Bilder und Geschichten aus der Slowakei

Nachdem wir 2010 und 2011 in der tschechischen Republik mit unserem Wohnmobil Fridolin unterwegs waren, hat nun der Nachbarstaat unsere Neugierde geweckt. Eine tolle Überraschung erleben wir bereits bei der Planung, als wir im Internet entlang unserer Route nach Campingmöglichkeiten suchen. Nicht nur, dass es deren sehr viele gibt, sind sie auch bestens beschrieben und mit genauen GPS-Daten versehen - eine punktgenaue Anfahrt ohne langes Suchen ist damit gegeben. Wir nehmen es vorweg: es hat bestens funktioniert!

Unsere Reise beginnt am 26. August in Bratislava, führt dann entlang der Kleinen Karpaten nordwärts zur polnischen Grenze und schwenkt dann nach Westen zur Hohen Tatra. Wir queren anschließend die Niedere Tatra in Richtung Süden und gelangen ins ehemalige Bergbaugebiet rund um Banská Bystrica. Weiter geht es südwärts nahe zur ungarischen Grenze und durch das heiße Tiefland gelangen wir über Nitra wieder in die Weinberge am Fuß der Kleinen Karpaten. Ende der Reise am 12. September 2012.

Bratislava - Pressburg

Das Wahrzeichen der Stadt auf dem Felsen oberhalb der Donau wurde von 1953 bis 1968 originalgetreu wiederaufgebaut

 

Vor der Burg

Derzeit sind wieder umfangreiche Sanierungen im Gange, welche die gesamte Fassade und die Hofkapelle neu erstrahlen lassen

Pressburg

Von der Burg bietet sich dieser Ausblick über einen Teil der Altstadt und im Vordergrund den Martinsdom mit seinem 85m hohen Turm

 

Die neue Brücke über die Donau

Diesem Prestigeobjekt fiel fast das gesamte historische Judenviertel unterhalb der Burg zum Opfer

Bratislava - Altstadt

An Stelle der Großen Synagoge baute man diese Holzattrappe, an deren Hinterseite eine Gedenktafel angebracht ist

 

Haus zum Guten Hirten

Dieses Rokokogebäude stammt aus dem Jahr 1760 und ist so schmal, dass jeweils nur ein Zimmer pro Stockwerk möglich ist

Bratislava - Altstadt

Dass ausgerechnet eine Statue von Stalin vor dem Restaurant Malecón (noch) aufgestellt ist, hat uns etwas amüsiert

 

Ignatius Lamar - der "schöne Nazi"

Ein elegant gekleideter Bettler begrüßte die Damen mit "schön, schön!" - daher der etwas eigenartige Spitzname

Bratislava - Altstadt

Ein lustiges "Verkehrszeichen" weist auf den Kanalarbeiter Ĉumil hin, der aus einem Gullyloch heraus die Menschen betrachtet

 

Bratislava - Altstadt

Scherzhaft wird er auch "Unterrockgucker" genannt, weil sich sehr oft Mädchen zum Fotografieren um ihn herum posieren

Bratislava - Altstadt

An der Hausecke Panská/Rybárska lauert der sogenannte Paparazzo mit seiner Kamera - allerdings ist auch er eine Bronzefigur

 

Bratislava - Altstadt

Am Hauptplatz steht das "barockisierte" Alte Rathaus, wo im ersten Stock das Stadtmuseum beheimatet ist

Bratislava - Altstadt

Am Ende der Michalskà steht das Michaelertor - ein Rest der Stadtbefestigung, welches Kaiserin Maria Theresia renovieren ließ

 

Bratislava - Altstadt

Ein bronzenes Gitter mit dem Stadtwappen in der Mitte hängt unweit des National-Museums hoch über der Straße

