Reisetagebuch Oktober 2008

01. bis 09. Oktober - Neuengland-Staaten in den USA - Boston - Washington D.C.

Die Grenzstation ist vor einer Brücke, auf der anderen Seite liegt die Stadt Calais. Ein Beamter winkt uns in eine Bucht, Kameras sind oben, unten und seitlich installiert. Es folgen die üblichen Fragen des Woher und Wohin, wann wir aus den USA wieder ausreisen, sprich nach Europa zurückkehren usw. Auch ob wir Zigaretten und Alkohol mitbringen...? Na ja, es macht nicht wirklich Sinn, doppelt teures Bier aus Kanada zu importieren, oder? Nach exakt drei Minuten sind wir fertig, die Schwelle im Boden senkt sich und wir rollen auf amerikanischen Boden. Zur Erinnerung: Am Flughafen hat die Einreiseprozedur fast 60 Minuten gedauert - allerdings mit Handgepäckkontrolle und Leibesvisitation. Hier hat niemand ins Auto oder in die Kabine geschaut, kein Sprengstoffcheck oder Röntgengerät, kein Scanner oder sonstiges High-Tech Gerät hat uns durchleuchtet. Das verleitet zum Nachdenken. Warum am Flughafen, aber am Landweg nicht?

Nach Visitor-Center und Bankbesuch halten wir beim ersten Supermarkt. Es gilt wieder Frischware einzukaufen, unser Gemüsevorrat wird mit Produkten aus Maine aufgestockt. An der Kasse, in der Warteschlange hinter uns, treffen wir den Grenzbeamten von vorhin mit seiner Frau beim Einkauf. Lächelnd schaut er auf die beiden Kartons mit Bierdosen auf dem Laufband vor uns:"... it's pretty cheap in the States, is'nt it?"

Highway No.9 ist unsere Route und bis zur Stadt Bangor führt diese durch herrlich gefärbten Herbstwald. Wir haben eine Broschüre vor uns, die die besten Plätze auflistet um im Bundesstaat Maine die Foliage zu sehen. Das ist genau nach unseren Vorstellungen, denn diese Tipps sind alle abseits der Hauptreiserouten angesiedelt. So gelangen wir eigentlich ziemlich gemütlich ins Cumberland-County an der Grenze zum Bundesstaat New Hampshire. Pleasant Mountain heißt unser Ziel und verspricht nach einem schönen Aufstieg am Ledgers Trail durch dichten Ahornwald eine herrliche Rundumsicht. Es ist der 2. Oktober - Ursula feiert ihren Geburtstag mit einer Wanderung! Und der Herbst beweist seine Fähigkeiten als Maler eindrucksvoll. Unten Pappelwald noch im leichten gelbgrün, bei etwa 700 Höhenmetern starten dann Ahorn und Espe ein wahres Feuerwerk, welches am Gipfel bei 1200 Metern in sämtlichen Rottönen zu bewundern ist. Die Sonne zeigt sich auch von der besseren Seite, die bedrohlichen grauen Wolken werden vom frischen Wind abgedrängt. Wir genießen lange die herrliche Aussicht und erst ein Blick auf die Uhr mahnt zum Abstieg - die Tage werden immer kürzer und ab 18:00 Uhr beginnt es ziemlich rasch einzudunkeln.


Die Weiterfahrt durch New Hampshire gestaltet sich abwechslungsreich und einfach zauberhaft. Immer wieder bleiben wir stehen, um die schönen Häuser und dazugehörigen Gärten zu bewundern. Der Englische Stil ist unverkennbar - unaufdringlich und gediegen präsentieren sich die Anlagen, als Fotograf für ein Lifestyle-Magazin könnte ich hier Tage verbringen. Ein kleiner Ort mit dem Namen Tamworth verleitet zu einem längeren Aufenthalt. Zum einen ist es die Lage am Rand des Whitehorn National Forests, der bis in die Vorgärten vorzudringen scheint. Zum anderen faszinieren uns die Bilderbuch-Häuser hier ganz besonders. Kirche, Museum, Library und Town Hall (auch ein Dorf hat eine Stadt-Halle!) sind großteils Ziegelbauten mit weißem Anstrich und Holzverkleidungen. Großzügige Grünflächen und Teiche laden richtig zum Herumspazieren ein. Nachdem es auch ein winziges Restaurant gibt, bleiben wir kurz entschlossen auch für die Nacht - der Museumsparkplatz wird uns als Stellplatz empfohlen.

Live free or die - das Motto des Bundesstaates ist auf den Kennzeichentafeln am Auto zu lesen. Irgendwie nicht sehr sympathisch und es bedarf einer Frage nach dem Woher. Man hätte es sich denken können. Es stammt aus der Zeit der britischen Kolonialisierung, als eine große Mehrheit der Bevölkerung sich unabhängig von der englischen Krone erklärte. Natürlich waren die Landherren nicht einverstanden und es gab etliche blutige Auseinandersetzungen - eben nach obigem Motto. Das war im Jahr 1776 und es sollte eigentlich 230 Jahre später keinen Anlass mehr geben, sich solch einen Spruch an die Fahnen bzw. an die Nummerntaferl zu heften.

Mit dem nächsten Vormittag endet auch die Beschaulichkeit, mit der wir die Landschaft auf den Nebenstraßen bisher genießen konnten. Highway 93 empfängt uns mit drei Fahrbahnen in den Süden - alle sind dicht befahren. Wir erreichen den Bundesstaat Massachusetts und fahren schnurstracks nach Boston und da gleich mittendurch. Was auf der Straßenkarte aber nicht ersichtlich ist, ist die Tatsache dass Teile von Highway 93 durch Tunnels unter dem Hafenbecken und dem Charles River durchführen. Und da manchmal nur zweibahnig. Eine zusätzliche Baustelle bei einem Tunnel erhöht die Spannung - Adrenalin und Schweißausbruch erhöhen sich schlagartig bei Fahrer und Beifahrer. Na ja, irgendwann ist man durch und so auch wir, die richtige Abfahrt nach Quincy haben wir auch erwischt, nun sollten wir in Richtung Küste unterwegs sein, wo in einem State-Park ein besonders schöner Campingplatz beschrieben wird. Doch kaum ist das T-Shirt unter den Achseln halbwegs trocken, gibt es die nächste Aufregung. Ein sehr lautes, metallenes Schleifgeräusch kurz vor einer roten Ampel schreckt uns auf. Bei der Anfahrt stelle ich fest: "...das sind wir !" und fahre im Schritttempo auf einen Parkplatz. Ich sehe in Gedanken schon alles Mögliche vor mir. Die Realität ist dann einerseits zum Schmunzeln und dann wieder doch nicht. Was ist passiert? Die Halterung des Reservereifens unter der Ladefläche hat sich gelöst, der Bügel mit dem darauf befestigten Rad schleift auf dem Asphalt. Bei Schritttempo nicht das große Malheur - wir denken mit Schaudern zurück an die Tunnels...
Kurz und gut, wir verfrachten das Reserverad gut eingewickelt in die Kabine und erreichen gerade noch bei Tageslicht den Campingplatz. Ziemlich geschafft, verschwitzt und dreckig führt der erste Weg gleich in die Dusche. Dass um diese Zeit fast kein warmes Wasser mehr vorhanden ist (es wird mit Sonnenenergie geheizt) ist egal - eine Dusche mit kaltem Wasser lässt schneller den Blutdruck sinken!


