Sagenhafte Seidenstraße - Sonderzugreise Registan

Mit dem Orient-Silk-Road-Express auf den Spuren von Marco Polo
durch Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan
vom 9. bis 22. April 2013

Teil 1: Turkmenistan

Sowohl unser Taxi als auch die Flüge am Dienstag, 9. April sind pünktlich und in Ashgabat, der Hauptstadt von Turkmenistan, landen wir mit günstigem Rückenwind sogar etwas früher, nämlich um 23.30 Uhr Ortszeit - in Salzburg wäre es halb neun Uhr abends. Die Passkontrolle und Erteilung der Einreisepapiere für die ca. 80 Passagiere überfordern die Beamten in jeder Hinsicht. Sie lassen uns in zwei Reihen antreten und winken dann willkürlich die Leute zum Bankschalter, wo wir erstmals zehn Dollar pro Person für die Registrierung einzahlen müssen, bevor wir zur Passkontrolle kommen. Die Kommentare einiger Reisenden nerven offensichtlich die Beamten und es geht erst recht nichts weiter. Aber eigentlich ist es völlig egal wo wir anstehen, denn schlussendlich müssen alle auf den letzten Passagier der Lernidee- Gruppe warten, bevor wir mit Bussen zum Hotel Ak Altyn fahren. Um halb drei Uhr früh beziehen wir dann endlich unser Zimmer. Und hier der große Schock: Es ist stickig und heiß und kein Fenster zum Öffnen. Die Klimaanlage schafft außer viel Lärm kaum Kühlung. Doch etwas Schlaf stellt sich dann doch ein.

Wir sind gestern Abend noch informiert worden, dass die Turkmenischen Behörden den geplanten Ausflug zum Gaskrater aus sicherheitspolitischen Gründen verboten haben. Das bedeutet, dass wir eine zweite Hotelnacht in Ashgabat verbringen und erst morgen in den Sonderzug übersiedeln werden. Für heute sind eine ausgedehnte Stadt- und Umgebungsbesichtigung sowie ein Abendprogramm mit ›Ashgabat by night‹ geplant. Doch vorerst genießen wir das reichhaltige Frühstücksbuffet.

Danach sind wir unterwegs zur acht Kilometer entfernten antiken Partherstadt Nisa. Die Reiseleiter geben sich redlich Mühe die Ausgrabungsstätten und Ruinen bildlich darzustellen. Die meisten sind mit Lehm ummauert, was helfen soll, die noch vermuteten antiken Stücke vor dem Verfall zu bewahren. Uns präsentiert sich unter der prallen Mittagssonne ein wenig fotogenes Szenario. Die Luft ist staubgeschwängert und somit gibt es auch kaum mehr Ausblicke in die umgebenden Bergketten.

Der nächste Stopp gilt dem Mausoleum und Moschee Turkmenbashi – eine riesige, sehr schöne moderne Anlage mit vielen Springbrunnen und reichlich mit Grün bepflanzt. Es ist unglaublich welch gigantischer Personenkult hier betrieben wird. Zurück in Ashgabat kehren wir in einem Pavillon-Restaurant inmitten eines pompösen Parks im Altstadtteil ein. Wo man hinblickt Springbrunnen, dazwischen hunderte Laternen und zahlreiche Statuen und Büsten wichtiger Personen aus Turkmenistan. Und so wie der Überfluss im Stadtbild, so reichlich ist auch der Mittagstisch mit verschiedensten Salaten und Gemüse - die Fleischspeisen können wir getrost beiseite lassen.