Stadtbesichtigungen sind anstrengend und so freuen wir uns auf die Weiterfahrt entlang der Kleinen Karpaten. Die sogenannte Weinstraße verbindet insgesamt 27 Gemeinden entlang der Berge, die durch ihre Ausrichtung ein idealer Standort für reichliche Weingärten sind. Allerdings ist derzeit die Ernte gerade mal am Anfang - offene Schänken finden wir nicht. Wir erfahren, dass erst Ende September einige Dörfer das Weinlesefest abhalten, was in dieser Region gleichbedeutend mit Erntedank ist. So setzen wir die Reise rascher fort als geplant und studieren die Karte nach idealen Autocamps in den Bergen, von wo wir Wanderungen starten können. Ein Hinweis führt uns an die Westseite zum Stausee Bukova, wo wir ein wunderbares "Autokemp" im Dornröschenschlaf entdecken. Solche Plätze kennen wir aus Tschechien, wo hauptsächlich Einheimische anzutreffen sind. Dieser Platz beherbergt einige Dauercamper, hauptsächlich sind es Fischer die stundenlang auf den großen Fang warten. Unweit des Stausees haben wir im Vorbeifahren zahlreiche Tafeln zu Wanderwegen gesehen und ein Blick in die Karte zeigt, dass man von hier auf den höchsten Berg der Kleinen Karpaten wandern kann. Nicht klettern, nein wandern! Denn der Záruby ist lediglich 768m hoch, allerdings ist der Aufstieg etwa sechs Kilometer lang und im oberen Teil ziemlich felsig.

Svätý Jur - St. Georgen

Die Weinbautradition dieses Städtchens reicht schon über 700 Jahre zurück wie man an etlichen historischen Häusern sehen kann

 

Svätý Jur - St. Georgen

Der Ritter Georg hat auch in dieser Gegend einen Drachen besiegt und die dankbaren Leute nannten fortan ihr Dorf nach ihm

Ĉervený Kameň - Bibersburg

Im Jahr 1588 kaufte der ungarische Adelige Nikolaus Pálffy diese Burg und ließ die Innenräume komfortabel ausbauen

 

Schloss Smolenice

Diese prunkvolle Residenz im französisch-gotischen Stil thront wie ein Märchenschloss hoch über dem Tal

Autokemp Bukova

Weniger prunkvoll, dafür sehr idyllisch und ruhig liegt dieser einfache Campingplatz am Ufer des Stausees

 

Autokemp Bukova

Bis auf wenige Dauercamper sind wir an diesem Abend die einzigen Touristen und genießen diese Einsamkeit

Autokemp Bukova

Unser Nachbar hat sich hier häuslich eingerichtet und fungiert auch ein wenig als kontrollierender Platzwart

 

Autokemp Bukova

Am zweiten Abend finden sich tapfere Radfahrer aus Deutschland am Platz ein, die eine 4-wöchige Rundreise vor sich haben

Hrad Ostrý Kameň

Diese Wachburg am Weg zum Gipfel Záruby entstand im 13. Jh. zum Schutz der Böhmischen Straße

 

Hrad Ostrý Kameň

Die Lage ermöglicht es, bis weit hinüber nach Österreich zu blicken, wo deutlich die weitläufigen Auen der March zu sehen sind

Hrad Ostrý Kameň

Der Anstieg zum höchsten Punkt der Kleinen Karpaten verläuft über einen felsigen und manchmal recht steilen Kamm

 

Am Gipfel des Záruby

Ein Erinnerungsfoto beim Gipfelkreuz darf auch bei einer Höhe von nur 768 Metern gemacht werden - inklusive Eintrag ins Gipfelbuch

Nach einem Rasttag "überqueren" wir erneut die Berge der Kleinen Karpaten und fahren im Tal des Flusses Váh (Waag) weiter nordwärts. Dem Ort Pieŝťany wollen wir am Ende der Reise mehr Zeit widmen und so erreichen wir den Ort Beckov. Hoch oben auf einem breiten Felsen thront die mächtige Burgruine wie ein Adlerhorst über den Häusern. Von oben genießt man eine schöne Aussicht auf das Inowetzgebirge und auch der Záruby ist gut zu erkennen. In der Hauptstadt des Waagtals, Trenčin, parken wir am Parkplatz des Bahnhofs, von wo aus die schön renovierte Altstadt in wenigen Minuten erreichbar ist. Rund um einen großzügigen Platz sind Patrizierhäuser aus dem 17. Jh. zu bewundern, darüber thront die Trentschiner Burg. Durch das Stadttor (Glockenturm) erreicht man die Jüdische Synagoge, welche als schönste in der Slowakei bezeichnet wird.