Der Samstag ist ein ausgezeichneter Tag um eine relativ überschaubare Stadt wie Boston zu besuchen. Wobei "relativ überschaubar" sich nur auf die Zahl der Einwohner in der Innenstadt bezieht - nämlich gerade mal 590.000. Denn mit den Suburbs zusammen - Greater Boston genannt - sind es dann doch 5.5 Millionen Menschen, die sich hier angesiedelt haben.
Zurück zum Samstag, der mit herrlichem Sonnenschein aufwartet. Ohne Berufsverkehr gelangen wir problemlos nach Quincy-Adams und zur Metro Station. Ein Tagesparkplatz um USD 5.00 ist auch leicht zu finden und der Zug bringt die Menschen im 10-Minuten Takt ins Zentrum, genau nach Downtown. Mit einem kleinen Plan verschaffen wir uns schnell Überblick, der innere Teil bis zum Hafen hinunter ist leicht zu Fuß zu erkunden. Großzügige Areale sind als Fußgängerzonen ausgewiesen und da herrscht heute Hochbetrieb. Besonders im Bereich von Quincy Market, wo drei pompöse Markthallen aus dem Jahr 1825 nach einer Renovierung in 1997 nun eine einzige Shopping-Mall, dazu unzählige Bistros und Restaurants beherbergen. Viele Gruppen bieten Live-Entertainment, allen voran natürlich Tänzer und Rapper, aber auch Jongleure und alle Arten von Musikern. Wir folgen einem Teil des so genannten Freedom Trails, der an seiner Route zahlreiche historische Gebäude beschreibt. Auch zwei Friedhöfe im Schatten der Hochhäuser gilt es zu besuchen. Auf einem liegen John Phillips, der erste Bürgermeister der Stadt und Samuel Adams, einer der Unterzeichner der Unabhängigkeits-Deklaration begraben. Zu letzterem wird angemerkt, dass die meisten Besucher nur die Biermarke Samuel Adams kennen...

Den späten Nachmittag widmen wir neuzeitlichen Sehenswürdigkeiten. Einige Stationen mit der Metro sind zu fahren, dann befinden wir uns in Fenway Park. Hier ist das beliebteste Ball Field Amerikas beheimatet, nämlich das riesige Baseball-Stadion der berühmten Boston Red Sox! Zur Zeit laufen die Ausscheidungsspiele für die World-Games-Series und die "Roten Socken" sind bereits in der vorletzten Runde. Morgen, Sonntag läuft ein entscheidendes Spiel gegen die California Angels - das Stadion ist mit 36.000 Plätzen restlos ausverkauft! Eine Besonderheit bietet der C-Sektor. Dort ist in der Basis eine Fan-Bar, wo durch ein großes Fenster das Training der Red Sox beobachtet werden kann. Das lassen wir uns natürlich auch nicht entgehen und können dadurch einmal wirklich hautnah am heiligen Baseball-Geschehen teilnehmen! Es wäre aber nicht Amerika, gäbe es da nicht doch eine außergewöhnliche, zugegeben sehr pfiffige Sache. Nämlich die Herren Toilette. Über den beiden Urinalen ist ein Fenster, wo das Spielfeld ausgezeichnet einsehbar ist. So versäumt der zu erleichternde Fan nichts vom Spielgeschehen! Ich habe ein Foto gemacht, ohne Fans natürlich.
Für die Fans gibt es selbstverständlich noch den Merchandising Shop, wo laut Katalog über 170 verschiedene Fan-Artikel verkauft werden. Eigentlich alles, was irgendwie mit Baseball und den Red Sox zu tun hat, ist hier zu haben und natürlich dann auch über Internet zu bestellen. Zugegebe, es fällt äußerst schwer, da ohne irgendwas wieder rauszugehen.
Beim Rückweg zur Metro kommen wir an den Tageskassen vorbei, wo noch eventuelle Restkarten oder Stornierungen am Tag des Spiels erhältlich sind. Wir sehen zwei Zelte, etliche Liegestühle und Schlafsäcke - unerschütterliche Fans, die noch auf eine Eintrittskarte für das morgige Superspiel hoffen.


Der Sonntagmorgen beginnt trüb, graue Wolken am Himmel verdecken die Sonne. Erneut sind wir mit der Metro unterwegs und im Zentrum steigen wir um in die orange Linie. Ziel ist das Gelände der Harvard Universität, die im Jahr 1636 von der Massachusetts Bay Colony als College gegründet und 1780 zur Universität ernannt wurde. Sie ist damit die älteste Universität der Vereinigten Staaten und in heutiger Zeit eine der begehrtesten (und teuersten) Studienplätze der Welt. John Harvard vererbte nach seinem Tod im Jahr 1638 dem College seine gesamte private Bibliothek mit 320 Bänden und die Hälfte seines Grundbesitzes. Die Umbenennung erfolgt 1639 in Anerkennung des Erbes von John Harvard. Auch erwähnenswert: derzeit verfügt die Bibliothek über 14,5 Millionen Bände! Das Gelände, auch Historic Yard genannt, wartet mit einer Vielzahl von architektonisch äußerst interessanten Gebäuden auf und darf jederzeit besucht werden. Nur hinein in die Gebäude - da braucht man einen Studienausweis für den Eintritt. Doch auch von außen strahlt alles eine unglaubliche Würde aus und der Besucher wandelt mit Ehrfurcht über den Campus. Unsere Ehrfurcht legen wir ab, als wir an den umliegenden Museen entlang wieder zurück zum Harvard Square hatschen - harter Asphalt unter den Schuhen macht schnell müde. Bemerkenswert ist allerdings das Carpenter Center for the Visual Arts, das einzige Gebäude in Nord Amerika das nach Plänen von Le Corbusier erbaut wurde. Innen wird gerade eine neue Ausstellung vorbereitet, deshalb bleibt es für Besucher zur Zeit geschlossen. Soll ich sagen Gott sei Dank? Nun in unserem Fall haben wir auch die müden Beine als Ausrede...

Mount Pleasant

An Ursula's Geburtstag erklimmen wir Mount Pleasant im Bundesstaat Maine

 

Herbstausfahrt

Herbst in New Hampshire ist ein Erlebnis für Maler und Fotografen - natürlich auch für Reisende

Tamworth Village

Einen besonderen Reiz üben die wunderbaren Holzhäuser in den ländlichen Gegenden aus

 

New Hampshire

Viele der alten Häuser beherbergen nun Hotels oder Bed & Breakfast - elegant und stilvoll

Dusche mit Vorwarnung

Zumindest ist man auf kaltes Wasser vorbereitet, das in unserem Fall aber nicht auf WARM gewechselt hat

 

Boston

Neue und alte Architektur in einer harmonischen Mischung in der Innenstadt
 

Boston - Downtown

Old State House umgeben von Hochhäusern beherbergt heute ein Museum

 

Boston Marina

Eine besonders schöne Ansicht aus dem quirligen Hafenviertel in Richtung Downtown

Boston Police

Eitle Burschen sind sie allesamt - und erst das Motorrad...!