Für die Neustadt von Ashgabat finden sich kaum Worte. Entlang zum Teil bis zu achtspurigen Straßenzügen reihen sich locker in weitläufigen Grünflächen mit Springbrunnen vorerst öffentliche Gebäude, dann folgen kilometerweit bis zu 14 Stockwerke hohe Wohnanlagen, allesamt außen mit weißem Marmor verkleidet. Heute wird Marmor aus China importiert, vor 15 Jahren kam er noch aus Italien! Doch es ist erschwingliche Wohnqualität für Alt und Jung, wie uns die Reiseleiterin Maya erklärt. Eine 200 qm große Eigentumswohnung mit eingerichteter Küche und Bad kostet in etwa 220.000 US Dollar. Die Hälfte des Kaufpreises wird vom Staat gefördert. Der restliche Betrag mit 1% Verzinsung ist in einem Zeitraum von 30 Jahren abzuzahlen. Turkmenen leben in Großfamilien und diese Wohnungen bieten ausreichend Platz für 6-10 Familienmitglieder. Soweit die Informationen unserer Reiseleiterin.

Das Nationalmuseum oben in den Hügeln gelegen bietet neben faszinierenden Ausblicken über die Stadt auch viel Interessantes über die Geschichte des Landes und hier sehen wir auch hypothetische Baumodelle der antiken Festungsstadt Nisa, je nach Archäologen-Team verschieden veranschaulicht. Unter den zahlreichen Artefakten die bereits freigelegt sind, imponieren die 17 gewaltigen Trinkhörner aus Elfenbein aus der Schatzkammer der Stadt. Sie stammen aus dem 2. Jh. v.Chr. Das Museum ist recht weitläufig und langsam schmerzen die Beine. So sind wir recht froh gegen 17 Uhr ins Hotel zurückzukehren.

Heute Abend steht im Bankettsaal ein Abendessen mit Folklore-Darbietungen, unter anderem mit Hochzeitszenen, auf dem Programm und gegen halb zehn Uhr starten wir zur Nachtlichtertour durch Ashgabat. Die Fahrt durch die beleuchtete Stadt hinauf zu einem Aussichtspunkt unterhalb des Nationalmuseums ist einzigartig. Bereits vom Hotelzimmer aus ist uns gestern eine Art ›Lichtorgel‹ aufgefallen, die sich in allen Farben des Regenbogens verändert. Und genau hier stehen wir nun und erfahren, dass dieses Gebäude mit dem Lichterspektakel das Standesamt ist...(!) Und zu unseren Füssen erstreckt sich die wohl verrückteste Stadt die man sich nur vorstellen kann.

Ashgabat

Eine verrückte Aussicht aus dem Hotelfenster auf die gigantischen Bauwerke der Hauptstadt

 

Partherstadt Old Nisa

Ein archäologischer Ausflug zu einer Ausgrabungsstätte

Partherstadt Old Nisa

Über 2000 Jahre alt sind die Überreste dieser Stadt, welche unter Lehmschichten konserviert werden

 

Mausoleum und Moschee Turkmenbashi

Ein monumentales Bauwerk mit 4 Minaretten und einer vergoldeten Kuppel

Mausoleum und Moschee Turkmenbashi

Alleine das Eingangsportal ist 18 Meter hoch, die Kuppel misst 32 Meter im Durchmesser

 

Mausoleum und Moschee Turkmenbashi

Der Boden in der Moschee ist vollständig mit Teppichen ausgelegt

Ashgabat bei Tag

Nein - kein Hotel: Es ist ein Wohnhaus! Vorne an der Straße ein Bus-Warte-Haus!

 

Ashgabat bei Tag

Hinter dieser Glasfassade verbirgt sich ein Elektromarkt (Saturn sieht da schäbig aus...)