Beckovský Hrad - Burg Beckow

Schon von weitem ist diese mächtige Burgruine zu erkennen, die auf steilem Fels etwa um 1200 erbaut wurde

 

Beckovský Hrad - Burg Beckow

Am Fuß der oberen Wehrmauer befindet sich ein verfallener Friedhof, wo viele hebräische Namen auf den Grabsteinen zu lesen sind

Beckovský Hrad - Burg Beckow

Von der Rückseite sind die vielen Räume der Burg noch deutlich zu erkennen: insgesamt waren es 23 und eine Kapelle

 

Trenčin - Trentschin

Vom Stadtturm bietet sich ein guter Ausblick über den Hauptplatz mit den vielen, renovierten Patrizierhäusern

Trentschiner Burg

Auf der Burg kann man neben dem Palast und dem Matthäusturm die Kanonenbastei und den Hungerturm besichtigen

 

Trenčin - Trentschin

Ein lustiges und beliebtes Fotomotiv ist dieser wasserspeiende Geselle namens Valentin am Platz vor der großen Synagoge

Trenčin - die Jüdische Synagoge

Dieses historisch wertvolle Gebäude wurde 1913 erbaut und mit etlichen byzantinisch-maurischen Einflüssen versehen

 

Trenčin - Trentschin

Der Stadtturm oder Uhrturm und dahinter auf dem Hügel die große Burg mit dem alles überragenden Matthäusturm

Nachdem der Campingplatz in Trenčin wegen einer Veranstaltung geschlossen ist, ändern wir ein klein wenig die geplante Route und fahren entlang der Malá Fatra (die Kleine Fatra) ostwärts und biegen vor Novaky ins Tal des Flüsschens Nitrica ab. An einem aufgestauten See liegt recht einladend ein Camp des ATC (Touringclub) und ein nettes Plätzchen ist gleich gefunden. Was wir nicht so genau beachtet haben, sind drei Kneipen am Platz. Und die öffnen am Abend ihre Türen, auch wenn gerade mal drei oder vier Leutchen sich dorthin verirren. Das hindert aber nichts und niemanden daran sämtliche Musikgeräte einzuschalten und damit den ganzen(!) Platz zu beschallen. Das war's mit der Idylle - Ohropax werden ausgepackt.

Das regnerische Wetter passt zur morgendlichen Stimmung, aber das ändert sich rasch bei der Weiterfahrt. Die Straßen sind gut ausgebaut, obwohl auf der Karte als kleine, gelbe Sträßchen eingezeichnet und führen uns über eine Passhöhe der Kleinen Fatra zu einem der höchsten Gipfel in der Region: der Strážov mit 1213 Metern Höhe. Von hier geht es dann flott abwärts nach Čičmany. Dieses Dorf in den Rajetzer Bergen ist berühmt für seine 136 Holzhäuer mit Ornamentbemalungen - ein ganzes Dorf als Freilichtmuseum!

Čičmany - Zimmermannshau

Die mit weißer Farbe aufgemalten Ornamente zeigen Tier- und Pflanzenmotive, Sonnen, Herzen sowie geometrische Elemente

 

Čičmany - Zimmermannshau

Der Großteil der Häuser wurde nach einem verheerenden Brand im Jahr 1921 originalgetreu wieder aufgebaut

Čičmany - Zimmermannshau

Bis auf zwei Häuser die als Museum und Souvenirgeschäft eingerichtet sind, werden alle noch bewohnt

 

Čičmany - Zimmermannshau

Die Muster werden von den Männern an die Wand gemalt und die Frauen sticken diese dann auf den weißen Stoff der Trachten

Čičmany - Zimmermannshau

Diese Kleidungsstücke werden nach wie vor getragen, auch wenn der "moderne" Einfluss manchmal hier zu spüren ist

 

Čičmany - Zimmermannshau

Alte Traditionen und Handwerkskunst werden weiter gepflegt und bei bestimmten Anlässen auch den Besuchern gezeigt