 

Fenway Park

Heimat der Boston Red Sox - eines der schönsten und ältesten Baseball Stadien in den USA

Baseball im Fenway Park

Beim Training dürfen wir zuschauen - aus der
C-Box Bar unter der Tribüne

 

Boston Red Sox

Das nennen wir einen klassen Service, wenn das Training derart besucht werden kann

Boston Red Sox

Auch die kleinen Fans genießen es, ihre Stars mal näher zu sehen

 

Fenway - Park

Ein besonderer Service: durchs Fenster oben blickt man herrlich aufs Spielfeld

Fenway

Ein Baseball - Stadion inmitten Wohngebiet und Highrisern samt Interstate Highway

 

Harvard University

In diesem Tempel ist die Bücherei der Universität untergebracht - die älteste in den USA

Harvard University

In dieser Umgebung benehmen sich auch die Besucher ehrfurchtsvoll

 

Harvard University

John Harvard wurde mit dieser Skulptur am Campus verewigt

Geistig gestärkt und mutig halten wir mit dem Montagmorgen Verkehr mit, verlassen Boston auf dem Interstate Highway 90, um dann auf I-84 im Staate Connecticut zu landen. Weiter geht's südwärts durch den Staat New York und New Jersey. Den Moloch New York City lassen wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Nach Überquerung des Hudson Rivers gibt es kurze Ausblicke auf Manhattan, doch wir bleiben auf der New Jersey Seite. Ursula und auch ich waren bereits in dieser Metropole und ein Sensations-Sightseeing nach 9/11 liegt uns gar nicht. Ganze 15 Meilen queren wir durch den Winzlingstaat Delaware, erreichen Maryland und schließlich Washington D.C. - wir kreuzen den Mittwoch im Kalender an. Nach dieser Monsteretappe ist uns der Lake Fairfax State Park recht willkommen für unser Basiscamp zum Besuch der US-Hauptstadt. Wiederum heißt es Truck und Kabine zu trennen, denn es gilt mit dem Auto zur Bus Station zu gelangen. Das Unternehmen Hauptstadt starten wir dann am Donnerstag Vormittag.

In der Info-Broschüre über die Transportmöglichkeiten nach Washington D.C. steht geschrieben, dass man sehr zeitig zu den Parkplätzen an den Busstationen unterwegs sein sollte, denn die sind rasch vollgeparkt. Als Empfehlung steht 7:30 Uhr (!) geschrieben.
Nun gut, wir tauchen um 9:30 Uhr bei Monroe Park & Ride auf und stehen prompt vor geschlossenem Schranken. Das Parkhaus plus Gelände ist voll besetzt! Der Security-Officer erklärt uns, dass eben um spätestens 8:00 Uhr alles belegt ist usw. Was tun? Nun erweist sich der smarte Mann als wahrer Gentleman: "...you can park on my spot!", und kurz entschlossen startet er sein Auto und stellt es auf einer Sperrfläche ab. Wir parken hochoffiziell auf einem Mitarbeiter Parkplatz und bedanken uns überschwänglich für diese Nettigkeit!

Der Connector-Bus bringt uns dann zur Metro in West Falls Church und mit der Orange-Line geht's ab ins Zentrum. Nach etwa 35 Minuten steigt man bei Smithsonian staunend an die Oberfläche. Wir stehen auf der National Mall, linker Hand das Washington Monument und an der rechten Seite das State Capitol, schräg gegenüber (aber von hier noch nicht zu erkennen) das Weiße Haus. Nach einer Stärkung und ersten Orientierung im Museum von Smithsonian beginnen wir unseren Rundgang. Das Wetter ist pleasant wie der Amerikaner heute sagen würde und so sind auch viele Touristen auf der National Mall unterwegs. Erste Überraschung dann beim Capitol. Das Gelände ist wegen Vorbereitungen zur bevorstehenden Präsidentschaftsfeier (Inauguration) abgesperrt und nicht zugänglich!? Hey, das findet doch erst im Januar statt? Na ja, eventuell gibt es im Hinblick auf den wahrscheinlichen Wahlsieg von Barack Obama vieles aus dem Kongress rauszuputzen und das ist halt nicht öffentlich. Der Rundgang setzt sich an der nördlichen Seite der Mall - die übrigens eine riesige Rasenfläche ist - weiter fort. Vorbei an der National Gallery of Art mit dem einzigartigen Skulpturen-Garten und weiter zu Museum of Natural History and American History gelangen wir - schon ein wenig erschöpft - zur Ellipse. Das ist die überdimensionale Wiesenfläche vor dem White House, wo es geradezu von Polizisten wimmelt. Näher am Sitz des Präsidenten dann ein halbrunder Bereich, wo sich die Besucher drängen, um durch die Stäbe des massiven Eisengitters ein Bild vom Allerheiligsten in die Kameras zu bekommen. Ich streite ja nichts ab - wir sind auch dabei und ich entdecke noch etwas Urkomisches. Zwischen zwei solcher Eisenstäbe ist ein kleines Kasterl mit einem Druckknopf in der Mitte befestigt. Darüber steht: "Welcome to the White House". Was passiert, wenn ich den Knopf drücke? "... here is the President of the United States, what can I do for you?" Oder geht dann irgendwo eine Türe auf? Das klingt nun doch sehr komisch - aber den Knopf gibt es. In der Fotogalerie könnt ihr nachschauen!

Jetzt umrunden wir das Washington Monument. Ein riesiger Obelisk mit knapp 180 Metern Höhe und im Inneren 897 Stufen - damit ist es das höchste Gebäude der Hauptstadt. Auch ein Lift, der in 70 Sekunden hinaufrauscht, kann uns nicht locken, es schaut einfach seeeehr eng aus da oben! Weiter in Richtung Potomac River liegt das WW II Memorial (Weltkrieg 2) und links und rechts davon die Erinnerungsstätten an Korea und Vietnam - dazu von unserer Seite kein Kommentar. Am Ende des Reflecting Ponds (mit unerwarteten gefiederten Gästen...) besuchen wir das Lincoln Memorial, wo eine überdimensionale Skulptur von Präsident Abraham Lincoln in einer imposanten Säulenhalle zu sehen ist. Und damit ist es genug für uns mit Museen, Präsidenten und Gedenkstätten...

Doch ein Wunsch beschäftigt uns beide trotz müder Beine: der Besuch von Arlington Cemetery mit dem Grabmal von John Fitzgerald Kennedy. Ich kann es nicht genau beschreiben, warum dieser Mann auf mich/uns so viel Anziehung ausübt. Vielleicht, oder sogar sehr wahrscheinlich ist es das Charisma welches von seiner Persönlichkeit noch immer ausgeht - auch 45 Jahre nach seiner Ermordung. Mit der Metro sind wir in kurzer Zeit auf der anderen Seite des Potomac Rivers angelangt, doch dann ist die Enttäuschung groß. Der Friedhof wird aus Sicherheitsgründen bereits um 17:00 Uhr geschlossen, wir sind gerade mal um 10 Minuten zu spät. Na ja, die Erinnerungen an den ersten Besuch an seiner Grabstätte sind noch präsent...

Nach so viel Sightseeing und vielen Fußkilometern sitzen wir kurz entschlossen wieder in der Metro, um an die Rückseite des Capitols zu gelangen. Dort endet die National Railway, heute Amtrak, in der Union Station, welche das Prädikat "Größter Bahnhof der Welt" für sich beanspruchte und glaube ich noch immer beanspruchen kann. Denn nach einer kompletten Renovierung im Jahr 1988 - nachdem das Gebäude fast zum Abriss freigegeben wurde - beherbergt es nun 130 Geschäfte und Restaurants mit 32 (!) Millionen Besuchern pro Jahr. Wie viele davon auch in einen Zug einsteigen wird in der Broschüre nicht erwähnt. Wir jedenfalls besuchen ein Nebengebäude der Union Station, nämlich die Räume der Capitol City Brewing Company. Eh klar, dort wo's Bier gibt, finden wir immer hin! Doch einbilden brauchen sich die Hauptstadt-Brauer nichts auf ihr Getränk - das Essen dort hat uns weit besser geschmeckt...