Ashgabat bei Tag

Im Eingangsbereich des National-Museums, im Hintergrund zwei Bürogebäude

 

National - Museum

Trinkhörner aus Elfenbein gehören zu den kostbarsten Ausgrabungen im alten Nisa

Ashgabat bei Tag

Eines der vielen Theatergebäude - natürlich mit goldener Kuppel

 

Ashgabat bei Nacht

Ein Büro- und Geschäftshaus, wo auch der deutsche Volkswagenkonzern zu finden ist

Ashgabat bei Nacht

Eine künstlerische Lichtgestalt auf dem Dach des Standesamtes wechselt alle drei Minuten die Farbe

 

Ashgabat bei Nacht

Fast jede Fassade in der Neustadt wird die ganze Nacht bestrahlt

Am nächsten Tag besuchen wir den etwas außerhalb gelegenen Tolkuchka Basar, der natürlich ebenfalls gigantisch groß ist. Die sechs Hallen die sich rund um den Uhrturm gruppieren, bieten hauptsächlich Bekleidung, Schuhe und Haushaltswaren an. Doch eine Halle betört mit den Düften mannigfaltiger Gewürze, sowie Gemüse, Früchten frisch und getrocknet. Eine wahre ›Augen- und Nasenweide‹. In der zweiten Reihe liegen Teppichgeschäfte und weiter rückwärts der Viehmarkt, auf dem zum Wochenende auch Kamele gehandelt werden. Heute wird um Schafe, Rinder und Geflügel gefeilscht. Uns fällt auf, dass im gesamten Basar kein Unrat herumliegt. Ständig sind Putztrupps zur Stelle und sammeln alles Herumliegende ein und bringen die Säcke zu Sammelstellen wo regelmäßig die Müllabfuhr vorfährt. Somit vermittelt dieser Basar, trotz des regen Lebens, ein steriles Bild. Es fehlt jegliches orientalisches Flair.

Authentischer und lebendiger geht’s im türkischen Viertel zu wo wir die Moschee Hagia Sofia besuchen. Wie üblich muss man vor dem Betreten die Schuhe ausziehen und so hat sich eine kleine Episode am Ende des Besuches zugetragen: Ein älterer Herr aus der Gruppe hat sich versehentlich falsche Schuhe genommen und der Besitzer dieser Schuhe steht nun in Socken da. Wohl oder übel macht er sich ›schuhelos‹ auf den Weg zum Bus. Inzwischen ist dem anderen Herrn aber die Verwechslung aufgefallen und er hat die falschen Schuhe wieder bei der Moschee deponiert. Zum Glück hat Harald, der noch letzte Fotos macht, dies beobachtet und so finden die Schuhe wieder zu ihrem rechtmäßigen Besitzer zurück.

Auch der Obst- und Gemüsemarkt in diesem Stadtteil ist so richtig lebendig, wenngleich auch hier die Sauberkeit auffällt. Wir kosten gedörrte Aprikosen und Feigen und hätten gerne das bunte Treiben von oben fotografiert. Doch die allgegenwärtigen Aufpasser lassen dies nicht zu und gestikulieren wild, sobald Harald die Kamera zückt. Ist wohl besser sich nicht mit denen anzulegen.

Unterdessen ist der Himmel bedrohlich schwarz geworden und beschert uns einen kurzen Regenguss. Doch wir kommen noch trocken beim Sonderzug Registan an. Mit unseren Koffern klappern wir mühsam über Schotter bis zum Waggon sieben und rein ins Abteil mit der Nummer neun. Im ersten Moment schlucken wir ob der Kleinheit des Abteils - wie sollen wir da unsere Koffer unterbringen? Es gibt für jeden zwei Kleiderbügel und einige Haken. Doch unter den Betten ist ein geräumiger Stauraum und so wandert der gesamte Kofferinhalt dorthin. Die Koffer finden im Stauraum über der Tür Platz. Und so sind wir in unserem Kabäuschen schon bald heimelig eingerichtet. Zur Begrüßung sind eine Schale mit Obst und Süßigkeiten sowie zwei Fläschchen Wodka eingestellt – na dann Prost!