Wir verlassen das hübsche Dorf und erreichen nach einer halben Stunde wieder eine Hauptroute, die in die Ebene um Rajec und zum Fluss Rajčianka führt. Diese Gegend ist berühmt für seine Thermalquellen und es haben sich einige Kurorte hier entwickelt. Doch vorher machen wir noch den Abstecher nach Rajecká Lesná, wo ein monumentales Schnitzkunstwerk zu bestaunen ist. Slowakisches Bethlehem (Slovenský Betlehem) nennt es sich und ist vollständig aus Lindenholz gefertigt. 8,5 m lang, 3 m breit und 2,5 m hoch ist diese Krippe an der Meister Jozef Pekara 17 Jahre lang gearbeitet hat. Zu sehen ist nicht nur eine Weihnachtskrippe, sondern auch viele Sehenswürdigkeiten aus allen Regionen der Slowakei und das alles mit beweglichen Figuren.

Etwas außerhalb des Thermal-Kurortes Rajecké Teplice liegt der wunderbare Campingplatz Sinečné skaly malerisch unterhalb schroffer Felsen direkt am Fluss. Er wird unser Abendziel sein, doch vorerst schlendern wir noch durch den Kurort. Das berühmte Hotel Aphrodite ist innen mit antik-orientalischen Elementen aus Gold und Stuck ausgestattet, Marmorböden und viele Glasmalereien lassen ein wenig an Tausendundeine Nacht erinnern. In einer Broschüre lesen wir, dass sehr viel Gäste aus dem Nahen Osten dieses Hotel besuchen.

Slovenský Betlehem

Die ganze Slowakei im Miniaturformat - Sehenswürdigkeiten sowie diverse Handwerke und Berufe inklusive

 

Slovenský Betlehem

In der Mitte wird ein Maibaum aufgestellt, oberhalb pflügt ein Bauer mit den Ochsen und darunter werken Frauen am Webstuhl

Rajecké Teplice

Von außen schaut das Hotel Aphrodite ja nicht so feudal aus, aber drinnen erwartet den Gast purer Luxus

 

Rajecké Teplice

Eine Statue der Göttin Aphrodite steht in einem Brunnen und gießt warmes Thermalwasser in das Becken

Rajecké Teplice

Zwei grimmig dreinschauende Löwen aus rotem Marmor flankieren die Aufgänge

 

Rajecké Teplice

Ein kleiner Kurpark lädt zum Spazieren ein, wer mag kann auch ein Ruderboot mieten

Rajecké Teplice Campingplatz

Ein Platz ganz nach unserem Geschmack - idyllisch am Fluss gelegen

 

Rajecké Teplice

Die schroffen Felswände sind Tummelplatz für eine Gruppe Sportkletterer

Die weitere Route führt bei der Stadt Zilina über die Waag nordwärts Richtung polnische Grenze. Dass wir hier auf der Fernstraße E75 unterwegs sind, bemerken wir rasch am zunehmenden LKW-Verkehr in Richtung Polen. Doch kurz hinter Krásno schwenken wir ostwärts ins Tal des Flüsschens Bystrica ab und wohltuende Ruhe empfängt uns. Herrlich grüne Waldlandschaft an den Abhängen der Malá Fatra (die Kleine Fatra) begleitet uns für die nächsten 80 Kilometer bis Námestovo am Arwa-Stausee. Hier herrscht viel Tourismus und zahlreiche Polen haben hier Zweitwohnsitze eingerichtet - der riesige See dient im Sommer als Meerersatz. An der Südseite des Sees folgen wir dem Fluss Arwa bis nach Podbiel, wo die Bewohner noch in typischen Arwa-Häusern wohnen. Eine schmale, aber gut ausgebaute Straße führt hier weg zu den Bergen der Westlichen Tatra und den touristischen Zentren rund um Zuberec. Auch ein wunderbares Freilicht-Museum versteckt sich hier im Tal Roháčska dolina, wo in den letzten 40 Jahren zahlreiche Wohnbauten, Speicher, Handwerksbetriebe und sogar Kirchen wieder errichtet wurden. Das Tal ist auch Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen zu einigen über 2000m hohen Gipfeln in der Westtatra. Ein weiterer Stausee erwartet uns bei Liptovský Mikulᚠ- Sankt Nikolaus in der Liptau. Aus dieser Gegend kommt auch der berühmte slowakischer Schafskäse, der in vielen Varianten angeboten wird.