Washington DC

Das Capitol als Sitz des Kongresses - mächtigstes politisches Instrument der US

 

White House

Wie wir erfahren, ist Nochpräsident G.W. Bush schon am Kofferpacken...

White House

Trotz Dauerklingeln hat uns niemand die Türe geöffnet...
 

 

Washington Memorial

In der Mitte der National Mall steht der steinerne Zeigefinger, in dem man über 897 Stufen hochsteigen kann

National Mall

Vorne der Reflecting Pond, links das Worldwar II Memorial und hinten das Capitol

 

Reflecting Pond

Respektlose Kanada-Gänse benutzen den Pool vor dem Lincoln-Memorial als Badeteich

Abraham Lincoln

Gelassen blickt er von hier aus bis zum Capitol - hat sich einiges geändert seit seiner Amtszeit!?

 

Lincoln Memorial

Ausblick auf die National Mall mit dem steinernen Obelisken hinter dem Reflecting Pond

10. bis 15. Oktober - State of Virginia / Shenandoah National Park

Die Chinesen sind verantwortlich dafür, dass wir heute in diesem einzigartigen Park wandern dürfen. Wie das kommt? Nun, der Reihe nach.

Um das Jahr 1800 lebten etwa 70.000 Menschen in diesem Gebiet, das von reichen Wäldern bedeckt war. Hauptsächlich Kastanienbäume und Ahorn wuchsen hier, zahlreiche Tierarten, darunter auch Bison und Bär, waren in den Wäldern heimisch, kleine Farmen bildeten sich in den Tälern, wo Obstanbau und Viehzucht das Einkommen bestimmten. Die Bevölkerung wuchs, Bodenschätze wurden gefunden, die Ausbeutung begann. Dann tritt die Holzindustrie auf den Plan, rodet riesige Flächen, der Boden trocknet aus, das Wild wird drastisch weniger. Im Jahr 1905 importiert ein Gutsbesitzer schnell wachsende Kastanienbäume aus China und schleppt damit eine Krankheit, nämlich den Mehltau ein, der sich rasend schnell im ganzen Osten ausbreitet. Binnen sechs Jahren waren 80% des Waldes schwer geschädigt oder vernichtet, eine Schweine-Pest kommt noch hinzu - die Menschen ziehen weg und hinterlassen eine öde Landschaft. Im Jahr 1925 beginnen erste Pläne für einen National Park aufzutauchen. Es dauert weitere 11 Jahre, bis im Juli 1936 Präsident Franklin D. Roosevelt den Park entgegen großer Widerstände der verbliebenen Bevölkerung eröffnet.
(Diese Informationen entstammen der Broschüre "Shenandoah History", die vom American Park Network veröffentlicht wird)

Nun gut, die Chinesen sind schuld, dass sich hier ein Juwel der Natur entwickeln konnte. Hier, auf der Blue Ridge, einem vor gelagerten Höhenrücken der Apalachian Mountains zwischen Pennsylvania und Georgia. Bei der Stadt Front Royal beginnt der so genannte Skyline Drive und endet 106 Meilen später in Rockfish Gap. Damit ist Shenandoah der "längste" Nationalpark der Staaten, exakt 170 Kilometer lang! Aber wir haben keinesfalls vor, die Meilen hier einfach abzufahren. Der Park erwartet den Besucher mit mehr als 800 Kilometern Wanderwege der verschiedensten Schwierigkeiten, inklusive einem Abschnitt des 3.440 Kilometer langen legendären Apalachian Trails der vom Bundesstaat Maine durch insgesamt 14 Bundesstaaten bis nach Georgia führt.

Es ist Samstag, vor uns liegt wieder mal ein Long Weekend, denn am Montag wird in den Staaten Columbus Day begangen. Gefeiert kann man nicht gerade sagen, denn laut einer Umfrage wissen nur 60% der Bevölkerung, dass sie diesen freien Arbeitstag Christoph Kolumbus zu verdanken haben, der am 12. Oktober 1492 in der Neuen Welt landete. Einzig in New York gibt es einen Festumzug. Für uns bedeutet allerdings das lange Wochenende, dass wir möglichst rasch einen der vier Campgrounds im Park anfahren müssen, um noch ein Platzerl für uns zu ergattern. Es wird ein knappes Finale - am Mathews Arm Camp sind wir unter den letzten fünf der 167 Sites...
Die folgenden drei Tage strapazieren wir unsere Wanderschuhe in den herbstlichen Wäldern rund um Knob Mountain, der höchsten Erhebung in diesem Teil des Parks. Angesagte Wasserfälle sind um diese Zeit eher schmale Gerinne, die letzten Regenfälle waren vor etwa 3 Wochen. Das lässt uns an dieser Stelle übers Wetter reden. Strahlender Sonnenschein, wolkenloser Himmel, Temperaturen tagsüber an die 20°, nächtens allerdings resche 6° - einfach herrlich! Das führt auch dazu, dass es bei der Verfärbung der Laubbäume zu einer wahren Explosion kommt und täglich intensivere Farben sichtbar werden. An der Ostseite der Blue Ridge sind häufig auch Lärchen anzutreffen, sie wechseln ihre Farbe nun zu einem satten gelb. Vom Park-Ranger an der Eingangsstation des Camps bekommen wir weitere Tipps für Wanderungen zu schönen Plätzen. Die Frage nach seinem favorite trail beantwortet er recht diplomatisch, indem er bemerkt, dass es bei dieser Fülle schier unmöglich ist, einfach den "Besten" herauszufiltern - spielt für uns eh keine Rolle, denn wir empfinden jeden Kilometer, jede Stunde als The Best!

Am Montag abends wird es dann ruhig, der Campingplatz leert sich rasch. Wir packen auch zusammen und genießen eine gemütliche Weiterfahrt auf dem Skyline Drive. Zahlreiche Aussichtspunkte entlang der Strasse verleiten immer wieder zum Anhalten und zum Fotografieren. So ist es nicht verwunderlich, dass wir erst gegen Abend beim Loft Mountain Campground bei Meile 80 eintreffen und einen übergroßen Stellplatz für unsere Rosinante aussuchen - wir haben die Auswahl aus 200 Plätzen, der Rummel des langen Wochenendes gehört der Vergangenheit an. Für den morgigen Tag haben wir einen etwas längeren Trail entlang des Jones Rivers und zu den Doyles Wasserfällen ausgesucht.

Hatten wir zuerst geplant, nach den Doyles Wasserfällen wieder umzukehren und den gleichen Weg retour zu gehen, ändern wir das Vorhaben und gestalten das ganze zu einem Rundweg. Solche Änderungen haben den Vorteil, dass man nie den gleichen Weg zweimal geht. Der Nachteil: es wird meist länger als vorgehabt, in diesem Fall um 2 Meilen. Doch jeder Meter ist es wert, den wir da ins Tal runterkraxeln, (Bäche haben nun mal die Angewohnheit nach unten zu fließen) um bei den zahlreichen Pools und kleinen Kaskaden-Fällen immer wieder anhalten, um diese feenartige Landschaft zu genießen. Der mangelnde Regen der vergangenen Wochen wirkt sich hier nicht so drastisch aus, wie an der Westseite des Parks. Außerdem sind diese schmalen Bächlein inmitten der bunten Blätter von Ahorn, Pappel und Espe viel romantischer und verspielter. Dass es zum Fotografieren noch mehr verleitet liegt auf der Hand. Kurz und gut: Nach knapp sechs Stunden und 12 Wanderkilometern auf und ab langen wir nun etwas geschafft bei unserer Rosinante ein. Doch unser Abendziel liegt nur 60 Kilometer weiter im Städtchen Waynesboro und das liegt am Ende des Shenandoah National Parks - ein wunderbares Stück Natur liegt hinter uns, ebenso fünf traumhafte Wandertage!
Und China ist an allem schuld!