Die Abfahrt des Registan ist um 17.30 Uhr. Noch ist es stickig heiß, denn die Klimaanlage funktioniert laut Auskunft nur während der Fahrt. Im Abteil kann man leider kein Fenster öffnen, nur im Gang gibt es gegenüber eines und ein wenig Luft bringt etwas Abkühlung. Um 18.30 Uhr werden wir über das Bordradio zum Essen in den Speisewagen geladen.  Gleich zu Beginn stellt uns Chefreiseleiter Bernard Jenneskens den Koch, die Ärztin Anna und den Zugmanager vor. Das Abendessen übertrifft alle Erwartungen: diverse Salate und Brot sind bereits an den Tischen eingestellt, dazu ein Glas russischen Sekt zur Begrüßung. Es folgen überbackene Champignons und gratinierter Fisch mit Püree und Karottensalat und zur Nachspeise köstliches Eis.

Tolkuchka Basar

Damenunterwäsche in buntesten Farben und Größen - eher für die ältere Generation

 

Tolkuchka Basar

Witzig die Kleiderpuppen mit den Miniröckchen die wohl nicht von dieser Kundschaft erworben werden

Tolkuchka Basar

Modische Farben auch bei Kinderspielzeug - Barbie ist auch hier vertreten

 

Tolkuchka Basar

Nüsse und Gewürze in großen Mengen entdecken wir in der Gewürzhalle

Tolkuchka Basar

Einkaufen macht müde und hungrig und so ist eine Rast auf dem Platz willkommen

 

Tolkuchka Basar

Einige Schafe und Ziegen warten noch auf Käufer an diesem Tag

Tolkuchka Basar

Ein Schaf liegt bereits im Kofferraum, doch auch für ein zweites ist noch Platz

 

Tolkuchka Basar

Zwei Gockelhähne handlich gebunden wechseln die Besitzerin

Türkische Moschee - Hagia Sofia

Eine Oase der Ruhe im alten Stadtteil von Ashgabat empfängt uns hier

 

Türkische Moschee - Hagia Sofia

Kunstvoll und doch schlicht ist die Bemalung der insgesamt 12 Kuppeln

Lenin Statue

In einem kleinen Park erinnert eine Lenin-Statue an den Führer der russischen Revolution

 

Im alten Markt

Schier unglaublich was auf einigen Quadratmetern alles Platz hat

Im alten Markt

Eine Ansicht von oben, bevor mich ein Aufpasser entdeckt hat - Fotografierverbot!

 

Im alten Markt

Wieder unten zwischen den Standeln gibt es keine Probleme

Orient Silk Road Express

Das Abenteuer Eisenbahn kann beginnen nachdem wir unser Abteil eingerichtet haben

 

Orient Silk Road Express

Auf den ersten Blick etwas beengt, doch wenn das Gepäck verstaut ist wird es gemütlich

Orient Silk Road Express

Begrüßung durch den Chefreiseleiter Bernard und dem Zugmanager

 

Turkmenistan Express

Am Nebengleis steht ein Zug bereit um Einheimische nach Balkanabat zu bringen

Im Speisewagen war es gestern Abend relativ kühl, doch in unserem Waggon funktioniert die Klimaanlage noch immer nicht, es ist nach wie vor stickig und heiß im Abteil. Während der Fahrt haben wir relativ gut geschlafen, doch knapp nach ein Uhr in der Nacht haben wir die Stadt Mary erreicht und der Zug steht nun hier auf einem Sondergleis. Unser Abteil liegt neben der Toilette und durch das Wegfallen des einlullenden Fahrgeräusches schreckt uns nun jede Klospülung aus dem Schlaf. Und liebe Nachbarn hauen leider auch in der Nacht die Türen lautstark zu. So kommen wir ziemlich gerädert zum Frühstück.