Wir nähern uns nun dem vermeintlichen Höhepunkt unserer Reise - der Hohen Tatra. Doch die Auswirkungen des verheerenden Orkans im November des Jahres 2004 sind noch allerorts zu sehen und haben auch das Ökosystem dramatisch verändert. Mit einer vier Kilometer breiten und 30 Kilometer langen Schneise hinterließ der Sturm eine tiefe Spur der Verwüstung und zahlreiche Hotels und Pensionen stehen nun völlig frei in der Landschaft. Der drastisch veränderte Wasserhaushalt und Bodenerosion haben auch das Bergklima und vor allem den Sauerstoffhaushalt beeinflusst. So liegt an vielen Tagen im Sommer eine graubraune Dunstglocke über den Gipfeln, so wie bei unserem Besuch.

Schneller als geplant setzen wir die Weiterreise fort und überqueren den Hauptkamm der Niederen Tatra am Certovica-Pass in Richtung Brezno. Einem Hinweis folgend machen wir einen Abstecher ins Bystra dolina, einem Tal wo wir an den Fuß des Chopok (2024m) und des Ďumbier (2046m) gelangen. Ersterer ist von zwei Seiten als "Schigebiet" erschlossen. Der Umstand, dass diese Berge auch in einem Nationalpark liegen, hindert aber die Touristiker nicht im Geringsten, Seilbahnen und dazugehörige Abfahrten brutal in die Landschaft zu setzen - ein erschütternder Anblick.

Idylle in den Beskiden

Zwischen der Kleinen Fatra und den Beskiden schlängelt sich die Bystrica durch

 

Idylle in den Beskiden

Nahe der Grenze zu Polen entdecken wir einsame  Dörfer im Wald

Idylle in den Beskiden

Zahlreiche kleine Bäche werden von Sägewerken und Mühlen genutzt

 

Im Tal der Arwa

Viele Häuser sind hier in der traditionellen Bauweise errichtet - wie hier im Dorf Podbiel

Múzeum oravskey dediny

Im Freilichtmuseum in der Nähe von Zuberec kann man diese Holzhäuser auch innen besichtigen

 

Múzeum oravskey dediny

In dieser schlichten Kirche sind alle Fenster zum Sonnenlicht nach Süden hin ausgerichtet

Múzeum oravskey dediny

Wohlhabende Familien haben reichlich Bilder an der Wand hängen und handbesticktes Bettzeug aus selbstgefertigtem Leinen

 

Múzeum oravskey dediny

Nach vorne zur Straße sind die Zimmer mit Balkon ausgerichtet, dahinter befinden sich Wirtschafts- und Stallgebäude

Camping in Varišovo

Am Beginn der Straße 537 entlang der Hohen Tatra verbringen wir eine sternenklare Nacht

 

Vysoké Tatry - Nationalpark Hohe Tatra

Der Nationalpark präsentiert sich nach dem Orkan vom November 2004 ziemlich trostlos

Vysoké Tatry - Nationalpark Hohe Tatra

Auch nach acht Jahren ist man mit der Aufarbeitung des Bruchholzes noch beschäftigt

 

Vysoké Tatry - Nationalpark Hohe Tatra

Viele Hotels stehen nun ohne Wald rundum da, auf den Brachflächen wächst Weidenröschen

Vysoké Tatry - Nationalpark Hohe Tatra

Auf die 2634 Meter hohe Lomnitzspitze führt eine schwindelerregende Seilbahn, wo man Fahrkarten nur im limitierten Vorverkauf erstehen kann

 

Vysoké Tatry - Nationalpark Hohe Tatra

Völlig kahl liegen die Vorberge vor der gewaltigen Granit-Kulisse der Hohen Tatra, wo es noch Jahrzehnte bis zur Wiederherstellung dauern wird

Nízke Tatry - Nationalpark Niedere Tatra

Hier war es kein Orkan sondern der Mensch, der diese grauslichen Eingriffe vorgenommen hat

 

Nízke Tatry - Nationalpark Niedere Tatra

Irgendwie sinnlos der Hinweis, dass im Park nur auf markierten Wegen "gewandert" werden darf...?