Shenandoah National Park

In traumhaft herbstlicher Umgebung am Mathews Campground fühlt sich Rosinante wohl

 

Shenandoah National Park

Zahlreiche Wanderwege sind in der Umgebung von Knob Mountain zu finden

Herbstfarben

Besonders an den Ahornbäumen sind die Farben nun richtig explodiert

 

Unbekannte Schönheit

Sonne und Trockenheit öffnet die Schale dieser Pflanze und der Wind verteilt die Wattebällchen

Shenandoah National Park

Auf den Big Meadows verfärben sich die Blaubeer-Büsche in satte Rottöne

 

Shenandoah National Park

Eine einsame Margerite umgibt sich mit festlicher Farbe

Jones River

Gerade mit wenig Wasser ergibt der Blätterteppich ein wunderbares Bild im Pool

 

Jones River

Spiegelungen ohne Ende an jeder Stelle des Baches

Doyle River

Ansonsten nackter Fels ergeben die Blätter nun einen bunten Teppich neben dem schmalen Wasserfall

 

Doyle River

Wie aus einer Farbenpalette fließt sanft das Wasser durch die herbstlichen Blätter
 

Shenandoah National Park

Sanfte, dicht bewaldete Hügel erstrecken sich bis zum Horizont

 

Loft Mountain Area

Auch wir begehen Teile des Apalachian Trails, der gut beschildert durch den Park führt

Shenandoah National Park

Nach sechs Tagen Natur pur fällt der Abschied aus dieser Farbenpracht nicht leicht

 

Shenandoah National Park

Die letzte Etappe in Richtung Florida führt uns nochmals an die Atlantikküste

16. bis 25. Oktober - North + South Carolina - Georgia - Florida

Wal-Mart Supermärkte - immerhin über 4.000 in Nordamerika - bieten für RV's (Recreational Vehicle, sprich Camper) einen besonderen Service. Auf den großzügigen Parkflächen wird Overnight Parking gestattet. Für die Durchreise eine ideale, kostenfreie Möglichkeit. So steuern wir in Waynesboro zu Wal-Mart und suchen im hinteren Eck einen ruhigen Platz. Natürlich rechnen die Leute im Supermarkt damit, dass die Besatzung des Vehikels auch einkaufen kommt und damit behalten sie meist recht. Nur mit dem ruhigen Eck behalte ich nicht recht, denn keine 10 Meter entfernt parkt ein Camper-Van ein und lässt den Motor laufen. Nach unserer Rückkehr vom Einkauf brummt der Motor noch immer. Ich besichtige den Störenfried etwas näher und siehe da - drinnen läuft ein TV! Der Motor läuft vier Stunden. Bis Mitternacht.

Blue Ridge Parkway ist die Fortsetzung des Skyline Drive's. Diese Strasse muss man genauer beschreiben, denn sie gehört zu den Dingen, die lediglich in Nordamerika möglich sind. Wie der Name sagt, verläuft der Parkway am Höhenrücken der Blue Ridge, er ist 469 Meilen oder 750 Kilometer lang, es gibt keine Ampeln, keine Werbetafeln, keinen LKW-Verkehr. Er ist nicht direkt ein National Park, fällt aber in eine ähnliche Kategorie und ist damit der schmalste Park in den USA - denn links und rechts der Strasse gehört ein jeweils 100 yard (etwa 91 Meter) breiter Streifen dazu. Ein gutes Stück folgen wir dann dieser Route, beschließen aber bei Roanoke doch auf den Highway 81 aufzufahren - wir wollen ja an die Küste des Atlantiks! An der Grenze zu South Carolina erhalten wir Unterlagen über die State-Parks des Bundesstaates. Drei von diesen Parks sind an der Küste, zwei davon sogar auf Inseln. Da diese Inseln über Brücken erreichbar sind, fällt unsere Wahl auf Hunting Island State Park in der Nähe der Stadt Beaufort.

Und es gibt eine Überraschung. Alle 158 Stellplätze sind besetzt, wir schreiben immerhin den 18. Oktober !? Unsere erstaunte Frage nach dem Warum wird beantwortet: "...now it's the best time for shrimping!" Das ist keine neue Sportart, es handelt sich ums Fangen/Fischen von Shrimps, die zur Zeit Millionenfach an die Küste treiben. Das hat was mit den kalten Atlantikströmungen, dem abnehmenden Mond und den Unterschieden zwischen Ebbe und Flut zu tun. Das dies alles ausgerechnet an diesem Wochenende zusammen trifft...? Nun gut, ab Sonntag gibt es freie Plätze und wir verdanken den an diesem Tag abreisenden Fischern einen Superplatz in der ersten Reihe. Eingesäumt von Sabal Palmetto's und Pinien, vor uns eine sanfte Sanddüne und dann ein breiter, kreideweißer Strand. Meilenweit nach links und rechts! Jetzt haben wir drei Tage Zeit, um unter anderem herauszufinden, wie nun das shrimping gehandhabt wird.

Also, das Zusammenspiel von abnehmendem Mond, Ebbe und Flut zu erklären, sprengt den Rahmen eines Reisetagebuches. Bleiben die Strömungen im Atlantik. Vor allem sind die um diese Zeit ziemlich kalt, Baden ist nur für Abgehärtete eventuell noch ein Vergnügen. Und diese Strömungen treiben nun die Shrimps vor sich her. Dort wo eine Bucht, ein Inlet oder ein Creek ins Landesinnere führt, ist das Wasser tiefer. Sobald nun die Flut einsetzt, füllen sich diese Stellen als erstes mit Wasser - die Fischer sind mit ihren Netzen schon zur Stelle! So einfach ist das, doch bei näherem Hinschauen zweifle ich schon ein wenig an der Sinnhaftigkeit. Die Shrimps sind nämlich winzig klein, gerade mal drei oder vier Zentimeter lang. Viel Spaß beim Schälen...

Für uns sind dies die letzten Tage am Atlantik, ausgefüllt mit langen Strandwanderungen, einfach im Sand liegen, nichts tun - und doch in Gedanken bereits die Rückkehr nach Lakeland zu überlegen. Was gibt es da zu erledigen, was geschieht...? Nein, daran wollen wir erst im allerletzten Moment denken, dann wenn es so weit ist und der Verkauf von Camper und Auto tatsächlich ansteht. So ist es ganz gut, wenn es an diesem Platz nicht langweilig wird. Dafür sorgen auch die zahlreichen Big Riggs rundum, das sind die für europäische Begriffe riesigen RV's im Format eines Reisebusses. Ein besonders eleganter steht in der Nähe unseres Platzes und ich komme mit einem Jungen ins Gespräch. Sein Daddy ist Football Player und dieses Motorhome ist ihr Zuhause auf Rädern, wenn sie von Stadion zu Stadion reisen. Bereitwillig erklärt er mir den Außenbereich, das heißt den Teil des Fahrzeuges, der sich an den Seiten öffnen lässt. Da ist zuerst mal eine komplette Küche mit Kühlschrank, Mikro, Gasherd plus Griller und als Überdrüber ein Geschirrspüler!!! Das alles rollt auf Schienen heraus und ist in Nullkommanix einsatzbereit. Daneben - wie könnte es anders sein - ein Flatscreen-TV plus DVD und eine Audioanlage vom Feinsten mit Dolby-Surround Klang. Wie gesagt, das alles für den Außenbereich, wie mag da wohl erst die Innenausstattung sein? Der Junge errät meine Gedanken und erklärt, dass ich zu Mittag nochmals kommen soll - da ist sein Daddy dann aus den Federn und ich könnte auch drinnen fotografieren. Zu erwähnen sind natürlich auch drei so genannte Slide Outs, die aus dem oberen Teil des RV's ausgefahren werden und so die Breite des Innenraumes verdoppeln - einfach gigantisch. Nun gut, bis Mittag sind wir nicht mehr am Platz und das Innenleben dieser Villa auf Rädern bleibt uns verborgen...


