehenden Sonne.

Cherai Beach

Hunderte fröhliche Menschen tummeln sich im warmen Wasser

 

Cherai Beach

In bunte Saris gekleidete Frauen und Mädchen genießen die ausgelassene Stimmung

Cherai Beach

Es gibt nette Unterhaltungen und natürlich dann ein schönes Foto - und das gegenseitig

 

Cherai Beach

Hübsche Motive am laufenden Band gibt es strandauf und strandab

Cherai Beach

Fröhliche Schulkinder warten artig darauf, dass die Lehrerin mit ihnen zum Wasser geht

 

Cherai Beach

Ein paar Worte Englisch hat jedes Kind parat und für ein Foto sitzt man gerne still

Cherai Beach

Besonders neugierig sind natürlich die Buben und vor allem sehr selbstbewusst

 

Cherai Beach

Mit der besten Freundin ist es ja gleich doppelt so lustig!

Cherai Beach

Nun sind die Schulkinder mitsamt Lehrer am Wasser und haben ihren Spaß

 

Cherai Beach

Das Kleidungsstück wird nur ausgewrungen, den Rest erledigt der Wind

Cherai Beach

Diese jungen Studentinnen sind aus Kochi und bestürmen uns mit vielen Fragen über Europa

 

Cherai Beach

Langsam nähert sich die Sonne dem Horizont weit draußen am Ozean

Unheimlich stolz sind diese Burschen auf ihre Sixpacks und ich muss die Frage beantworten, ob ich schon mal so schöne gesehen habe. Nein, so was gibt es in Europa nur sehr selten...

 

Hier, am Strand von Cherai endet der erste Teil der Reise. Vier Leute aus unserer Gruppe fliegen morgen nach Deutschland zurück. So bleiben also nur mehr drei Teilnehmer, die ins Hochland von Karnataka weiter reisen - ein neuer Reiseleiter und Fahrer werden uns morgen abholen.

zu Teil 3 - erneut Tamil Nadu

 

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