Knapp nach neun Uhr übersiedeln wir in Busse für den Tagesausflug zum Ruinenfeld der Festungen Merw. Während der Fahrt unterhält uns Reiseleiterin Maya wiederum mit viel Interessantem über die Stadt Mary und Turkmenistan insgesamt. Schon von weitem erkennt man die Silhouetten der Kalas, den Festungsüberresten. Das Gebiet ist riesengroß. Beim Eingang ist fürs Fotografieren eine Gebühr zu entrichten (und solche Gebühren sind in Folge bei allen Sehenswürdigkeiten zu bezahlen).

Wir beginnen die Rundfahrt bei der großen und kleinen Kiz Kala, der Frauenpalastfestung. Die schlanken halbrunden Säulen aus denen die Festungsmauern errichtet sind, rufen schlanke Frauenkörper in Erinnerung. So gebaut trutzt die Festung besser den Wind- und Regenverhältnissen, die hier ziemlich heftig ausfallen können. Derzeit allerdings leidet diese Festung hauptsächlich unter der Tatsache, dass tausende Schwalben ihre Nester in die Lehmtürme bauen.

Schon am Bahnhof rund um den Registan hat sich immer wieder ein örtliches Rundfunk/TV Team rund um uns bewegt, auch hier in Merw sind sie anwesend und finden in Harald einen idealen Interviewpartner. Wie uns später Maya erklärt, wird in den zentralasiatischen Länder massiv Propaganda für den Tourismus betrieben und Gruppen des Orient-Silk-Road-Express sind dafür natürlich sehr willkommen.

Weiter geht es zum Friedhof, wo Muslime, Buddhisten und Christen friedlich nebeneinander begraben sind und zu zwei Ashaben Grabstätten, ursprünglich aus dem 7. Jh. Blaue Kacheleinlegearbeiten stammen noch aus dieser Zeit. Im 15. Jh. haben die Araber den heute noch sichtbaren architektonischen Baukomplex errichtet. Nun passieren wir die westlich des Tales gelegene Festung Gyaur Kala und erreichen die östliche Erik Kala. Gegründet wurden diese Festungen von Alexander dem Großen, der das wasserreiche Tal inmitten der Wüste nutzen wollte. Die Mauerreste der Erik Kala sind 25 Meter hoch und der Aufstieg zu einer Turmruine mühsam und steil. Von oben bietet sich eine tolle Aussicht über das gesamte Ruinengelände. Von hier erkennt man auch sehr deutlich, dass die Flussläufe durch dieses Tal einiges an Wasser führen. Bei der Weiterfahrt sichten wir immer wieder Kamelherden und so ist es ein Muss, bei einer Herde eine Fotopause einzulegen. Während die Gruppe sich förmlich auf die Herde stürzt, haben wir etwas entfernt ein paar Dromedare mit einem Jungen ausgemacht, die besonders charmant für uns posieren.

Nun erreichen wir die neu gebaute, moderne Grabmoschee des arabischen Koran-Experten Yusuf Hamadani. Man sagt, dass er 38 Mal nach Mekka gepilgert ist und alle Suren auswendig konnte. Er lebte in Bagdad bei einem Kalifen, wurde aber von diesem wegen seiner etwas moderneren Auslegung der islamischen Glaubenssätze vom Hof verbannt. So kam er nach Merw, wo er 96-jährig verstarb und vom Volk als Heiliger verehrt wird. Sein Grab ist Ziel vieler Pilgerreisen und heute am Freitag herrscht hier  Hochbetrieb. Die zahlreichen bunt gekleideten Einheimischen bringen Leben in die historischen Gemäuer und sie lassen sich auch sehr gerne fotografieren, allerdings meist mit Touristen in ihrer Mitte. Am Ende der Rundfahrt besuchen wir das Sultan Sanschar Mausoleum, dem letzten Sultan der Seldschuken. Hier wurde im Mausoleumsbau für dekorative Zwecke Wacholderholz verarbeitet. Im Innern der Kuppeln bringen Restaurierungen wieder einen Teil der färbigen Ornamente zu Tage.