Kleine Nebenstraßen - zumindest auf der Straßenkarte so ersichtlich - führen parallel zu Highway 95 durchs Hinterland. Diese Bezeichnung trifft nicht ganz zu, denn am Ozean liegen so pompöse Orte wie Hilton Head Island und das merkt man auch schon in 30 Meilen Entfernung: Resort neben Resort, Golfplätze ohne Zahl dazwischen und über die erwähnten Nebenstraßen rollen die Nobelkarossen der Bewohner. South Carolinas Goldküste spielt alle Stückerl. Über den mächtigen Savannah River spannt sich eine neu erbaute Brücke - wir erreichen den Bundesstaat Georgia und besuchen die Hafenstadt Savannah. Sie ist eine der ältesten Städte an der Küste und liegt inmitten eines riesigen Deltas von drei Flüssen: Canoochee, Ogeechee und eben Savannah. Das war für die Errichtung eines Hafens für hochseetaugliche Schiffe sehr wichtig und noch heute werden die weit verzweigten Wasserwege zum Transport von Waren benutzt. Allerdings - Baumwolle, wie vor 150 Jahren, spielt kaum noch eine große Rolle. Waren es damals bis zu 6.000 Ballen zu je umgerechnet 380kg pro Tag nach einer guten Ernte, die per Pferdewagen und dann später mit der Eisenbahn antransportiert wurden, so sind es heutzutage vielleicht noch 10% dieser Menge. Allerdings haben sich die Anbauflächen in den letzten 50 Jahren viel weiter in den Westen vorgearbeitet und in New Mexico, Arizona und auch Kalifornien wachsen nun ebenfalls die weißen Wattebällchen. Doch an vielen Ecken an der Riverfront sind noch Überbleibsel aus der Cottonfields Zeit zu sehen, Häuser und Verladestationen präsentieren sich wie ein großes Freilichtmuseum. Die Schwarzen als Baumwollpflücker von einst sehen wir heute als Musiker, Hotelangestellte oder Fremdenführer ein unnachahmliches Südstaatenflair verbreiten - es swingt buchstäblich an jeder Ecke!

Das war nun unwiderruflich der letzte Bundesstaat unserer TRANSAMERICANA, bevor wir wieder Florida - den Ausgangspunkt - erreichen. Im gut gekühlten Welcome-Center am Interstate gibt es zur Begrüßung den obligatorischen und ebenfalls sehr kalten Orangensaft, sowie eine Wettervorschau für die nächsten Tage. Die fällt recht positiv aus, tropische Regenfälle und Hurricans sind nicht zu erwarten. So steuern wir den uns bekannten Ocala National Forest an, um das Camperdasein nach fünf Monaten auch stilvoll zu beenden. Lagerfeuer, Bratpfanne und Steaks - das wird für längere Zeit nun nicht mehr möglich sein. Doch auch jetzt wollen wir keine Rückschau machen, keine Aahas und Ooohs aufzählen und schon gar nicht in Traurigkeit verfallen. Wir genießen einfach so lange wie nur möglich unser "Dasein" - das "Fortsein" ist ohnedies nur ein geografischer Standortwechsel, die Gedanken können bleiben...

Mit diesen Überlegungen schließen wir das Reisekapitel am Samstag, den 25. Oktober, als wir unsere Rosinante auf dem Nachbargrundstück bei Janet und Terryl in Lakeland abstellen. Jetzt folgt ein Abschnitt, der unsere mehrmaligen Aufenthalte in Nordamerika nun wirklich als eigenen Lebensabschnitt beenden wird und gleichzeitig viele Perspektiven für die Zukunft eröffnen kann.

Hunting Island State Park

Ein Platz an der Sonne unter Palmen und Pinien - so herrlich kann Campen sein

 

Hunting Island State Park

Jeden Tag weckt uns die aufgehende Sonne über dem Atlantik

Strandcollage

Der Wind bildet mit dem trockenen Sand und Schilfhalmen wunderschöne Gemälde

 

Camping der größeren Art

Mit so genannten Slide-Outs wird der Innenraum verdoppelt

Ein Fleetwood Luxus-Liner

Luxus und Komfort an allen Ecken bietet dieses Mobil in der Größe eines Reisebusses

 

Eine Küche vom Feinsten

Mit zwei Handgriffen geöffnet - es gleitet eine komplette Küche aus dem Unterbau

Noch ein Fleetwood

Slide-Outs auf der gesamten Länge an beiden Seiten des Motorhomes

 

Savannah

Alte Ziegelbauten in der Downtown, wo viele Handelsfirmen ansässig sind

Savannah

Vom früheren Reichtum zeugt dieser Prachtbau - heute ist eine Bank darin (späterer Reichtum)
 

 

Savannah

Old Cotton Exchange - Umschlagplatz für riesige Mengen an Baumwolle, die von der Bahn aufs Schiff geladen wurden

Savannah

Heute wird der Fluss auch touristisch genutzt - Raddampfer bringen Nostalgie ins 21. Jahrhundert
 

 

Happy Campers

Mit Maskottchen Washi (Waschbär) hatten wir einen guten, weil nicht dreinquatschenden Reisebegleiter

Baseball und die Präsidentenwahl in den USA - das Ende der TRANSAMERICANA

Ich weiß nicht, was die Gemüter der Amerikaner zur Zeit mehr bewegt - Sport oder Politik. Beides ist derzeit überall präsent. Sei es in Zeitungen, Fernsehen, bei Partys, in den Schulen, einfach überall und wie es scheint rund um die Uhr.

Soweit der Text, den ich noch in Florida begonnen habe zu schreiben, aber nicht zu Ende gebracht habe. Warum? Erraten: Baseball!

Die World-Series nähert sich dem Höhepunkt, das heißt die zwei besten Mannschaften aus den beiden Ligen des Landes kämpfen um den heiß begehrten Titel. Nachdem unsere Favoriten, die Boston Red Sox, gegen die Tampa Bay Rays aus Florida ausgeschieden waren, fiebert nun Florida den Begegnungen mit den Phillies entgegen. Der Modus lautet Best of Seven, das heißt es werden maximal sieben Spiele ausgetragen, außer eine Mannschaft hat vorzeitig schon vier Siege erreicht. Nun wollen wir aber den Leser dieser Zeilen nicht mit Spielregeln und dergleichen belehren, wir fassen zusammen: Es ist unglaublich spannend !!!