Etwas östlich von Brezno liegt in einer anmutigen Hügellandschaft ein besonderer Campingplatz: Het Boerenhof. Ein Ehepaar aus Holland, Monique und Dion, haben hier ein kleines Paradies für den beschaulichen Campurlaub geschaffen. Ein Bauernhof mit Ziegen, Schafen und Hühnern und mittendrin auf terrassierten Wiesenflächen die Stellplätze - einfach herrlich und sagenhaft ruhig! Im Erdgeschoß des Bauernhauses befinden sich die schmucken Sanitäranlagen und eine kleine Küche, an der Seite eine überdachte Terrasse mit Kühlschrank, welchen der Hausherr täglich gut befüllt und die Gäste mittels Stricherlliste sich selbst bedienen dürfen. Selbstverständlich gibt es auch hauseigene Produkte wie Käse, Eier, Marmeladen und wohlschmeckendes Apfelmus. Die umgebenden Hügel und Wälder laden zu leichten Wanderungen ein und wir haben dabei ein halbes Kilogramm Eierschwammerl gefunden, die sofort mit frischen Eiern verarbeitet wurden. Monique und Dion sprechen hervorragend Deutsch und zeigen gerne ihren Gästen den Bauernhof. Ja, man kann sogar mithelfen und dann am Abend an der gemütlichen Feuerstelle das Erlebte Revue passieren lassen. Camping am Bauernhof, das wir gerne weiter empfehlen:
Dion und Monique Suppers,  www.hetboerenhof.com
und mittels Navigation leicht zu finden: N 48°47'45" - E 19°43'43"

Camping Boerenhof - unser WOMO Fridolin

Ruhig, idyllisch, so richtig zum Seele baumeln lassen - das ist Camping am Bauernhof

 

Camping Boerenhof

Hier sieht man in der Mitte die terrassierten Wiesenplätze umgeben von einem Maisfeld

Camping Boerenhof

Vom Hügel oberhalb hat man schöne Ausblicke zur Niederen Tatra

 

Camping Boerenhof

Der Blick reicht weit nach Osten, wo sich dichte Wolkenbänke über dem Gebirge türmen

Camping Boerenhof

Schafherden mit 200 und mehr Tieren sind auf den riesigen Weideflächen anzutreffen

 

Camping Boerenhof

Eine beschauliche Almenlandschaft lädt zum entspannten Wandern ein

Wir befinden uns nun im Herzen der Slowakei und unsere Route führt westwärts ins Tal des Flusses Hron. Dieses Tal ist ein wichtiger Verkehrsweg von Nord nach Süd und diesem Umstand verdankt auch die Gegend teilweise seine Bekanntheit. Aber vor allem Kupfer- und Silbererzfunde lockten Siedler im Mittelalter hierher und die Stadt Banská Bystrica (Neusohl) entstand. Nach einem ausgedehnten Stadtbummel setzen wir die Fahrt über eine abenteuerliche Strecke fort. Die Passhöhe Malý Šturec auf knapp 900m Höhe erklimmt unser Fridolin über zahlreiche Serpentinen, die Aussicht oben belohnt die Mühe mit grandiosen Bildern der umliegenden Berge. Eine weitere Bergbaustadt liegt nur 15km westlich von Banská Bystrica im Nachbartal: Das Goldene Kremnitz (Kremnica). Der Name erinnert an den einstigen Glanz dieser Stadt, denn hier wurde im 14. und 15. Jahrhundert reichlich Gold abgebaut und in der hiesigen Münzstätte zu Kremnitzer Dukaten geprägt. Die Münzpräge ist heute noch in Betrieb, allerdings werden jetzt slowakische Euromünzen hergestellt.

Weiter im Süden erreichen wir mitten im Schemnitzer Gebirge ein ebenfalls einst wichtiges  Bergbaugebiet rund um die Stadt Banská Štiavnica (Schemnitz). Zahlreiche deutsche Bergleute folgten im 12. und 13. Jahrhundert dem Lockruf des Goldes, die Stadt wurde zur königlichen Bergstadt erklärt und genoss zahlreiche Privilegien. Bei unserem Besuch wird gerade das Schemnitzer Salamanderfest abgehalten. Der Sage nach hat ein mit Gold und Silber getüpfelter Salamander den Bergleuten beim Aufspüren des Edelmetalls geholfen. Während des Tages ein großer Jahrmarkt, verwandelt sich der Hauptplatz am Abend zu einer großen Bühne, wo verschiedene Theatervorstellungen zu sehen sind.