Dazu eine Legende.
Der junge Sultan verliebte sich in eine wunderschöne Frau und bat sie seine Frau zu werden. Sie war bereit unter drei Bedingungen:

1. Er darf ihr nie beim Haare kämmen zuschauen
2. Er darf ihr nie beim Gehen zusehen
3. Er darf ihr nie den Rücken streicheln

Der Sultan war einverstanden und so wurde sie seine Frau. Doch irgendwann beobachtete er sie doch beim Kämmen ihrer wunderschönen Haare und diese lösten sich auf. Wie er sie beim Gehen beobachtete stellte er fest, dass ihre Füße den Boden nicht berührten - sie schwebte. Und beim Berühren ihres Rückens bemerkte er, dass sie keine Knochen hatte. Sie war eine Fee. Und sie antwortete: „Du hast meine Bedingungen nicht erfüllt und so entschwebe ich jetzt an die Kuppeldecke und du kannst nur mehr mein Antlitz da oben betrachten.‟

Als Abschluss der Wüstenfahrt sind wir mittags bei einer turkmenischen Familie in deren luftigen Innenhof, umgeben von schattenspendenden Bäumen, zum Essen geladen. Gestärkt und ausgekühlt besteigen wir um drei Uhr wieder die Busse und es geht zurück zum Zug, der in der glühend heißen Sonne so richtig aufgetankt hat. Wie es bei der Weiterfahrt einfach nicht kühler werden will, bestätigt ein Techniker, dass sie bereits an dem Defekt der Klimaanlage arbeiten. Dazu ist zu erwähnen, dass jeder Waggon einen eigenen Generator hat, der die Klimaanlage betreibt. So verstehen wir nun, warum es im Speisewagen und auch in den anderen Waggons relativ kühl ist, nur eben in Waggon Nr. 7 nicht.

Über Bordradio wird uns das Ausfüllen der usbekischen Zollformulare nochmals erklärt. Diese werden dann von den Reiseleitern eingesammelt und bei der Grenze, die wir in der Nacht passieren, werden sie für uns die Formalitäten erledigen. Die Zeit bis zum Abendessen verkürzt uns der Chefreiseleiter mit Wissenswertem und Interessantem über Usbekistan.

Ruinenstadt Altes Merw

Kiz Kala - die Frauenpalastfestung komplett aus Lehm errichtet - den Schwalben gefällt es

 

Ruinenstadt Altes Merw

Teile eines Friedhofs wo Muslime, Christen und Buddhisten begraben sind

Ruinenstadt Altes Merw

Die Ashaben-Grabstätten sind Ziel zahlreicher Pilger aus dem ganzen Land

 

Ruinenstadt Altes Merw

Während die Erwachsenen das Grab umrunden, interessieren sich die Kinder lieber für uns

Ruinenstadt Altes Merw

Die Mauerreste der Festung Erik Kala werden von zwei Gruppen erklommen

 

Ruinenstadt Altes Merw

Ein Rettungsauto mit zwei Ärzten(?) folgt uns auf der gesamten Rundfahrt durchs Gelände

Ruinenstadt Altes Merw

Die brachliegenden spärlichen Grünflächen sind Futterplatz für zahlreiche Dromedare

 

Ruinenstadt Altes Merw

Unsere Fotopirsch wird von den Weißgekleideten argwöhnisch beobachtet (Doch keine Ärzte?)

Moschee Yusuf Hamadini

Die neu gebaute Moschee mit dem Grabmal ist eine bedeutende Pilgerstätte im alten Merw

 

Sultan Sandschar Mausoleum

Dem bedeutenden Herrscher aus dem 12.Jh. wurde dieses imposante Mausoleum errichtet

Sultan Sandschar Mausoleum

Bemerkenswert ist das Rippengewölbe und die Verwendung von Wacholderholz in den Wänden

 

Gurbanguly Berdymuhamedow

Der Präsident von Turkmenistan „winkt‟ zum Abschied aus seinem Land

 

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