Insgesamt fünf Abende sitzen wir (manchmal auch ich nur mehr alleine) von 20:30 Uhr bis weit nach Mitternacht vor dem TV. Die ersten Spiele sind in Philadelphia angesetzt und da hat das Wetter gar kein Einsehen damit. So was von Regen haben die dort auch noch nicht gesehen, der Rasenplatz war nach kurzer Zeit unbespielbar. Wer die Regeln kennt (doch noch eine kleine Aufklärung) weiß, dass sehr viel Laufarbeit nötig ist und das ist bei Wolkenbruch eher eine Schlitterpartie. Auch Abdecken mit riesigen Planen hat nicht geholfen. Kurz und gut, die vierte Partie wird unterbrochen und erst am übernächsten Tag zu Ende gespielt (!) - die Spannung steigt ins Unermessliche. Die Tampa Bay Rays schaffen den wichtigen Punkt, aber einen Tag später war der Traum zu Ende. Die Phillies gewinnen 4:1, Florida verfällt in Trauer...

Nun kann sich die Bevölkerung voll und ganz auf die Wahl des Präsidenten konzentrieren. Natürlich nicht nur in Florida. Doch vielleicht ganz besonders hier, weil da hat es ja vor acht Jahren eine nicht ganz saubere Aktion gegeben - man sprach sogar von Wahlbetrug. Nutznießer war George W. Bush und auch vier Jahre später wurde angeblich wieder ein wenig manipuliert. Nun gut - Wabldu (eine Verdrehung vom englisch gesprochenen W) darf abdanken und Florida hofft natürlich auf den starken demokratischen Anteil in der Bevölkerung, der nun auch tatsächlich unglaublich motiviert war. Man sieht vielerorts in den Vorgärten kleine Wahlhelferlein, das sind Plakate mit den Namen der Kandidaten darauf und da liegt Barack Obama deutlich vor McCain. Aber das ist ja nur ein visueller Eindruck. Nicht so guten visuellen Eindruck macht die republikanische Kandidatin für den Vize von McCain, nämlich Sarah Palin. Die 150.000 Dollar Kleidergeschichte wird gnadenlos von den Medien unters Volk gebracht und ist auf den Titelblättern großer Tageszeitungen tagelang zu finden. Genau zu dieser Zeit - es ist der 30. Oktober - gastieren die Capitol Steps im Polk-Theatre von Lakeland. Ein in den USA äußerst beliebtes Comedy-Esemble, das sich total auf politisches Kabarett festgelegt hat. Umwerfend köstlich und auch für zwei Österreicher mit weniger politischem US-Wissen ein Garant für beste Unterhaltung! Übrigens ist die Theaterheimat der Truppe in Washington D.C. - sozusagen an der Quelle für den komödiantischen Stoff ihres monatlich wechselnden Programms.


Keine Komödie, aber auch kein Trauerspiel ist der Verkauf unseres Camper-Gespanns Rosinante. Und die Welt des Internets erweist sich als ungemein hilfreich dabei. Bei der Suche nach Händlern in der Umgebung stoßen wir auf Bates RV am Interstate 4 nach Tampa. Da sind wir schon öfters vorbeigekommen und das Gelände ist uns wohlbekannt. Er ist nämlich der größte Händler in den Staaten für Silverstream's, jene silberfarbenen Wohnwägen, die überall Aufmerksamkeit erregen. Kurz und gut, der Händler sucht gerade so genannte Slide in Campers und stellt unseren LANCE gleich auf sein Gelände. Ein Kommissions-Verkauf wird ausgehandelt, ohne Gebühren für uns als Verkäufer. Sehr fair das Ganze und nach 10 Tagen kommt schon die Meldung: "...Bates has sold your unit!". Noch schneller läuft es mit dem Truck. Ganze zwei Tage stand das Angebot in Craig's list - eine Plattform ähnlich wie Ebay, aber nicht so komplex und vor allem gratis für uns - und dann kommt ein Landschaftsgärtner und kauft unseren Ford F250 auf der Stelle. Cash und Unterschrift, fertig!

Rosinante ist somit Geschichte, dennoch wird sie tausendfach in unserer Erinnerung bleiben. Da ist schon ein wenig Sentimentalität gestattet. Doch das Wissen, dass alles noch weiter benützt wird, ist beruhigend und gut. Auch wenn das Gespann, wie wir es nannten, nun getrennt ist - Camping und Gärtner sind sich ja so nahe!!!

Kurz erwähnen muss man Halloween, das gehört einfach dazu. Und was da im Vorfeld in den diversen Märkten zum Verkauf angeboten wird, ist schlichtweg unbeschreiblich. So viel Graffel und Nutzloses auf einmal - da fragst du dich, ob wir keine anderen Probleme haben. Doch österreichische Neugier (...das muss man sich einfach anschauen!) treibt uns am Abend des 31. Oktober auf die Strasse. Nicht weit weg ist ein Vorgarten über und über dekoriert. Hollywood lässt grüssen, Herman Munster und die Adams-Familie zum Aufblasen schweben unter den Bäumen, eine ebenfalls aufblasbare (ja echt!) Kutsche mit Pferden, Skelett und Sarg hinten drin steht in der Einfahrt. Dazu noch zwei Dutzend kleinere Skelette und Geister die an Schnüren auf und ab pendeln und gar schaurige Laute von sich geben. Und so weiter und so fort - unglaublich, für welchen Unsinn Leute ihr Geld ausgeben. Natürlich darf man die zahlreichen kostümierten Kinder nicht vergessen, die in Begleitung der Eltern (es ist ja dunkel und irgendwer muss ja die Geschenke dann heim tragen...) von Haustür zu Haustür stolpern: Trick or Treat - nein wie süß sie das aufsagen! Und die Hausleute haben schüsselweise Zuckerl parat, die den Kinderlein später die Zähne lockern. Soviel zu Halloween, das ja nun auch den Weg in unseren Kulturkreis gefunden hat - leider.


Der Wahltag ist da. Erster Dienstag im November, wie seit Jahrzehnten - eigentlich schon seit Jahrhunderten. Warum ausgerechnet Dienstag und November und nicht wie sonst in aller Welt ein Sonntag oder das Wochenende? Dazu gibt es eine Erklärung, die so gar nicht in die technisierte Welt Amerikas passt - oder vielleicht gerade deshalb.

Es ist nicht überliefert, ob es schon beim ersten Präsidenten der USA, George Washington, so gewesen ist. Aber eins war sicher: Der größte Teil der damals recht spärlichen Bevölkerung lebte weit verstreut auf dem Lande, größere Städte gab es nur an der Ostküste. Das war am Ende des 18. Jahrhunderts. Und diese Menschen am Lande waren Bauern und lebten hauptsächlich vom Getreideanbau. Dies bedeutete tägliche harte Arbeit vom Frühjahr bis in den Spätsommer und den Herbst hinein. Erst nach der Ernte kehrte Ruhe ein und man konnte sich Zeit nehmen für Dinge außerhalb der Farm - wählen zum Beispiel. Das war der Grund, warum Präsidentenwahlen auf den November festgelegt wurden, da hatten alle Zeit, Erntedank war da bereits vorbei. Man muss sich nun weiters vorstellen, dass die Wahllokale seinerzeit nur in größeren Ortschaften zu finden waren. Und das ist der Grund für den Dienstag. Am Sonntag - Tag des Herrn - war Ruhe in der Familie. Der Montag galt als Anreisetag des Familienoberhauptes und der erwachsenen Söhne (nur Männer waren wahlberechtigt, eh klar) per Pferdekutsche oder sonst wie an den Ort der Wahlurne. Dienstags wurde gewählt und wichtige Geschäfte erledigt, der Mittwoch ging für die Heimreise drauf. So einfach war das. Und eben weil es nach wie vor so einfach ist, halten die Amerikaner seit fast 200 Jahren an diesem Umstand fest. Auch wenn sie inzwischen am Mond waren etc., der erste Dienstag im November ist Wahltag, basta!
Ach ja, waren da nicht im September so genannte Neuwahlen in Österreich? Am Sonntag versteht sich! Aber das ist eine andere Geschichte...