Am Camping Boerenhof haben wir Unterlagen für einen weiteren Bauernhof mit Camping bekommen. Diesen gilt es nun im Süden des Landes zu finden. Fast an der Grenze zu Ungarn liegt das Dorf Litava und etwas weiter Cerovo. Da wage ich nun zu behaupten, dass ohne Navigationsgerät dieser Bauernhof (fast) nicht zu finden ist, denn die winzigen Straßen sind auf Landkarten nicht existent. Doch TomTom schafft es und wir erreichen ohne Umwege den Campingplatz Lazy. Und was für ein Platz das ist: Schafe, Ziegen und Pferde beim Empfang, Hühner und Schweine neben dem Haus und dann Bernadette und später Arnold, welche uns herzlich willkommen heißen. Wiederum sind wir begeistert von der Ruhe und der idyllischen Lage, von der Einfachheit und Schlichtheit rundum und diesem ursprünglichen Gedanken inmitten der Natur sein Wohnmobil abzustellen. Auch von diesem Platz geben wir die Daten gerne weiter:

Arnold Sikking & Bernadette Kuijpers, www.campinglazy.eu
Dort sind E-Mail Adresse und die GPS-Daten zu finden

Banská Bystrica - Neusohl

Am oberen Ende des Hauptplatzes sehen wir rechts den Uhrturm, in der Mitte die Stadtburg und links dahinter die Pfarrkirche

 

Banská Bystrica - Neusohl

Bereits in den 1990er-Jahren wurde die Altstadt rund um den Hauptplatz in eine geschäftige Fußgängerzone umgestaltet

Banská Bystrica - Neusohl

Typisch sind die schön renovierten Renaissance - Häuser am Platz

 

Banská Bystrica - Neusohl

Wunderschön das Thurzo-Haus mit Scraffitoschmuck an der gesamten Fassade

Banská Bystrica - Neusohl

Leider konnten wir nicht herausfinden, wem diese Gans da in die Nase zwickt - eine Tafel darunter ist bereits unleserlich

 

Banská Bystrica - Neusohl

In diesem Eckhaus war während des Slowakischen National-Aufstandes 1944 ein Teil der Befehlszentrale untergebracht

Kremnica

Durch das Untere Tor betritt man den Marktplatz mit der barocken Pestsäule vor der Stadtburg

 

Kremnica

Abenteuerlich ist der Aufstieg über 127 Stufen in den Kirchturm mit prächtiger Aussicht

Kremnica

In den umliegenden Bergen wurde erst im Jahr 1970 der Goldabbau eingestellt

 

Kremnica

Im Friedhof der ehemaligen oberungarischen Bergbaumetropole liest man oft ungarische Namen

Kremnica

Der Kirchturm im Renaissancestil diente einst als Wach- und Wohnturm

 

Kremnica

Die Pestsäule wurde 20 Jahre lang restauriert und ist erst seit 2004 in alter Schönheit zu bestaunen

Banská Štiavnica - Schemnitz

Die Stadt schmiegt sich terrassenförmig an die Ausläufer des Schemnitzer Gebirges

 

Banská Štiavnica - Schemnitz

Annähernd 350 ausgewiesene Denkmäler sind hier seit 1993 auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO

Banská Štiavnica - Schemnitz

Die Heilige Dreifaltigkeitssäule aus dem Jahr 1764 ist aus sechs Einzelsäulen zusammengefügt

 

Banská Štiavnica - Schemnitz

Beim Salamanderfest können wir beobachten, wie Bryndzové strapačky gemacht werden

Banská Štiavnica - Schemnitz

Es sind dies Nudeln aus Kartoffelteig, die meist mit Liptauer Schafskäse verrührt werden

 

Banská Štiavnica - Schemnitz

Der Jugend schmeckts - immerhin gehört diese Speise ja zu den Nationalgerichten

Banská Štiavnica - Schemnitz

Aber auch Deftigeres wird am Markt angeboten und das in gar nicht kleinen Portionen

 

