Reisetagebuch Mai 2008

20. bis 31. Mai - State of Florida

Der Flug in die USA ist wie befürchtet sehr zeitaufwendig: Von der Abholung in Anthering bis Ankunft in Lakeland/Florida vergehen 26 Stunden - davon sitzen wir aber nur ganze 12 im Flieger! Nun gut - so haben wir mehr Zeit, uns auf den ersten Schock vorzubereiten. Das sind die Treibstoff-Preise. Sagenhafte USD 3,70 bis 4,00 für die Gallone Normalbenzin, das sind über den Daumen gerechnet 1 Dollar für den Liter. Das schmerzt die amerikanische Seele, ist doch ein Achtzylinder noch immer das Maß aller Dinge. Kleinlaut geben wir zu: Auch unsere Rosinante fällt in diese Kategorie...

 

Bei unseren Freunden in Lakeland sind wir herzlich willkommen. Mit Terryl und Janet, sowie Magda, Lorel und Tommy teilen wir die nächsten Tage ihr Haus. Viele amtliche Wege stehen ab jetzt auf dem Programm, das Auto wird neu versichert und angemeldet, mein Führerschein verlängert (mit der Florida driver license gibt es 35% Rabatt auf die Versicherung) und vor allem braucht unser Gespann - zur Erinnerung: es heißt Rosinante - ein gründliches Service inklusive neuer Reifen. Die alten "Michelins" hat die Sonne zersetzt, mit denen sind wir gerade noch zur Werkstatt gekommen, wo der Mechaniker nur noch den Kopf geschüttelt hat.

 

Am 29. sind wir on road und richten den Kühler gleich nach Norden. Hier in Florida heißt aber Norden nicht gleich kühl - der nächste Schock körperlicher Natur folgt. Zwischen 34° und 36° mit einer Luftfeuchte von etwa 90% sind stark gewöhnungsbedürftig. Und vor allem fühlen sich in diesem Klima besonders die ganz kleinen Tiere am wohlsten: black flies, sand flies, mosquitos und sonstige Lästlinge verrichten ganze Arbeit an uns. Bei mir zähle ich am Samstag 84 Bisse, bei Ursula schaut's ähnlich aus - nämlich wie die Masern! Nur - Masern jucken weniger...

 

Eine schmale Halbinsel im Golf beherbergt einen wunderschönen State-Park: Saint Joseph. Ein Stellplatz unter Pinien und praktisch vor der Haustür ein meilenlanger Strand mit weißem Puderzucker Sand - das alles lockt uns für zwei Tage hier zu bleiben. Das Sonnenschutzmittel ersetzt nun das Insektenschutzmittel...

Die Golfküste wurde im August 2006 vom Wirbelsturm Katarina schwer in Mitleidenschaft gezogen. Auf der Weiterfahrt durch Alabama und dann in Mississippi sind noch die Folgen vereinzelt zu sehen. Während die Schäden an menschlichen Bauwerken noch behoben werden, hat die Natur viel, viel schneller ihre Wunden geheilt. Dichtes Grün überwuchert abgerissene Bäume und nur wenige kahle Flecken erinnern an die ungeheuerliche Wucht, mit der Katarina hier gewütet hat. Unseren ursprünglichen Plan nach New Orleans zu fahren ändern wir deshalb ab. Zu viele schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit an diese Traumstadt würden darunter sehr leiden. So haben wir mehr Zeit für die River Road in Louisiana und Mississippi - immer entlang am gleichnamigen Strom. So genannte Antebellum Häuser oder Plantation Homes sind hier zu bewundern. Manche werden als Hotel oder Guesthouse geführt - eine Übernachtung würde unser Budget von zwei Wochen verschlingen...


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