Anmerkung unsererseits zum Wahltag Dienstag:
Laut Tageszeitung The Ledger ist es für ein Drittel der Wähler äußerst schwierig, an diesem Wochentag die Arbeitsstelle zu verlassen oder es zumindest zeitlich so einzurichten, dass sie nicht erst in den Abendstunden zum Wahllokal kommen - Wartezeiten bis zu einer Stunde werden gemeldet. Deshalb wurde Early Voting eingeführt. Da kann der Wähler bereits 10 Tage vor dem Wahltag seine Stimme abgeben. Dazu braucht es eine Early Voting Berechtigungskarte. Diese gibt es am Beispiel der Stadt Lakeland nur an zwei Stellen in der Gemeinde und nur zu bestimmten Bürozeiten. Alles klar? Wartezeiten bis zu 40 Minuten werden gemeldet...

So, nun genug über Bürokratie gelästert. Der Wahltag war spannend und ein besonderes Ereignis in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Das wissen aber nun eh schon alle. Erwähnenswert jedoch sind die allesamt positiven Berichterstattungen in den US-Medien, sei es Fernsehen oder Zeitungen. Egal ob Republikaner oder Demokraten - mit einem Mal rücken sie zusammen und sprechen von Zusammenarbeit für den "Neuen Weg in die Zukunft" - Change has come.


Nun - ohne fahrbaren Untersatz ist man in den USA ein Exote, ein Außerirdischer. Ein Fahrrad wird gerade noch toleriert, wenngleich es für die Ami Pedalritter da schon wieder ausartet. Ein Bike ist ein Techno-Sportgerät, das auch so gefahren werden muss. Schnell natürlich. Amüsant ist dann unser Auftritt, als Ursula mit einem KTM Radl - Made in Austria (von Janet) und ich mit einem beinharten Mountain-Bike (von Terryl) zur Erkundung von Lakeland aufbrechen. Uhrzeit 14:00 Uhr, Temperatur 28°, Luftfeuchte 92% !!! Lake Hollingsworth wird von einem Rad/Fußweg umrundet, den wir im Uhrzeigersinn zwei Mal gemütlich abradeln. Gegenverkehr: Null. Überholt hat uns auch keiner...
Für die weiteren Entfernungen steht uns das Auto von Magda zur Verfügung, die zur Zeit bereits in der Uni von Gainesville, nördlich von Lakeland, büffelt. Wir besuchen Circle-B-Barn, ein Landschafts-Schutz-Gebiet mit vielen Tierarten: Graureiher, Störche, Anhinga's, Kormorane, zahlreiche Enten und - Alligatoren. Recht fotogen die Burschen, wenn sie faul in der Sonne braten. Besonders die kleineren laßen mich ziemlich nahe anpirschen, bevor sie mit einer blitzschnellen Wendung ins Wasser platschen.
Für vier Tage fahren wir dann noch an den Golf von Mexiko. Die Temperaturen sind spätsommerlich warm und einfach wunderbar. Stundenlang wandern wir den Strand in beide Richtungen rauf und runter - dabei kann man so richtig abschalten. Die Tatsache, dass unsere lange Reise ja nun zu Ende ist, ist weit weg von unseren Gedanken. Wir genießen einfach jeden Augenblick des noch Hierseins, die vergangenen Wochen und Monate waren viel öfters Gegenstand von Gesprächen, als die bevorstehende Zeit - jener zurück in Europa.

Diese Zeit rückt aber unweigerlich näher und die letzten Tage vor unserem Abflug wird unsere Logistik aufs äußerste strapaziert - es gilt so viel wie möglich an Camping-Utensilien einzupacken. Denn nach so vielen Jahren Zweithaushalt - seit dem Jahr 2002 - sammelt sich da schon einiges an. Erkundigungen bei der Fluglinie ergeben, dass wir nun doch insgesamt vier Gepäckstücke mitnehmen dürfen. Gewicht je 50 pounds, das sind exakt 23 Kilogramm. Beim Hinflug im Mai galten europäische Normen und die waren nicht so großzügig. Müßig zu erwähnen, dass wir haarscharf am Limit waren - dank Badezimmer Waage und einem vierten Koffer, den wir im Second-Hand um ganze fünf Dollar erstanden haben!
Und erst unser Handgepäck...!

Airstream Park bei Bates-RV

Ein besonderer Blickfang sind diese Airstream-Camper - bis zur Hälfte eingegraben gelten sie mittlerweile als Kunstwerk

 

Halloween

Ein ausgehöhlter Kürbis - echt und nicht aus Plastik - mit Kerzen - echt und nicht elektrisch

Halloween

Anders hier: aufblasbar, elektrisch, wieder verwendbar.

 

Change has come

Die Schlagzeile am 5. November 2008, als der neue Präsident Barack Obama als Wahlsieger feststeht

Circle-B-Barn

Ein geschütztes Sumpfgebiet zeigt dem Besucher, wie Florida vor vielleicht 100 Jahren noch aussah

 

Circle-B-Barn

Da fehlen auch nicht die Alligatoren - Urbewohner der Swamps und Sümpfe

Circle-B-Barn

Wood Storcks - eine Kolonie dieser mächtigen Störche nistet hier das ganze Jahr über

 

Circle-B-Barn

Herons - Reiher, sieht man hier vielfach. Es gibt sechs verschiedene Arten in Florida

Circle-B-Barn

Der größte ist der Great Blue Heron - ein exzellenter Fischjäger im seichten Gewässer

 

Für Schwimmer geeignet?

Bitte aber mit Vorsicht herumplanschen, damit man ja keinen Alligator aufschreckt...

Longboat Key

Am Golf von Mexiko beobachten wir braune Pelikane - elegante Flugkünstler und unermüdliche Fischer

 

Longboat Key

Ein verträumtes Motel an der Küste bedeutet für uns endgültig Abschiednehmen von Florida

Sonntag, 16. November - Tampa Airport.
Unser Gepäck haben wir erfolgreich eingecheckt, die Sicherheitskontrolle liegt hinter uns. Die Abflughalle ist fast leer, wir schlendern durch die Geschäfte. Buchhandlungen sind da immer eine gute Ablenkung! Ein großer Stapel Taschenbücher liegt ganz vorne: Michael Moore der Autor, Titel Mike's Election Guide 2008. Jetzt fehlt das oberste Buch - ich habe es gekauft, weil alleine beim Durchblättern schon so viel Amüsantes zum Vorschein kommt. Und wie könnte man den Abschied von einem Land, nach einer sechs Monate dauernden Reise, besser gestalten als mit Humor? Da kommt so ein Büchlein gerade recht, noch dazu wo nun feststeht wer der nächste Präsident der Vereinigten Staaten ist - und diesmal ohne den Schatten einer Manipulation. In der Einleitung schreibt Michael Moore, datiert vom
17. Juli 2008:

"One candidate has promised a presidency different from any other, one that will take us forward to embrace the hope of the twenty-first century.
The other candidate says he has no idea how to use a computer".

Nun - McCain hat ab jetzt viel Zeit, um einen Computer zu erforschen.

 

Reisetagebuch Übersicht