Banská Štiavnica - Schemnitz

Wie bei vielen Städten der Slowakei sieht man auch hier sogenannte Wohnsilos in der Neustadt

Camping Lazy in Cerovo

Auf den Weideflächen rund um den Bauernhof ist auch Platz für unser Wohnmobil

 

Camping Lazy in Cerovo

Einfach, sauber und recht zweckmäßig dieser Anbau fürs Kochen und Waschen

Camping Lazy in Cerovo

Das Sanitärgebäude lässt keine Wünsche offen und ist modern ausgestattet

 

Camping Lazy in Cerovo

Dies ist natürlich ein idealer Platz um mal wieder den Gasgriller auszupacken

Camping Lazy in Cerovo

Josh heißt der neugierige Ziegenbock und beobachtet genau die Aktivitäten rundum

 

Camping Lazy in Cerovo

Dies ist der Anblick, wenn man von der "Feldstraße" zum Bauernhof hinunter fährt

Durch dicht bewaldetes und kaum bewohntes Gebiet führt unsere Weiterreise über die Kiupinská Berge wieder westwärts. Vorbei an Levice gelangen wir in die slowakische Tiefebene und zur Stadt Nitra (Neutra). Dies ist die älteste Stadt in der Slowakei und ist heute Sitz des Bischofs, sowie eine Messe- und Universitätsstadt. Auch der Weinbau in der Umgebung hat großen wirtschaftlichen Anteil.

Nun haben wir wieder den Ausgangspunkt unserer Rundreise erreicht - das Waagtal. Im Thermenort Piešťany machen wir letzten Halt um eines der Heilbäder zu besuchen. Es bleibt bei einem Besuch von außen, denn das Prozedere erfordert eine Überweisung vom Arzt, sowie stationären Aufenthalt. Zumindest was das berühmte Kurbad Irma betrifft. Und mit dem Wohnmobil verweigert man uns sowie die Einfahrt auf die Badeinsel, wo sich die noblen Häuser allesamt befinden. So parken wir in der Stadt und spazieren über die alte Kollonadenbrücke in den Kurpark, nicht ohne vorher die Statue des krückenbrechenden Mannes anzuschauen - ein Symbol für die Heilerfolge hier. Ebenfalls anschauen werden wir uns die Preise im Jugendstil-Hotel Thermia Palace, welches als erstes Fünf-Sterne-Spa im Jahr 2006 wiedereröffnet wurde. Ich nehm's vorweg: es bleibt beim Anschauen...

So beenden wir unsere Reise durch diesen Teil der Slowakei mit dem festen Vorsatz: Wir kommen wieder! Und dann werden wir den noch unberührteren Osten des Landes besuchen. Dovidenia!

Nitra

Auf dem Burgberg steht eine der ältesten Kirchen des Landes mit sehenswertem Innenraum: Die Basilika des Hl. Emeran

 

Nitra

Roter Marmor wird vielfach verwendet wie hier für die Bischofslogen unter der großen Barockorgel und die Verkleidungen der Seitenwände

Nitra

Die Slawenapostel Kyrill und Methodius förderten mit ihren Übersetzungen die Verbreitung des Christentums

 

Nitra - Corgoň

Der Legende nach nannte man so einen jungen Schmied, der wegen seiner ungeheuren Kraft den Türken Angst einjagte

Piešťany

In der historischen Kuranlage steht das schönste Wellnesshotel des Landes: Thermia Palace

 

Piešťany

Aus dem Jahr 1912 stammt das im Jugendstil daneben erbaute Kurbad Irma

Piešťany

Weitläufige Parkanlagen laden den Erholungssuchenden zum Verweilen ein

 

Piešťany

Eine Besonderheit sind die Thermalteiche mit einer ganzjährigen Wassertemperatur von 10-22°C

Piešťany

Sie wurden 1934 geschaffen und seither wachsen hier königliche Riesenseerosen und Lotusblumen

 

Piešťany

Bei uns lange diskutiert: Nummernschilder am Fahrrad sind in der Slowakei kein Thema

Piešťany

Die Skulptur des Krückenbrechers ist über die Grenzen der Slowakei hinaus bekannt

 

Piešťany

Hoffentlich kann Dr. Alexander auch sein Gebrechen heilen (lassen)

 

 

 


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